accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Makassar. 
189 
einer Jolle dem Schiffe !/ Sın entgegen. Lootsengeld nach Uebereinkunft, 
meist ]5 fi. Schleppdampfer sind nicht vorhanden. 
Ansteuerung. Nach Kapt. Pfaff ist es zweckmäfig, da die Makassar- 
Straße voll von Bänken und Korallenklippen ist, den Schiffsort auch nachts 
nach Gestirnshöhen zu bestimmen, das bei den: meist sternhellen Nächten gut 
möglich ist. Da die hohen Berge meist mit Wolken bedeckt sind und die 
Küste sehr niedrig ist, so sichtet man, von SW kommend, zuerst die Insel 
Dajang Dajangan und den Leuchtthurm darauf. Die Pinding-Bake (Pfahl mit 
grofsem weifsen Ball) an St-B. und Groot-Lae Lae - Bake (schwarze Bake mit 
schwarzem Toppzeichen, nach der britischen Karte schwarzweilse Bake) an B-B. 
lassend, steuert man auf Mariso-Leuchtthurm zu. Nachts läuft man in dem 
rothen Bogen dieses Feuers ein. In diesem Fahrwasser findet man mindestens 
13 m Wasser. Man gebe auf die zahlreichen Fischbuhnen gut Acht, die theil- 
weise aus grofsen Bäumen bestehen und durch Kokostaue mit einander ver- 
bunden sind, weil sie der Schraube leicht gefährlich werden können. 
Einstenerung. Hat man die Groot-Lae Lae-Bake passirt, so hält man 
auf die Küste zu, bis die Klein-Lae Lae-Bake mit dem deutlich sichtbaren 
weißen Petroleumschuppen auf Gesong Boni in Eins peilt. Es treten nun 
2 Fälle je nach Stromrichtung ein. 
li. Setzt der Strom südwärts, so steuere man auf der gegebenen 
Deckpeilung ein, bis die weiße Kugelbake beim Fort Rotterdam dwars ist. 
An B-B.-Seite halte man achteraus ein Boot klar, um eine Trosse nach der 
Festmachetonne auszubringen; daun steuere man so langsam als möglich ein. 
Die Festmachetonne passire man an ihrer Innenseite, mache möglichst schnell 
die Trosse fest und lasse, sobald die Landungsbrücke, an die man anlegen will, 
dwars ist, den B-B.-Anker fallen. Wenn die Trosse nicht rechtzeitig an der 
Tonne festgemacht werden konnte, und das Schiff vielleicht nach Land zu 
schwait, lasse man einen Warpanker achteraus fallen. Die Agenten des Schiffes 
pflegen ‚die Rhederei- oder Landesflagge des Schiffes auf der zu benutzenden 
Brücke zu zeigen. Wenn Fahrzeuge an der Brücke liegen, gebrauche man 
frühzeitig die Dampfpfeife, um sie zum Loswerfen zu veranlassen. Die Fest- 
machetrossen dürfen nur sehr lose eingehievt werden. 
2. Setzt der Stromnordwärts, so laufe man auf der gegebenen Deck- 
peilung ein, passire östlich von der schwarzen Tonne und, der dreieckigen 
Bake auf Klein - Lae Lae, bis der Petroleumschuppen dwars ist und drehe dann 
das Schiff mit dem Kopfe nach Süd, was meist, da man hier Raum genug hat, 
möglich ist; kann man jedoch umständehalber das Schiff nicht drehen, so 
ankere man vor B-B.-Anker und dampfe dann vor dem Anker herum. Dann 
steuere man auf die Festmachetonne zu, die man an ihrer Innen- und Aufsen- 
kante passiren kann, und lasse beim Passiren der Tonne eine Hecktrosse 
darauf festmachen. An den Brücken gebraucht man nun selbstredend den 
Steuerbordanker. 
Für Ortsunkundige ist es nicht rathsam, nachts an die Brücken zu laufen; 
man ankere im rothen Bogen des Mariso-Feuers und warte den Morgen ab: 
„Babelsberg“ ankerte etwa 10 Sm südwestlich von Dajang Dajangan auf 14,5 m 
Wasser, Grund guthaltender Korallensand. Der vielen Untiefen halber kommt 
hoher Seegang selten auf. . 
Hafenanlagen. Acht Löschbrücken aus Bambus sind vorhanden; sie sind 
etwa je 30 m lang, Löschvorrichtungen giebt es nicht. Die Brücken sollen 
abgebrochen und durch eine 500 m lange Landungsbrücke mit Löschvorrich- 
tungen und Geleisen ersetzt werden. Die Aus’übrung wird etwa 3 Jahre in 
Anspruch nehmen. Da die Schiffe nur vor dem Kuopfe der Brücken liegen 
können, so kann nur aus dem Vorder- oder Hinterschiffe gelöscht werden. 
Neuerdings werden auch Leichter zum Löschen und Laden verwandt. 
Hafenabgaben werden nicht erhoben. Makassar ist Freihafen. 
Hafensignale. Tags wird bei Ankunft eines Dampfers ein Dreieck, 
eines Seglers ein Ball. und die Nationalflagge des Schiffes gezeigt. 
Schiffsausrüstung. Kesselkohlen sind von der Regierung zu haben. 
Die holländische Dampfergesellschaft und die Hamburg-—Awmerika-Linie unter- 
halten ihre Kohlenlager nur für den Bedarf ihrer Schiffe. Die Kohlen stammen 
aus Borneo und Australien. Ein Chinese unterhält ein Lager von Kohlen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.