Civita vecchia,
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beiden ist etwa 1 Kblg breit. An den inneren Hafen schliefst sich an dessen
Nordseite ein etwa 28 ha großes, geschlossenes Hafenbecken an, in das eine nur
16 m breite Einfahrt führt. Es wird nur von Küstenfahrern benutzt. Das nach
dem Vorhafen hin offene Hafenbecken Nuova Darsena ‚wird an der Südwest-
und Südostseite durch zwei in stumpfem Winkel aneinander stofsende Hafen-
dämme; die durch Aufschütten der früheren südlichen Einfahrt gewonnen werden,
begrenzt. Die Ostseite dieses Beckens begrenzt die im Bau befindliche Ver-
breiterung der Bicchiere-Mole. Die aus dem Vorhafen in den inneren Hafen
führende Einfahrt ist zwischen dem Nordwestende des alten Wellenbrechers
und dem Kopfe der Lazzaretto-Mole etwa 130 m weit; die Einfahrt in die
Nuova Darsena ist zwischen dem südöstlichen Ende des Wellenbrechers und
dem Kopfe der Bicchiere-Mole etwa '/a Kblg breit. Durch Baggerungen hat
man im inneren Hafen eine gröfste Wassertiefe von 6m erzielt, in dem vom
Wellenbrecher begrenzten Theile des Hafens 7 bis 8 m; im Vorhafen ist eine
80 m breite und 8 m tiefe Fahrrinne. ausgebaggert.
Vorläufig ankern die Schiffe noch innerhalb des Wellenbrechers und
machen auf diesem Hecktrossen fest, am besten Hanftrossen. Starke Hanf-
trossen werden von der Hafenverwaltung auf Wunsch frei geliefert, man mufs
jedoch jeden entstandenen Schaden theuer bezahlen. Löschen und Laden
geschieht mit Leichtern. Die Hafendämme sollen mit Kaianlagen und Gleisen
versehen werden, so dafs dann die Schiffe direkt an den Hafendämmen löschen
können. Besondere Vorschriften über Liegeplätze u. s. w. giebt es nicht, die
Schiffe löschen und laden, wo sie Platz finden. a
Bei südwestlichen Stürmen, die im Winter häufig auftreten, läuft die See
über den Wellenbrecher hinweg, die Schiffe liegen dann im Hafen sehr unruhig,
die Rhede aufserhalb des Wellenbrechers ist in dieser Zeit sehr unsicher.
Fünf feste Dampfkräne, ein schwimmender Dampfkran und ein Hand-
kran sind vorhanden. KEisenbahnverbindung des Hafens‘ mit dem Bahnhof
ist geplant. .
Hafensignale werden nach dem internationalen Signalbuch am Maste
bei der Lootsenwache gezeigt. Als Sturmsignal wird ein schwarzer Ball gehifst.
Dockanlagen. Ein kleines Schwimmdock für Torpedoboote gehört der
Regierung; aufßserdem ist eine Werft für ganz kleine Fahrzeuge vorhanden.
Eine Reparaturwerkstätte und Giefserei kann Ausbesserungen ausführen, die
Kosten belaufen sich jedoch sehr hoch. ;
Hafenunkosten. Ankergeld für Dampfer 1,40 Lire die Registertonne
netto. Diese Abgabe hat 30tägige Gültigkeit. Im Jahresabonnement bezahlt
man 4,20 L. die Registertonne. Ankergeld für Segler 0,80 L. die Register-
tonne, gültig für ein ganzes Jahr, gleichviel wie viele Landungsplätze in Italien
während des Jahres angelaufen werden. Dampfer und Segler, die nicht mehr als
\/s oder */ı0 ihrer Registertonnen Anzahl Waaren löschen oder laden, zahlen nur
U oder !/4 der Ankergebühren. Löschen oder laden sie nur '!/2o ihrer Registertonnen
Anzahl Waaren, so wird für jede gelöschte oder geladene Tonne 5L. erhoben.
Von der Zahlung des Ankergeldes sind befreit: Kriegsschiffe aller Nationen,
Lustfahrzeuge, Schiffe, die aus Seenoth oder zwecks Proviant- oder Kohlenüber-
nahme einen Hafen anlaufen, ohne Handelsgeschäfte zu machen. Gesundheits-
pafßs für Dampfer unter 501 Registertonnen 2 L., von mehr als 501 Register-
tonnen 5 L., für Segler über 501 Registertonnen 2 L.
Lootsengeld einlaufend 0,10 L. die Registertonne, auslaufend 0,05 L.
die Registertonne, jedoch mindestens 20 L. und höchstens 200 L. Ballast kostet
etwa 2,50 L. die Tonne. Schlepplohn nach Uebereinkunft. Beispiel einer Kosten-
rechnung für einen deutschen Dampfer von 1591 Registertonnen netto Gröfse:
Lootsengeld einlaufend 10 C, die Registertonne, auslaufend 5 C. die Registertonne 238 L, 63 C.
Vertäuen und Loswerfen . . 00000000 0 0 RR Ka Hs 2, 50
Ankergeld 1591 Registertonnen ä 1,40L. . . . + . ‚ . 2227 40
Gesundheitspafs, Manifeste, Zollspesen . . . + + us . 50
Konsulatsabgaben . . . . 71 70
Bootmiethe , , . 0.0.00 2 0 2 4 50.
Feuerwächter 3 L. die Nacht, Tallyman beim Löschen 5 L. den Tay