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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

In 
Annalex der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1902 
=: "Die Küste "und zumal der Osten lag fast anhaltend im Bereichevon 
Depressionen, die.‘ mit ihren Centren.. über Nordeuropa schritten und viel- 
fach tiefe Theilminima entwickelten. Da gleichzeitig über der Mitte Kontinental- 
europas meist von Südwesten oder Westen her ausgebreitet hoher Luftdruck 
vorherrschend war, so zeichnete sich der Monat durch viele und zum Theil 
schwere Stürme aus. Das Vorwalten von Winden aus westlichen Richtungen 
bedingte hohe, ziemlich gleichmäfsig um etwa 5° die normalen Werthe über- 
steigende . Mitteltemperaturen, verbunden mit starker Bewölkung und die 
vieljährigen. Werthe meist erheblich überschreitenden Niederschlagsmengen; 
die registrirten Windgeschwindigkeiten waren im Monatsmittel mehrfach um 
2 bis 5 m pro Sekunde zu grols, 
Winde aus östlichen Richtungen waren selten und besonders wurden Wind 
aus ONO bis SO, in gleicher Weise wie Windstillen nur ganz vereinzelt beobachtet. 
Steife und stürmische Winde traten in grösserer Verbreitung auf: aus 
dem Südwestquadranten am 1, an der ganzen Küste, fast überall Stärke 8 er- 
reichend und am 2. theilweise stürmisch an der Nordsee; am 3. aus nördlichen 
Richtungen, vielfach stürmisch, an der preussischen Küste; aus dem Südwest- 
quadranten am 4, vereinzelt stürmisch im Westen und Osten, und am 5, und 6, 
nach dem Nordwestquadranten drehend an der ganzen Küste, fast überall Stärke 
8 und vielfach Stärke 9 erreichend; am 7. und 5. an der mittleren und östlichen 
Ostsee aus dem Nordwestquadranten vielfach stürmisch; am 9. aus dem Südwest- 
quadranten an der ganzen Küste auffrischend und vielfach steif wehend, in der 
folgenden: Nacht theilweise stürmisch werdend und am 10, meist stürmisch; am 
1. aus dem Nordwestquadranten an der mittleren Ostsee steif, an der preufsischen 
Küste mehrfach bis Stärke 9; aus dem Nordwestquadranten ostwärts bis Rügen 
in der Nacht zum 13. einsetzend, an der ganzen Küste am 153., meist bis 
Stärke 8 an der Nordsee, meist Stärke 9 oder darüber von Rügen ostwärts 
erreichend, und am 14. über diesem Gebiet noch meist bis Stärke 8; an der 
ganzen Küste aus dem Südwest- nach dem Nordwestquadranten drehend und 
fast überall Stärke 8, an der Ostsee meist 9 erreichend, im Westen am 15,, 
im Osten in der folgenden Nacht einsetzend und an der ganzen Küste am 16, 
anhaltend; aus dem Südwestquadranten von der Elbe bis Mecklenburg iu der 
Nacht zum 20. stürmisch werdend. und am ZU, an der ganzen Küste fast überall 
bis Stärke 8, im Osten meist bis Stärke 9 oder 10; am 21. an der preufsischen 
Küste stürmisch aus dem Nordwestquadranten; an: der Nordsee aus dem Süd- 
westquadranten vielfach stürmisch in der Nacht zum 25. und ’am folgenden 
Tage; am 260. an der Nordsee «meist aus dem Nordwestquadranten, Stärke 9 
und darüber erreichend, und. an der Ostsee ostwärts bis Pommern aus dem 
Südwestquadranten in Stärke 7 bis 8; am 27. an der mittleren und östlichen 
Östsee aus’ dem Südwestquadranten meist steif und vereinzelt. stürmisch. , 
. Die Morgentemperaturen lagen fast durchweg über den: normalen 
Werthen: relativ kühle Morgen traten in grösserer Verbreitung nur. am .Jö. an 
der. ganzen Küste, sowie am 28., 30. und 31. an der westdeutschen Küste, und 
vereinzelt am 14., 19. und 27. auf. ‚In ihrem Gang von Tag zu Tag zeigten 
die Morgentemperaturen auf den Normalbeobachtungsstationen nach wenig 
Aenderung während der ersten Pentaden Abnahme bis zum 14. oder 15., worauf 
wieder starke Zunahme bis zum 16. erfolgte und eine Zweite längere Periode 
besonders hoher Morgentemperaturen eintrat, die nur im Osten durch eine starke 
Erniedrigung am 19, eine erhebliche Unterbrechung erfuhr; die letzte Pentade 
brachte meist Abnahme bis zum 28., am 29. ein Steigen und im den letzen 
Tagen einen weiteren Rückgang der Morgentemperaturen. 
Die Temperatur lag an der Küste zwischen der höchsten Temperatur 9,6° 
von Wilhelmshaven und der niedrigsten — 8,1° von Memel, schwankte also um 
17,7°, während auf den Stationen die kleinste Schwankung in Borkum 10,5° 
and die gröfste 13,9° in Wilhelmshaven betrug. — Die aus den Aenderungen 
der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der 
Aenderungen als arithmetisches Mittel für die drei Beobachtungstermine be- 
rechnete interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur (I. T. V.) lag mit ihrem 
gröfsten Werthe zwischen 1,3° und 2,8° und zeigte ihre gröfsten Werthe meist 
am. Morgen wie ihre kleinsten am Mittag, entsprechend den winterlichen Ver- 
hältnissen.. ..
	        
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