Ann. d. Hydr. etc., XXX. Jahrg. (1902), Heft IV.
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Zur Küstenkunde von Portugal,”
Nach „Avisos aos navegantes“ No. 2, Lissabon. Januar 1902.
Peniche de Cima (Ober-Peniche).
Ingueiro. In der Bucht von Ober-Peniche finden Küstenfahrer und
sonstige kleine Fahrzeuge Schutz- und Landungsplätze, wenn der Ingueiro-
Kanal nicht brandet oder wenn der Seegang überhaupt das Befahren dieses
Kanals zuläfst. Der Ingueiro-Kanal ist eine etwas über 20 m breite Durch-
fahrt zwischen zwei Riffen, von denen das eine in der Mitte der Bucht liegt,
während sich das andere von dem Felsen an der Westseite der Bucht erstreckt,
auf dem die Ruinen des Forts da Luz liegen. Die geringste Wassertiefe in
dem Kanal wurde bei Springtide-Niedrigwasser zu 3,5 m gefunden; die Länge
des Kanals beträgt in der ungefähren Richtung rw. N 33°0 etwa 50 m. Diese
Peilung,. der Wachtthurm im Fort von Peniche de Baixo (Nieder-Peniche)
etwas östlich frei vom San Pedro-Kirchthurm oder der Unterbau des Wacht-
thurms in Berührung mit dem Kirchthurm, zeigt gleichzeitig den besten äufseren
Ankerplatz an. Je nach der Windrichtung mufs man sich mehr an der einen
oder andern Seite des Kanals halten, der zu einem Lago (See) genannten
Becken mit gröfserer Wassertiefe und felsigem Grunde führt, wo keine Bran-
dung aufkommt. Hier können die Fahrzeuge sicher liegen, müssen jedoch gut
nach dem westlichen Riffe des Kanals hinholen. Bei Seegang warten die
Fischer in diesem Becken die günstige Gelegenheit zum Landen ab, das sie
am Strande an drei verschiedenen Stellen bewerkstelligen können, entweder
in der Mitte eines engen nach NW offenen Kanals bei dem nordöstlichen
Bollwerk des Forts, oder an der Ostseite des theilweise stets über Wasser
sichtbaren Camboa-Riffs vor diesem Bollwerk, oder am Strande beim äufsersten
Westende der Mauer; der letztere Landungsplatz ist jedoch weniger gut,
Zur Bezeichnung der Richtung des Ingueiro-Kanals bei Nacht sollen zwei
Leitfeuer errichtet werden, die für die Fischer und Küstenfahrer von grofsem
Nutzen sein werden.
Baleal-Bucht.
Die Baleal-Bucht bietet Dampfern bis zu Mittelgröfse guten Schutz;
wenn Seegang von NW den Aufenthalt in der Ober-Peniche-Bucht unbequem
macht, kann man etwa !/a Kblg östlich von der Baleal-Huk, wenn die Durch-
fahrt zwischen der Huk und der Aeufseren Insel (Ilha de Fora) sich zu
schliefsen beginnt, ankern. Der Ankerplatz hat 7 m Wasser, Sandgrund,
weist jedoch einige felsige Stellen auf. Bei der Anstenerung des Ankerplatzes
kann man sich dicht an der Aeufsersten (Ilha de Fora) und an der Aeufseren
Insel halten. Die beiden Landungsplätze sind nicht so gut wie die von
Ober-Peniche:; der Baleal-Landungsplatz mit Sandstrand liegt eben südwestlich
vom Ankerplatze, während der etwas nördlicher gelegene Santo Estevam-
Landungsplatz nur an der Stelle Sandstrand hatte, die zur Zeit dieser Ver-
messungsarbeiten für das Rettungsboot freigemacht war. KEtwa 2 Kblg südlich
vom Ankerplatze nimmt die Wassertiefe ab. Bei Seegang zeigt sich hier schon
Brandung. Auf der Baleal-Huk steht ein aus modernen Häusern bestehender
Badeort. Eine Beeinflussung der Magnetnadel durch das Land, wie dies vielfach
ausgesprochen worden ist, hat sich während der Vermessungsarbeiten in dieser
Gegend nicht ergeben. Die Baleal-Huk ist bei Hochwasser vom Festlande
getrennt und daher in den Landkarten als Insel verzeichnet.
Peniche de Baixo (Nieder-Peniche).
Bei verschiedenen Besuchen dieses Hafens wurde bei Seegang von SW
in der Einfahrt zum Portinho de Revez Brandung angetroffen; es wird daher
ty Vgl. „Ann d. Hydr. etc.“ 1901, S. 255. Brit. Adm-Krt. No, 87 und 1515.
Ann. a. Hvdr. ete.. 1902. Haft TV.