Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie Januar 1902.
der Faktorei wird nachts ein rothes Dampfer-Seitenlicht gezeigt, das bei klarer
Luft 4 Sm sichtbar ist. Der Strom setzte zur Regenzeit nordwärts mit etwa
1 Sm Geschwindigkeit, Der Bau einer 120 m langen Landungsbrücke und eines
zrofsen Zollschuppens wird geplant, Vom Ankerplatze des Schiffes peilte die
Woermann-Faktorei mw. 0S01!/40 und die äufserste Klippe mw. S’'/20. Proviant
ist sehr theuer,
Ansteuerung. Das Yellow Will-Riff soll sich nach Aussage der Einge-
borenen weiter seewärts erstrecken, als auf der Karte angegeben ist. Von
Norden kommend, kommen zuerst die Häuser von Edina und Grofs-Bassa in
Sicht, bald darauf auch die von Fishtown, wo der eigentliche Hafen liegt, dann
die Tonne, die früher roth gestrichen war, und die Brandung des Yellow Will-
Riffs, sowie die Bäume bei dem 5 Sm südlich von der Grofs-Bassa-Huk liegenden
Orte Tobokanni. Die beiden Masten des im Oktober 1898 auf dem Yellow Will-
Riff gesunkenen englischen Dampfers „(’abenda“ sind weit zu sehen, Man steuert
nun gut frei von der Tonne, da bei ihr noch Klippen liegen sollen, bis die
Woermann-Faktorei in Fishtown mw. 050!/40 peilt, also der Baum recht vor
jer Mitte des Hauses ist. Diese Faktorei ist das äufserste Gebäude auf der
linken Seite. Dann hält man die Masten des Wracks eben an B-B., bis ınan
das Yellow Will-Riff passirt hat, dann dreht man nach St-B. bis der Baum
wieder vor die Mitte des Hauses kommt in mw. 0S0!40. Dann bringt man
Jie äufserste Klippe des Riffs in mw. S'!/2 O-Peilung und ankert, Auf diese
Weise bleibt man von allen Untiefen frei. Man kann auch, wenn man die
Faktorei mw. 080140 peilt, einsteuern, kommt aber nach Kapt. Hakens An-
sicht dabei den Klippen zu nahe.
Grofs-Bassam. !)
Nach Fragebogen No. 1812 des Kapt. B. Haken, D. „Ella Woermann“, vom 21. Oktober 1901.
Grofs-Bassam ist ein Ort von wachsender Bedeutung. Viele Menschen
wandern jetzt dorthin, da das Hinterland sehr goldhaltig sein soll, ähnlich wie
in Axim. Eine 500 m lange Landungsbrücke ist dort schnell fertiggestellt
worden und mit zwei Gleisen belegt. Am Brückenkopfe stehen zwei Dampf-
krähne, die gut arbeiten und zwei Schiffe bedienen können. Nachts wird ein
rothes Licht, das 5 Sm sichtbar sein soll, am Brückenkopfe gezeigt. Binige
Festmachetonnen für Boote liegen dicht bei der Brücke. Man ankert auf etwa
16 m Wasser dwars von der Brücke. Dem Schiffe wird gewöhnlich durch
Flazgensignal Erlaubnifs zum freien Verkehr ertheilt. Das Schiff läuft dann mit
der Quarantäneflagge im Topp ein. KEinlaufend empfiehlt es sich zwecks schnellerer
Abfertigung das Signal: „Reinen Gesundheitspafs von ....“ zu zeigen. Ge-
sundheitspafs von jedem aungelaufenen Hafen und zwei Ladungsmanifeste werden
verlangt.
Strom. Auf der Heimreise fand Kapt. Haken sehr starken, ostwärts
setzenden Strom bis zu 3 Sm Geschwindigkeit. Vor Anker war Ober- und
Unterstrom fühlhar, also Guineastrom und Gezeitenströme.
Vietoria.*)
Nach Fragebogen No. 1818 des Kapt. B. Haken, D. „Ella Woermann“, vom 16. September 1901,
Ansteuerung. Von Lagos aus nach der Ambas-Bucht laufend, mufßs man
vorsichtig das Kap Formoso umsteuern, da man meist glaubt, dies Kap passirt
zu haben, jedoch wie sich zu spät herausstellt, noch beim Middleton-Flusse ist
und dann leicht bei Akassa aufläuft. Zur Regenzeit und nachts ist das Loth
gut zu gebrauchen. Bei klarem Wetter kann man Akassa nahebei passiren;
die Ansteuerungstonne des Nunflusses ist gut zu sehen. Die zweite Tonne
ist nicht vorhanden.?) Bei Tage steuert man dann auf die Ambas-Insel zu,
nachts empfiehlt Kapt. Haken, das Kap Debundja anzusteuern und dann in
mindestens 1 Sm Abstand längs der Küste in die Bucht einzusteuern.‘)
Wenn Ambas- und Mandoleh-Inseln gut offen sind und das Haus zwischen dem
‘) Engl. Adm-Kart. No. 1362, Grand Berebi to cape Three points.
7) D, Adm-Kart. No. 146, die Ambas-Bucht.
3) Vergl. Engl. Adm-Kart. No. 2141: Niger river (Nun entrance), Bemerkung: buoy
liable to drift,
KR Vergl. „N. f. 8.* 1900. No. 2517 und 1901. No. 1446.