Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1902,
Waarenverkehr:
Gewicht Werth
Einfuhr , . , . . 83617t 5 Millionen Mark.
Ausfuhr. . . . . 383714, 21
Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus rohen Häuten, Korn, gesalzenen
Fischen, Kohlen, Woll- und Baumwollgarnen, Manufakturwaaren, Kisenwaaren,
Chemikalien, Zucker.
Die Ausfuhr besteht aus Leder, Gemüse, Tabak, Schmirgel, Valonea,
Südfrüchten, Wein.
Die Industrie umfaßt 7 Gerbereien, 2 Webereien, viele Weizenmühlen
und mehrere Fabriken, die aus Zucker das berühmte Rahat Lukumia oder Turkish
delight herstellen, mehrere Branntweinfabriken, 2 Hutfabriken,
Regelmäfsige Dampferlinien. Syra wird von den Dampfern der neuen
griechischen Dampfschiffahrtsgesellschaft fast täglich, von denen des österreichischen
Lloyd einmal wöchentlich, von denen der türkischen Dampfschiffahrtsgesellschaft
Courzi einmal wöchentlich und der griechischen Gesellschaft Lambros zweimal
wöchentlich, von denen der Messageries maritimes einmal wöchentlich angelaufen.
Aufserdem verkehren dort die Dampfer der Cunard Cie., von Papayanni, J. Mofs,
J. Leyland, Westcott Laurence und die Dampfer der Deutschen Levante-Linie in
unregelımäfsigen Zwischenräumen.
Acht Telegraphenkabel der Kastern Telegraph Co. münden in Syra
und führen nach Piräus, Thernia, Chios, Kreta, Zante, Malta, Alexandrien, Korfu,
Tenedos, Smyrna, Saloniki, Konstantinopel. Auch ist Syra mit den anderen
Kykladen telegraphisch verbunden,
Schiffsausrüstung. Vorrath an Cardiff-Kohlen bei drei Firmen etwa
5000 Tonnen. Kohlenpreis 1899 222/s ‚4, 1900 36,70 M per Tonne. Türkische
und griechische Kohlen haben die Unkosten des Transportes nicht gedeckt. Die
Kohlen werden in Leichtern von 80 bis 90 Tonnen Tragfähigkeit längseseit
gebracht. 400 bis 650 Tonnen können in einem Tage übergenommen werden.
Da, wie schon gesagt, Dampfer, die nur Kohlen einnehmen, weder Leuchtfeuer-
noch Hafenabgaben zahlen, so ist Syra, da auch stets grofse Kohlenleichter
fertig liegen und die Kohlenpreise gegen andere Häfen der Levante günstig
sind, zum Ergänzen des Kohlenbestandes sehr geeignet. Ein grofses Schiff sollte
zwecks Kohlenübernahme auf 18 m Wasser über sandigem Grunde ankern, von
wo es die Huk beim Neuen Lazareth rw. S5°W (mw. S’/W), die Mühle am
Strande rw. S 79° W (mw. W'428), und den Kopf des Wellenbrechers rw. N40°O0
'mw. NO) peilt. Bei nördlichen Winden und weiter draufsen können die Kohlen-
leichter meist nicht längsseit liegen.
Frischer und Dauerproviant ist reichlich und billig zu haben.
Trockenes Obst, Feigen, Korinthen, Datteln, Pflaumen sind nur in geringer
Menge vorhanden. Trinkwasser lefert ein Wasserboot gegen 3,20 A die
Tonne. Im Sommer ist das Wasser minderwerthig. Andere Schiffsausrüstung
ist vorräthig, neue Ankerketten 42 bis 56.4 per 100 kg, Anker 29 bis 43 A
per 100 kg, Tauwerk, Segeltuch, Farben, Schmieröl preiswerth.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutscher Konsul ist G. Dalleggio.
Das Konsulat liegt oberhalb des Rathhauses, 1 Kblge. vom Kai an der Hermes-
strafse. Das Hafenamt (Limenarcheion [Ayısvagyetov]) und das Lootsenamt liegen
im Zollhause. Agent der Levante-Linie und der A. C. de Freitas-Linie ist am
Orte. Das städtische Krankenhaus und das Militärkrankenhaus gewähren See-
leuten unentgeltlich Verpflegung. Matrosenheuer betrug durchschnittlich (1900)
50.4. Heizerheuer 65 AM.
Phoenix-Hafen an der Südwestküste der Insel ist größer und besser
gelegen als der von Hermupolis, jedoch nach West bis Südwest offen. Der
Ankergrund im Hafen ist gut.