Zur Küstenkunde Westafrikas.
Zur Küstenkunde Westafrikas.)
Bissao.*)
Nach Fragebogen No, 1809 des Kapt. B. Haken, D. „Ella Woermann“ vom August 1901.
Lootsenwesen.“) Lootsen erhält man vom „Rio Ave“.Feuerschiff, dessen
geographische Lage 11° 45'/' N-Br und 16° 27%. W-Lg. v. Gr., und nicht, wie
im Leuchtfeuerverzeichnifs angegeben, 11° 48,3’ N-Br und 16° 25,9 W-Lg ist.
Die rothe Farbe des Feuerschiffes, das auf beiden Seiten in schwarzer Farbe die
Aufschrift „Pilotos“ trägt, ist jetzt weifslich geworden. Das Feuerschiff ist ein
altes Kriegsschiff ohne Klüverbaum mit einem Mast und einer Stänge, an der,
wenn Lootsen vorhanden sind, die portugiesische Flagge gesetzt werden soll. Eine
Signalraa ist nicht vorhanden. Man mufs dicht längsseit gehen, um den Lootsen
zu erhalten. Die Lootsen sind Neger, die jedoch das Fahrwasser gut kennen.
Stromversetzung. Von Kap Verde südwärts steuernd, fand Kapt. Haken
einen Gegenstrom von 1,5 Sm Geschwindigkeit. Dieser nordwärts setzende Strom
wurde von ibm früher nie bemerkt und wird nach seiner Ansicht wohl eine
Folge des Umschlagens des Windes gewesen sein. Man mufs deshalb gut auf
Kap Verde achten, da man sehr oft in die Bucht hinein versetzt wird. Auch
lothe man vorsichtig bei der Ansteuerung des Jeba-Flusses, wenn man Kap Roxo
nicht gesichtet hat. Bei klarem Wetter sieht man die Bijouga- (Bissagos-) und
Warang-Brandung weit und deutlich. Das Loth ist jedoch auch hier ein
sicherer Führer.
Einsteuerung in den Jeba-Flufs. Der Lootse steuerte die im „Handbuch
der Afrikanischen Westküste zwischen Kap Verde’ und Lagos“ S. 25 gegebenen
Kurse, hielt sich jedoch ganz dicht an der nördlichen Bank, da sich die süd-
lichen Bänke weiter nordwärts erstrecken sollen. Vom Feuerschiff steuerte der
Lootse mw. 0'/N über die Cayo-Bank hinweg auf die östliche Huk der Jatt-
Insel zu. Auf der Bank wurde 7,3 m Wassertiefe gelothet. Diese Untiefe sowie
die anderen Nordbänke waren gut sichtbar, da „Elia Woermann“ noch während
der Ebbe in den Fluß einlief, Nach dem Passiren der Pissaro-Insel ist Vor-
sicht geboten, da sich eben unterhalb Bissao eine Bank weiter in das Fahrwasser
hinein erstreckt.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Gesundheitspals wird verlangt, und
zwar vom europäischen Hafen sowie von jeder der Kanarischen Inseln, die das
Schiff angelaufen hatte. Ein Ladungsmanifest, vom Konsul gestempelt, und ein
versiegelter Brief des Konsuls an den Zolldirektor müssen vorgezeigt werden.
Monrovia. *)
Nach Fragebogen No. 1810 des Kapt. B. Haken, D. „Ella Woermann“, vom 30. August 1901.
Zur Ergänzung der Angaben des Handbuchs der Afrikanischen Westküste
u. s, w. S. 59 diene Folgendes: Die Ashman-Huk wird durch angetriebenen Sand
weiter verschoben, Kin hoher Baum mit doppelter Krone, der nicht weit an der
anderen Seite des Flusses hinter Ashman-Huk aus dem Walde hervorragt, bildet
eine gute Landmarke. Das Wrack des liberischen Kanonenbootes „Rockwood“
wird durch eine rothe Tonne bezeichnet. Von ihr peilt Kap Mesurado mw.
SSW!/AW, Monrovia-Kirchthurm mw. SzO0!/sO, der bereits erwähnte hohe Baum
mw. S0O°%%40. Der Strom setzte trotz der Regenzeit nur mit etwa !/a Sm Ge-
schwindigkeit nordwestwärts, Löschen und Laden geht verhältnifsmäfsig gut
von statten, da auf der Barre selten so hohe Brandung steht, dafs Boote
nicht passiren können, Als Trinkwasser kommt nur Regenwasser zur Ver-
wendung. Die Ladung wird ‘in Booten über die Barre in den Flufs gebracht,
Passagiere landet man am besten am Westende der Krustadt.
Grofs-Bassa.*)
Nach Fragebogen No. 1811 des Kapt, B. Haken, D. „Ella Woermann“, vom 1. September 1901.
Lootsen und Schlepper sind nicht vorhanden. Als Landmarken dienten
die hohen Bäume von Grofs-Bassa und die Woermann-Faktorei. Von der Veranda
3) Vergl. auch „Ann. d. Hydr. etc,“ 1900, S. 248 ff. und 1901, S. 104 ff.
”) Engl. Adm-Kart. No. 600, Cacheo River to Isles do Los, No. 1724, 1726, 1727, Bijouga-Islands.
3) Siehe hierzu auch „N. f. S.“ 1901, No. 2378.
1‘) Engl, Adm-Kart. No. 1364; Cape Mesurado to Baffu Bay.