Makassar.
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einer Jolle dem Schiffe !/ Sın entgegen. Lootsengeld nach Uebereinkunft,
meist ]5 fi. Schleppdampfer sind nicht vorhanden.
Ansteuerung. Nach Kapt. Pfaff ist es zweckmäfig, da die Makassar-
Straße voll von Bänken und Korallenklippen ist, den Schiffsort auch nachts
nach Gestirnshöhen zu bestimmen, das bei den: meist sternhellen Nächten gut
möglich ist. Da die hohen Berge meist mit Wolken bedeckt sind und die
Küste sehr niedrig ist, so sichtet man, von SW kommend, zuerst die Insel
Dajang Dajangan und den Leuchtthurm darauf. Die Pinding-Bake (Pfahl mit
grofsem weifsen Ball) an St-B. und Groot-Lae Lae - Bake (schwarze Bake mit
schwarzem Toppzeichen, nach der britischen Karte schwarzweilse Bake) an B-B.
lassend, steuert man auf Mariso-Leuchtthurm zu. Nachts läuft man in dem
rothen Bogen dieses Feuers ein. In diesem Fahrwasser findet man mindestens
13 m Wasser. Man gebe auf die zahlreichen Fischbuhnen gut Acht, die theil-
weise aus grofsen Bäumen bestehen und durch Kokostaue mit einander ver-
bunden sind, weil sie der Schraube leicht gefährlich werden können.
Einstenerung. Hat man die Groot-Lae Lae-Bake passirt, so hält man
auf die Küste zu, bis die Klein-Lae Lae-Bake mit dem deutlich sichtbaren
weißen Petroleumschuppen auf Gesong Boni in Eins peilt. Es treten nun
2 Fälle je nach Stromrichtung ein.
li. Setzt der Strom südwärts, so steuere man auf der gegebenen
Deckpeilung ein, bis die weiße Kugelbake beim Fort Rotterdam dwars ist.
An B-B.-Seite halte man achteraus ein Boot klar, um eine Trosse nach der
Festmachetonne auszubringen; daun steuere man so langsam als möglich ein.
Die Festmachetonne passire man an ihrer Innenseite, mache möglichst schnell
die Trosse fest und lasse, sobald die Landungsbrücke, an die man anlegen will,
dwars ist, den B-B.-Anker fallen. Wenn die Trosse nicht rechtzeitig an der
Tonne festgemacht werden konnte, und das Schiff vielleicht nach Land zu
schwait, lasse man einen Warpanker achteraus fallen. Die Agenten des Schiffes
pflegen ‚die Rhederei- oder Landesflagge des Schiffes auf der zu benutzenden
Brücke zu zeigen. Wenn Fahrzeuge an der Brücke liegen, gebrauche man
frühzeitig die Dampfpfeife, um sie zum Loswerfen zu veranlassen. Die Fest-
machetrossen dürfen nur sehr lose eingehievt werden.
2. Setzt der Stromnordwärts, so laufe man auf der gegebenen Deck-
peilung ein, passire östlich von der schwarzen Tonne und, der dreieckigen
Bake auf Klein - Lae Lae, bis der Petroleumschuppen dwars ist und drehe dann
das Schiff mit dem Kopfe nach Süd, was meist, da man hier Raum genug hat,
möglich ist; kann man jedoch umständehalber das Schiff nicht drehen, so
ankere man vor B-B.-Anker und dampfe dann vor dem Anker herum. Dann
steuere man auf die Festmachetonne zu, die man an ihrer Innen- und Aufsen-
kante passiren kann, und lasse beim Passiren der Tonne eine Hecktrosse
darauf festmachen. An den Brücken gebraucht man nun selbstredend den
Steuerbordanker.
Für Ortsunkundige ist es nicht rathsam, nachts an die Brücken zu laufen;
man ankere im rothen Bogen des Mariso-Feuers und warte den Morgen ab:
„Babelsberg“ ankerte etwa 10 Sm südwestlich von Dajang Dajangan auf 14,5 m
Wasser, Grund guthaltender Korallensand. Der vielen Untiefen halber kommt
hoher Seegang selten auf. .
Hafenanlagen. Acht Löschbrücken aus Bambus sind vorhanden; sie sind
etwa je 30 m lang, Löschvorrichtungen giebt es nicht. Die Brücken sollen
abgebrochen und durch eine 500 m lange Landungsbrücke mit Löschvorrich-
tungen und Geleisen ersetzt werden. Die Aus’übrung wird etwa 3 Jahre in
Anspruch nehmen. Da die Schiffe nur vor dem Kuopfe der Brücken liegen
können, so kann nur aus dem Vorder- oder Hinterschiffe gelöscht werden.
Neuerdings werden auch Leichter zum Löschen und Laden verwandt.
Hafenabgaben werden nicht erhoben. Makassar ist Freihafen.
Hafensignale. Tags wird bei Ankunft eines Dampfers ein Dreieck,
eines Seglers ein Ball. und die Nationalflagge des Schiffes gezeigt.
Schiffsausrüstung. Kesselkohlen sind von der Regierung zu haben.
Die holländische Dampfergesellschaft und die Hamburg-—Awmerika-Linie unter-
halten ihre Kohlenlager nur für den Bedarf ihrer Schiffe. Die Kohlen stammen
aus Borneo und Australien. Ein Chinese unterhält ein Lager von Kohlen