Dampferwege von San Francisco, Cal., nach Guaymas, Mexico. 191
Von Ensenada steuert man dicht unter der Küste entlang, die Coronados-
Inseln läfst man dichtbei an B-B. Dann steuert man nacheinander auf folgende
Huken zu: Vincent, Hueneme, Santa Barbara, Conception, Arguello, Buchon,
Piedras Blancas, Cooper, Sur und Cypress-Huk; weiter durch die Monterey-Bucht
bis etwa zum Sandhill-Abhange an. der Santa Cruz-Küste. Nun steuert man
längs der Küste nach Davenports-Landungsplatz, nach Afo Nuevo, nach Pigeon-,
nach Montara-, nach Lobos-Huk an der Südseite des Goldenen Thores. ;
Der soeben beschriebene Dampferweg von Ensenada nach San Francisco
wird der vorherrschenden westlichen Winde halber am meisten benutzt, man
erzielt. so schnellere Reisen und findet schlichteres Wasser und bedeutend ge-
ringere Windstärken als auf dem geraden Wege von Huk zu Huk, Bei Stille
und Nebel folgt Kapt. v. Helms diesen Anweisungen bis zur Arguello-Huk,
dann steuert man nach einem Punkte, 2 bis 3 Sm von der Sur-Huk, Entfernung
122 Sm, weiter nach Pigeon-Huk und dann weiter wie früher beschrieben
wurde. Bei günstigen Winden verfährt man auf dieselbe Weise.
Falls die Wetterverhältnisse auf eine grobe Barre vor dem Goldenen
Thore schliefsen lassen, mufßs man entsprechende Vorsichtsmalsregeln treffen.
Wenn man bei Tage das Riff bei der Halbmondbucht nahebei passirt und be-
merkt auf dem südlichen Riffe Brandung, wenn auch nur gelegentlich, so kann
man sicher schliefsen, dafs am Lande südlich von der Einfahrt Brandung steht.
Die hier beschriebenen Wege sind nur geeignet für Schiffsführer, die in
der Küstenfahrt Erfahrung besitzen. Für andere empfiehlt es sich, gröfseren
Abstand von der Küste zu halten.
Rückblick auf das Wetter in Deutschland im Jahre 1901.
Dieser Rückblick auf das Wetter über Deutschland im vergangenen Jahre
beruht, wie die früheren, auf dem Beobachtungsmaterial der Seewarte und den
Monatsübersichten fast aller deutschen meteorologischen Institute und Central-
stationen. In den angefügten Tabellen ist gegen das Vorjahr nur insoweit eine
Aenderung eingetreten, als der Reihe der Stationen, für welche die Sonnen-
scheindauer angegeben wird, auch Strafsburg i/E. zugefügt worden ist. ;
Die beiden ersten, also noch dem Winter angehörigen Monate des Jahres
1901 trugen in der That auch einen recht winterlichen Charakter, indem zwei
Perioden anhaltenden härteren Frostes nur durch einen etwa zehntägigen Zeit-
raum mit Thauwetter von einander getrennt waren. Die Frühjahrsmonate
brachten zwar noch einen Nachwinter, der von einer Reihe veränderlicher, sehr
niederschlagsreicher Tage gefolgt war, führten aber dann zu angenehmen warmen
und trockenen Frühlingstagen. Nach einem zwischen großer Kühle und höherer
Wärme wechselnden Vorsommer stellte sich in diesem Jahre im Juli und etwa
der ersten Hälfte des August hochsommerliches Wetter ein, dem allerdings im
letzten Theile des August bereits recht herbstliche Tage folgten. In diesem
Herbst fehlte eine angenehme Nachsommerperiode nicht, dagegen blieben wir
auch nicht von dem sprüchwörtlichen trüben und regnerischen Novemberweiter
verschont, das schliefslich zu zwar im Verhältnils zur Jahreszeit milden, aber
auch niederschlagsreichen und recht häufig stürmischen Dezembertagen überführte.
: Der hohe Luftdruck, der in den letzten Tagen des Jahres 1900 begann,
Europa zu bedecken, erhält sich über dem ganzen Erdtheile bis zur Mitte des
Monats Januar und über dem gröfsten Theile Europas etwa bis zum 18. dieses
Monats; der jeweilig höchste Luftdruck über Europa übersteigt dabei an mehreren
Tagen 780 mm. Meist heiteres‘ und trockenes Wetter mit strenger Kälte und
überwiegend. auch über Tag anhaltendem Frost in Deutschland ist die Folge
dieser Luftdruckvertheilung.
Nach dem 18. Januar beginnt eine Depression von Westen her über Nord-
europa sich auszubreiten; die damit einsetzende südwestliche Luftströmung führt
auch Erwärmung herbei, so dafs mit dem 20. Januar allgemeines Thauwetter
über Deutschland zur Herrschaft gelangt. Dieser Wetterumschlag hat sich auf
den meteorologischen Höhenstationen bereits einige Tage früher bemerkbar ge-
macht, so dafs in den Tagen vom 16. bis 18. Januar die mit „Temperatur-
umkehr“ bezeichnete Erscheinung in grofser Stärke sich zeigte. Die Lmft-