Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1902.
Hafenanlagen in Aliwal. Eine hölzerne Landungsbrücke auf eisernem
Unterbau ist in der Vaarkens-Bucht und ist mit zwei Dampfkränen von 1% t
und zwei Handkränen von 5 t Tragfähigkeit ausgerüstet; aulßserdem ist ein 10 t-
Kran vorhanden. Die gelöschten Güter werden dann in Wagen auf Schienen
nach dem Zollschuppen geschafft. Die beiden Dampfkräne hatten von 7° V
bis 6"N 720 t Ladung gelandet. Die Ladung wird in Leichter gelöscht. Sieben
Leichter von je 50 bis 65 t sind vorhanden und Eigenthum der Boating Co.
Wenn mehrere Schiffe zugleich anwesend sind, geht das Löschen langsam.
Segler werden nicht entlöscht, wenn Dampfer dort liegen. Auf schnelle Ent-
löschung der Schiffe wird grofses Gewicht gelegt. Kine steinerne Brücke von
etwa 400 m Länge ist im Bau, an die Schiffe bis zu 5,5 ın Tiefgang anlegen
sollen. Auf der Brücke sollen fahrbare Dampfkräne aufgestellt werden. Kin
Theil der Landungsbrücke ist als Landungsplatz für Schiffsboote abgesperrt,
wo auch Passagiere ein- und ausgeschifft werden.
Hafenordnung wird an Bord gebracht. Sie enthält Vorschriften über
Ankern und die Hafensignale, die bereits unter „Ankerplätze“ und „Hafensignale“
wiedergegeben wurden.
Hafenunkosten, Hafenabgaben werden nicht erhoben.
Handelsverkehr. Im Jahre 1900 liefen ein insgesammt 195 Dampfer von
752298 Registertonnen und 8 Segler von 5183 Registertonnen; davon führten
5 Dampfer von 19090 Registertonnen die deutsche Flagge. Von fremden
Ländern kamen 1900 an insgesammt 14 Dampfer von 26027 Registertonnen
und 4 Segler von 2491 Registertonnen, während im Jahre 1899 überhaupt nur
5 Segler von 3093 Registertonnen aus fremden Ländern einliefen.
Einfuhr besteht aus Cement, Lichten, Kohlen, Kokes, Getreide, Seife,
Papier, Holz u. s. w. im Werthe von 302434 £ (1900). Ausfuhr besteht aus
Aloe, Straufsfedern, Ziegen- und Schaffellen, Schafwolle im Werthe von
326 153 £ (1900).
Dampferlinien. DieDampfer der Deutsch-Australischen Dampfschiffahrts-
Gesellschaft laufen die Bucht einmal monatlich an, die Union Castle Line einmal
wöchentlich, die Clan Line monatlich von Liverpool und Glasgow, die Bullard
King Line von Indien nach London, die Kupna Line zweimal monatlich in
Küstenfahrt. Zwei Bahnlinien sind im Bau; die eine führt über Oudshoorn
nach Willowmore, die andere über Riversdale, Heidelberg nach Swellendam.
Der Bau soll in zwei bis drei Jahren vollendet werden. Telegraphenlinien
nach Kapstadt und Durban, wo sie Anschlufs an die Kabel der Eastern
Telegraph Co. finden.
Schiffsausrüstung. Kesselkohlen sind nur ausnahmsweise zu haben.
Frischer Proviant ist stets reichlich zu mäfsigen Preisen zu haben. Dauer-
proviant ist nur in beschränkter Menge zu haben. Trinkwasser wird in
hölzernen Wasserbooten gegen 4'/23 bis 6 M die Tonne längsseits gebracht.
Ausbesserungen an Maschinen und Schiff sind nicht zu beschaffen.
Ballast. Sandballast zum Preise von 7 sh, Steinballast 8 sh, kann
geliefert werden.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutscher Vizekonsul ist Fr. Matare;
das Konsulat liegt in der Mitte der Stadt. Agent der Deutsch - Australischen
Dampfschiffahrts-Gesellschaft ist am Orte. Deutsche Schiffsmakler und -Händler
sind nicht am Platze.
1
Makassar. *)
Nach Konsulatsfragebogen No. 898 vom 31. Juli 1898, Fragebogen No. 1276 des Kapt.
G. Pfaff, D, „Babelsberg“, vom 9. März 1900 und Fragebogen No. 1891 des Kapt. Hinrich
Schmidt, D. „Flensburg“, vom 7, Februar 1902,
Lootsenwesen. Lootsenhülfe ist nicht erforderlich. Der Hafenmeister
übernimmt das Schiffskommando nicht, giebt aber von seinem Boote aus Rath-
schläge beim Anlegen an die Brücken. Der Lootse kommt auf Wunsch in
4) Siehe hierüber auch die ausführlichen Berichte in „Ann. d, Hydr, etc.“ 1898 S. 118 bis 139
und 349, 1901 S. 62 bis 67, Brit. Adm-Krt. No. 2662, Ports in Makassar Strait, mit Plan der Rhede
und No. 941 B, Eastern Archipelazo, western portion, part I, mit Plan der Rhede.