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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Zur Küstenkunde von Portugal. 
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Küste südlich von der Insel Pecegueiro. 
Von Pecegueiro bis zur Lavadouro-Huk ist die Küste felsig; einzelne, 
jedoch gut sichtbare Klippen sind ihr vorgelagert. Das Land ist hügelig und 
zeigt niedrigen Pflanzenwuchs. Vor der Lavadouro-Huk erstreckt sich ein 
Felsenriff; eine dieser Klippen eben südlich von der Huk hat die Gestalt eines 
schlafenden Löwen. Die beiden Huken Lavadouro und Cavalleiro sind in der 
englischen Admiralitäts-Karte nicht richtig gezeichnet; ihre dort angegebene 
Gestalt weicht von der der Landkarte wesentlich ab. Auch die nicht vor- 
handene Sardäo-Bucht ist in der englischen Admiralitäts-Karte noch immer 
verzeichnet. Südlich von der Cavalleiro-Huk hat die Küste ungefähr dasselbe 
Aussehen wie südlich von Pecegueiro. Gute Landmarken sind der Höhenzug, 
der im Cercal endigt, und weiter südlich ein anderer mit dem Berge Säo 
Theotonio, der von einer geodätischen Pyramide erster Ordnung gekrönt wird. 
Südlich von der Atalaya-Huk ist die Küste steiler und dunkel gefärbt und 
scheint stellenweise aus Basalt zu bestehen. 
Arrifana- Bucht. 
Diese regelmäfsig in die Küste einschneidende Bucht bietet gröfseren 
Schiffen gute Ankerplätze und ist an der Landseite gegen nordnordwestliche Winde 
gut geschützt, da die von der Arrifana-Huk an der Nordseite der Bucht nach 
Westen sich erstreckenden Inselchen und Riffe einen natürlichen Wellenbrecher 
bilden. Der beste Aukerplatz ist auf 11 m Wasser, Sandgrund, südöstlich von 
der Arrifana-Huk. Etwas weiter nördlich findet man ebenfalls Sandgrund, der 
nach den Angaben von Fischern jedoch nur aus einer dünnen Schicht besteht. 
Unmittelbar darunter ist der Grund felsig. 
An der Südseite ist die Bucht: durch eine natürliche Bake, ein gut 
kenntliches Inselchen, das die Gestalt eines hohen, schmalen Obelisken hat, 
gekennzeichnet, Im Norden und SO ist die Bucht von hohen Felsen 
und im Osten von Sandstrand eingefafst, von dem ein Fulsweg nach dem etwa 
3 Sm entfernten Ort Aljezur führt. Im Sommer kommen die Fischer von 
Sardäo hierher, um zu fischen und ihren aus Muränen, Meeraalen u. 8. w. 
bestehenden Fang in Aljezur zu verkaufen. Es werden auch Albakore, Hai- 
fische, Tintenfische u. s. w. gefangen. Sardinen kommen hier ebenfalls vor, 
der Fang wird jedoch wegen Mangels an Netzen nicht betrieben. Im Hafen 
ist nur ein Fischerfahrzeug beheimathet. 
In Aljezur sind frischer Proviant und Trinkwasser zu haben. Das in 
der Nähe der Bucht vorhandene Wasser soll schlecht sein. Auf dem Sandstrande 
kann man wegen der dort stehenden Brandung und wegen des flachen Strandes 
im Allgemeinen nicht landen, sondern zwischen einigen Felsen nordöstlich vom 
Ankerplatze und etwas westlich vom Nordende des Sandstrandes. Bei Seegang 
ist dieser Landungsplatz wegen der dort liegenden blinden Klippen nicht zu 
empfehlen. Man kann ihn dann höchstens während der Mitte der Tide oder 
bei Hochwasser benutzen, mufls aber, wenn man nicht gute Ortskenntnifs 
besitzt, stets mit der gröfsten Vorsicht verfahren. Man lande in einer kleinen 
Bucht und gehe über die Felsen des Strandes, bis man den Sandstrand erreicht. 
Um den Weg nach Aljezur zu finden, mufs man bis zu einem kleinen Hause 
gehen, das nördlich vom Sandstrande steht. Auf der Landkarte ist der Sand- 
strand nicht verzeichnet; es ist möglich, dafs er von dem Meere erst kürzlich 
angeschwemmt worden ist.
	        
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