170 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1902,
aoch einmal auf die früher („Ann. d. Hydr. etc.“ 1901, Seite 256) gegebenen
Anweisungen hingewiesen. Der beste Ankerplatz für kleine Dampfer liegt
etwas innerhalb der Stelle, die früher als innerer Ankerplatz bezeichnet wurde.
Da dieser Hafen nirgends vollständig rein ist, sollte man sich vor dem
Ankern stets von der Grundbeschaffenheit überzeugen. Während der Ver-
messungsarbeiten (im Winter) lagen die früher erwähnten Fischereivorrichtungen
an der Klippe südlich vom Portinho de Revez nicht aus.
Lamparoeira-Huk.
Diese Huk, die nach der Engl. Admiralitäts-Karte keine Untiefen in
ihrer Umgebung hat, scheint jetzt von flachem Wasser umgeben zu sein. Bei
Seegang aus WNW wurde bis etwa !/2 Sm seewärts von der Huk Brandung
wahrgenommen, Da der gerade Weg zwischen dem Kap Roca und Nieder-
Peniche nahe an dieser Huk vorbeiführt, müssen besonders Schiffe mit grofsem
Tiefgang darauf achten, dafs sie hier in genügender Entfernung vom Lande
bleiben. Es wäre wünschenswerth, dafs bei ruhigem Wetter hier Lothungen
vorgenommen würden.
Kap Espichel.
Magnetische Störung. Nach einer hydrographischen Karte soll die
Kompafsnadel, wenn man in 600 m Abstand vom Kap passirt, wild werden.
Beim Passiren des Leuchtthurms in 1000 m und des äufsersten Endes des Kaps
in etwa 900 m Entfernung wurden wiederholte Peilungen des Leuchtthurms
und der Sonne vorgenommen und gleichzeitig der Abstand vom Lande durch
Winkelmessungen bestimmt. Da bei achterlicher See das Schiff ziemlich stark
collte, können wohl gröfsere Beobachtungsfehler vorgekommen sein. Irgend
eine systematische Aenderung der Mifsweisung, wie man sie nach dem Vorher-
yesagten erwarten sollte, wurde jedoch nicht bemerkt. Es ist daher zweifelhaft,
ob ein beständiger oder wenigstens ein so beträchtlicher magnetischer Einflufs
besteht.
Küste zwischen Setubal und Sines.
Die englische Karte dieser Küstenstrecke ist in den Lothungen sehr
ungenau. Bei zwei Lothwürfen dicht bei Sines, etwa 1'/, Sm vom Strande
entfernt, wurde mit 20 Faden kein Grund gefunden. Während die Küste in
dieser Gegend niedrig und sandig ist, liegt der Ort Sao Tiago do Cacem hoch
auf einem Berge. Nördlich von der Halbinsel Sines scheint man einigermafsen
Schutz gegen südliche See zu finden. Man mufs sich jedoch vorher durch das
Loth von der Beschaffenheit des Ankergrundes überzeugen.
Insel Pecezueiro.
Aus den Aufnahmen der Insel und des inneren Ankerplatzes ergiebt
sich Folgendes: An der Westküste der Insel liegen verschiedene meist über
Wasser sichtbare Klippen und ein gut kenntliches Riff. Die wirkliche Gestalt
der Insel weicht von der in der Landkarte gegebenen beträchtlich ab, aber
es ist sehr wahrscheinlich, dafs die Veränderung durch die Zerstörungsarbeit
des Meeres, das an der Seeseite tiefe Buchten ausgehöhlt hat, entstanden ist.
Grofse dort vorhandene Felsmassen können jeden Augenblick zusammenstürzen.
Das Landen im Norden vom Foıit auf dem Festlande ist bei quer auf die Küste
zu laufender See nicht immer möglich. Trotz des Schutzes der Insel bilden
sich Wirbel, die Booten gefährlich werden können. Auch die Riffe, die nur
bei Niedrigwasser sichtbar werden, erfordern grofse Vorsicht. Kleine Dampfer
können den Ankerplatz etwas nördlich von der Verbindungslinie der beiden
Forts auf der Insel und dem Festlande aufsuchen, wenn sie sich dicht an der
Insel, etwa 1 Kblg von ihr entfernt, halten und das Fort auf der Insel
höchstens rw. N65°W peilen. Nordöstlich von diesem Ankerplatz und in
der Mitte der Durchfahrt liegt ein bei Springtide-Niedrigwasser trocken-
fallendes Riff. Der nördliche Theil der Durchfahrt ist nicht genau untersucht
worden; der dort befindliche Ankerplatz soll nach Lootsenangaben sehr unreinen
Grund haben.