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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1902.
Zwei grofse Untiefen vor der Maria Habana-Huk, der südöstlichen Huk
am nordöstlichen Ufer, und vor dem gegenüberliegenden Ufer engen den Anker-
platz stark ein. Die Kante der südwestlichen Untiefe wird durch eine weilse
Bake mit Korbtoppzeichen, deren Spitze 1,8 m über Wasser ist, bezeichnet. Die
Durchfahrt zwischen diesen Untiefen ist 2'%2 Kblg breit. Der innere Anker-
platz ist bedeutend gröfser, auch liegen die vorhandenen Untiefen dicht
unter Land.
Der Hafen besteht aus drei grofsen Buchten. Die mittlere umfafst die
beschriebenen Ankerplätze. Die östliche ist von der mittleren durch Bruja-,
Medio- und Largo-Eiländer getrennt. Die Einfahrt führt zwischen den beiden
letzten hindurch und hat tiefes Wasser. Die östliche Bucht ist meist flach;
5,5 m tiefgehende Fahrzeuge können jedoch %/4 des Weges bis zu dem an der
Ostseite der Bucht liegenden Quemado-Inselchen zurücklegen. Unter Lootsen-
führung kann ein 3,3 m tiefgehendes Fahrzeug bis an die Landungsanlagen der
Kuba-Fruchtgesellschaft laufen. Die Anlagen sind am schmalen Esteron-Arme
der Bucht, der gleich hinter dem Quemado-Inselchen beginnt, erbaut.
Die westliche Bucht wird durch das Alto-Inselchen von der mittleren
getrennt. Um die Nordwest-Spitze des Alto-Eilandes führt ein schwierig zu
befahrendes Fahrwasser, das für alle Schiffe fahrbar ist. Die 3 m-Stelle läfst
man an B-B. Die Wassertiefe in der Bucht ist grofs, eine 4,6 m-Stelle ver-
bindet das kleine Inselchen in ihrer Mitte mit dem südöstlichen Lande. Die
Südostspitze der Alto-Insel können nur Schiffe von 3,0 m Tiefgang umsteuern.
Gezeiten. Die Hafenzeit ist 7" 53”, die Fluthhöhe bei Springtide beträgt
0,85 m, bei mittleren Tiden 0,58 m. Der Nullpunkt der amerikanischen Karten
liegt 0,18 m über Springtide-Niedrigwasser. Die Gezeitenströme erreichen
höchstens 1,3 Sm Geschwindigkeit.
Wind und Wetter. Der Nordostpassat ist der vorherrschende Wind, er
beginnt gewöhnlich gegen 10° V und flaut gegen Abend ab. Die Regenzeit
dauert von Mitte Mai bis Dezember, Regenböen treten dann fast täglich ein.
Im Juni und Juli sind die Mosquitos sehr lästig.
Bemerkungen über die Pines-Insel an der Südküste.
Puerto Frances. Ankerplatz, wie er auf der Brit. Adm-Krt. No. 2579
und in der Segelanweisung gegeben wird, ist nur für Segler, die bei un-
günstigem Winde schnell unter Segel gehen wollen, geeignet. Andere Fahr-
zeuge ankern auf 9 bis 16 m Wasser in der Bucht nördlich von Perdenales-
Huk, von wo sie die Huk rw. S3°W (mw. Süd) peilen. Dieser Ankerplatz
wurde bei mehreren Besuchen des Ver, St.-Kriegsschiffes „Yankton“ als völlig
ausreichend gefunden. Der Ankergrund in allen Theilen der Bucht hält gut.
Man braucht auch nicht weifse Stellen, wie die Segelanweisung angiebt, aus-
zusuchen,
Carapachibey-Bucht, an der Südküste der Pines-Insel, hat bedeutende
Ausdehnung und bietet sichere und bequeme Ankerplätze, die nach WNW bis
0SO über N gut geschützt liegen und Schiffen jeder Art gegen Nordstürme
Schutz gewähren. Der harte Korallengrund hält gut, jedoch bei starken auf-
landigen Winden nicht genügend.
Landmarken. Den mittleren und gröfsten der drei auffälligen Gipfel im
Innern der Pines-Insel bringt man in etwa rw. N 8°O (mw. N*/2O)-Peilung und
läuft auf dieser Peilung auf die Bucht zu. Ein grofses Kubanisches Haus an
der Nordwestseite der Bucht ist eine auffällige Landmarke. Das Haus ist
mit Kokospalmen umgeben, auch stehen in seiner Nähe vier oder fünf Kokos-
palmen zusammen.
Ankerplatz. Guten Ankerplatz findet man, wenn man das Kubanische
Haus etwa rw.N 17° W (mw. NzW?/4W) peilt und die östliche Huk rw.S53°0
(mw. SOzO). Gut geschützten Ankerplatz auf 2,4 m Wasser, der durch Buhnen
bezeichnet wird, finden Fischerfahrzeuge im nordöstlichen Theile der Bucht.
Gezeiten. Die Fluthhöhe soll 0,6 bis 0,8 m betragen.
Trinkwasser ist nicht zu haben,
Etwa 3 Sm östlich von dieser Bucht liegt eine von See aus in einiger
Entfernung sichtbare Bucht, die durch eine Klinppenkette versperrt wird.