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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

178 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1902, 
versandete nach dem Abzuge der Nordamerikaner bald, die etwa 5 Sm flufs- 
aufwärts am linken Ufer auf einem niedrigen Hügel liegende Stadt Tampico, 
die auf drei Seiten von Wasser umgeben wird, verödete, Zahlreiche öffent- 
liche Gebäude sind die Ueberreste der früher bedeutenden Stadt. Seit 1890 ist 
die Regierung bemüht, durch Anlage von Wellenbrechern einen guten Einfahrt- 
kanal zu schaffen, wodurch man ein Wiederaufblühen des Handels zu erzielen 
vedenkt. Geographische Lage des Leuchtfeuers 22° 16,0'N-Br und 97° 50,0‘ W-Lg. 
Tampico hat etwa 17 0°0 Einwohner, darunter fünf deutsche. 
Landmarken. Kine gute, bei klarem Wetter 20 Sm weit sichtbare Land- 
marke bildet ein Baum auf dem Higueron-Hügel, 3 Sm südlich von der Einfahrt. 
Die Einfahrt wird man an den an ihrer Nordseite stehenden Hütten, Leucht- 
thurm, Semaphor und Flaggenmast ausmachen können. 
Ansteuerung, Man suche durch astronomische Ortsbestimmungen 
sowohl bei Tage als bei Nacht die Breite gut zu bestimmen. Die Strömungen 
an dieser Küste sind sehr stark und je nach Jahreszeit verschieden, der Strom 
getzt jedoch entweder nordwärts oder südwärts. Während der Regenzeit setzt 
der Strom nordwärts, man suche dann entsprechend südlicher Land zu machen. 
Bine gute Landmarke zur Berichtigung des Bestecks ist hier bei günstigem 
Wetter, was jedoch sehr selten zutrifft, das westlich von der Huk hegende San 
Juan-Hochland. Im Winter setzt nach Nordstürmen der Strom mit 2 Sm Ge- 
schwindigkeit südwärts, man laufe dann das Land nördlich von der Einfahrt 
an. Zur Berichtigung des Bestecks wird hier das Mecate-Hochland dienen. 
Die 180 m Grenze liegt etwa 22 Sm von der Mündung, die Wassertiefe nimmt 
dann allmählich auf 18 m in 2 Sm Abstand vom Lande ab, Grund weicher 
blauer Schlick ohne Beimischung von Sand. Näher am Lande ist er mit Sand 
gemischt. 
Lootsenwesen ist staatlich geregelt und untersteht dem Hafenmeister. 
Lootsenstation ist der Ort La Barra an der Flufsmündung. Es besteht Lootsen- 
zwang. Die Lootsen sind zuverlässig. Lootsengeld 1,25 $ für den Fufs Tief- 
gang. Lootsengeld für den Hafenlootsen 2 &. 
Leuchtfeuer. Kin weilses Gruppeublinkfeuer von 18 Sm Sichtweite 
(Leuchtweite 55 Sm) brennt 43 m über Hochwasser auf einem eisernen, sechs- 
eckigen, rotben '"’hurme an der Nordseite der Einfahrt. Es zeigt alle 30 Se- 
kunden drei rasch aufeinander folgende Blinke. 
Schleppdampfer. Zwei Schlepper sind Kigenthum der Central Mexika- 
nischen Eisenbahngesellschaft. Schlepplohn im Flusse 25 pesos. Segler zahlen 
bei 250 bis 700 Registertonnen Gröfse 75 pesos, 700 bis 1000 Registertonnen 
85 pesos, 1000 Registertonnen und mehr 10 c die Registertonne für Schleppen 
von See nach den Wellenbrechern und umgekehrt. 
Quarantäne. Die Lootsen können Schiffe mit reinen Gesundheitspässen 
bis zur Quarantänestation, die nicht weit von der Stadt liegt, bringen. Freier 
Verkehr mit dem Lande wird durch den Gesundheitsbeamten gestattet. Schiffe 
mit unreinem Gesundheitspasse müssen vor der Flufsınündung ankern und können 
am nächsten Tage nach geschehener Desinfektion, falls keine Krankheiten an 
Bord sind, einlaufen. 
Klima ist gemäfsigt. Die Gesundheitsverhältnisse am Orte sind im All- 
gemeinen günstig und besser als in Veracruz. Ansteckende Krankheiten werden 
von auswärts eingeschleppt und kehren in seltenen Fällen im nächsten Jahre 
wieder, wenn die Witterungsverhältnisse ihre Entwickelung begünstigen. Als 
ungesund gelten die Monate März bis Oktober. 
Zollbehandlung. Manifest, Proviantliste mit Angabe des Gewichts und 
Werthes, Passagierlisten mit Angabe des Gepäcks sind der Zollbehörde einzu- 
liefern. Dann kann die Erlaubnifs zum Löschen und Laden und Anlegen an 
die Landungsanlagen eingeholt werden. Kin Zollbeamter wird an Bord stationirt 
und mufß als Passagier erster Klasse verpflegt werden. Waaren, auch Gepäck- 
stücke, dürfen nicht ohne Erlaubnifs des Zollamtes von einem Schiffe auf ein 
anderes geschaflt werden. 
Ankerplatz auf der Rhede, wo man‘ auf den Lootsen wartet, findet 
man auf 20 m Wasser, Man peilt von hier den Leuchtthurm rw. S41° W (mw. 
SWzS). Vorübergehenden Ankerplatz findet man auch 2 Sm nordöstlich vom 
Leuchtthurm auf 11 m Wasser, gut haltender weicher Schliekgrund. Die Rhede
	        
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