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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Zur Küstenkunde Kubas. 
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Jardinillos-Bank an der Südküste. 
Vom Ver. St.-Kriegsschiffe „Yankton“ werden in einem Berichte vom 
27. Januar 1902 über Jardinillos-Bank und Jack Taylor-Riff folgende Bemer- 
kungen gemacht. 
Das Jack Taylor-Riff entspricht nicht der amerikanischen Karte No. 947; 
von dem Haupttbeile zweigt sich kein Steert rechtwinklig ab, an dessen Aufsen- 
kante flaches Wasser, an der Innenkante tieferes Wasser gefunden werden soll. 
In Wirklichkeit biegt das sich längs der ganzen Südgrenze der Jardines- und 
Jardinillos-Bänke erstreckende Riff in der Gegend des Jack Taylor-Riffes knie- 
förmig nach Süden ab. Das Riff erstreckt sich 2 bis 3 Sm weiter von den 
Inselchen als die Karten angeben. Auch liegen die Inselchen selbst etwa 3 Sm 
südlicher. Auf diese Weise kommt das Jack Taylor-Riff, wo es nach Süd ab- 
biegt, in die vom englischen Kommandanten H. D. Grant angegebene Lage, 
21° 28‘N-Br. und 81° 47‘ W-Lg. 
Auf dem Knie steht weniger Wasser und auffälligere Brandung als auf 
den anderen Theilen des Riffes, so dafs von Süden auf das Riff zusteuernde 
Schiffe ein alleinliegendes Riff vor sich zu haben meinen, wie man früher auch 
über das Jack Taylor-Riff berichtet hat. Durch zahlreiche Lothungen wurde 
festgestellt, dafs östlich, südlich und westlich vom Riffe andere Untiefen nicht 
liegen. Die Kante der Bank liegt in diesem Theile des Riffes !/2 bis %4 Sm 
aufserhalb des brandenden Theiles, auf ihr steht 27 bis 31m Wasser. Die 
Brandung ist auf mehrere Meilen deutlich sichtbar. 
Jucaro an der Südküste. 
Ansteuerung von Westen. Nach einer Meldung des Kapt. C. Howat, D. 
„Vimeira“, lief das Schiff die Bank an auf einem Punkte, von dem Blanco Zarza- 
Inselchen rw. N 70°O (mw. ONO), 5'/2 Sm peilte. Die Wassertiefen schwankten 
zwischen 8 und 16 m, Dann steuerte man rw. O0 (mw. O'/A4N), bis man Blanco 
Zarza rw. N 8°O (mw. N’420), 2'/2 Sm peilte. Von hier steuerte man rw. S82°0 
(mw. 0'/28S). Nachdem man auf diesem Kurse 16 Sm gut gemacht hatte, war 
man vom Lande an der Nordseite etwa 4 Sm entfernt, Medanos de Manati- 
Inselchen peilten rw. S8°W (mw. S'/zW), 6 Sın. Die Wassertiefen von Blanco- 
Zarza-Inselchen an betrugen 8, 9 und 11 m. 
Auf diesem Kurse 16 Sm weiter laufend, befand man sich 1 Sm südlich 
von dem in die Wasserlinie tretenden Bajo-Riffe. Bei schlichtem Wasser mufs 
dies Riff sehr gefährlich sein. Die Wassertiefen südwestlich vom Riffe betrugen 
12,8 und 14,6 m; etwa 1'/s Sm südöstlich vom Riffe fand man 16,5 und 18,3 m 
Wasser, Nach der amerikanischen Karte No. 947 hätte sich das Schiff nörd- 
lich vom Riffe befinden sollen. 
Vom Bajo-Riffe steuerte das Schiff rw. N 60°0 (mw. N0z0’'40) 12 Sm 
und ankerte auf 5,2 m Wasser über weichem schlickigen Grunde. Man peilte 
Jucaro-Landungsanlage rw. N35°0 (mw. Nz0!40), 6'/2 Sm, das westlichste 
Inselchen rw. Süd (mw. S!40), 3 Sm, und die Palo Alto-Bake rw. S77° W 
\mw. WSW>/W), etwa 6'/s Sm entfernt. Nach mehreren Beobachtungen lag 
der Ankerplatz auf 21° 34‘ N-Br. und 78° 54‘ W-Le. 
Tampico. © 
Nach Konsulatsfragebogen No. 1888 vom 31. Dezember 1901, ergänzt nach französischen und 
amerikanischen Quellen, 
Tampico ist nach Veracruz der bedeutendste Hafen an der Ostküste 
Mexicos. Die Einfahrt zum Flusse Tampico oder Panuco wird durch eine 
Barre versperrt. Im Kriege mit Mexico schufen die Nordamerikaner 1846 in 
wenigen Monaten eine Fahrrinne über die Barre und konnten dadurch das 
mexikanische Hochland über Tampico mit Waaren versorgen. Die Fahrrinne 
1) Letzte Veröffentlichung in den „Ann, d. Hydr. etc.“ 1891, S. 171; Brit. Adm-Krt, No, 2854, 
Harbours in the Gulf of Mexieo, mit Plan.
	        
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