L58
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1902.
zwei Kblg. südlich von der rothen Tonne auf der Südkante der Bank. Nachdem
das Schiff vor 80 m Kette auf ONO geschwait war, fand man dicht beim Hinter-
schiff flaches Wasser. Das Wasser flacht in diesem Theile des Hafens sehr
schnell an.
Durch Beobachtungen auf dem inneren Ankerplatze westlich von der
Laja-Bank fand man, dafs sich das Land in der Nähe der Gorda-Huk beträcht-
lich weiter nach Ost erstreckt, als auf der amerikanischen Karte No. 1417
angegeben ist. Maya-Huk und der Leuchtthurm darauf liegen bedeutend weiter
südöstlich, auch scheinen einige Festungswerke und Gebäude im Hafen, die als
Landmarken dienen, ungenau angegeben zu sein.
Eine rothe, spitze Tonne, die auf der Karte nicht angegeben ist, liegt
nahe an der Aufsenkante des Riffs südwestlich von der Gorda-Huk, etwa
1? Kblg südöstlich von der Lootsenstation. Zwei roth und schwarze stumpfe
Tonnen liegen im inneren Hafen zwischen Arafıa del Norte und Arafa del
Sur, sind aber auf der Karte nicht angegeben,
— 5. Romana an der Südküste Haitis, (Nach einem Konsulatsberichte vom
27. November 1901.) Der Hafen von Romana, etwa 20 Sm östlich von San
Pedro de Macoris, wird in kurzer Zeit für die Schiffahrt geöffnet werden. Der
Hafen bietet gegen Stürme ziemlichen Schutz. Die Wassertiefe bis dicht unter
Land ist grofs. An der engen Einfahrt zu der eigentlichen Bucht liegen mehrere
theils sichtbare, theils unsichtbare felsige Riffe. Gröfsere Dampfer können nicht
schwojen. Ein amerikanisches Syndikat hat laut Vertrag mit der Regierung
den Bau von Hafenanlagen übernommen, Der Hafen ist nur ungenügend
vermessen.
6. Port of Spain. (Nach einem Reisebericht S. M. S. „Falke“, Komdt.
K-Kaptı Musculus, vom 26. Dezember 1901.) Die Durchsteuerung der Boca
grande und die Ansteuerung der Rhede von Port of Spain bereiten keine
Schwierigkeiten. Eine gute, leicht auszumachende Landmarke ist der auf den
Lavantille-Hügeln stehende Davids - Thurm, der aber aus gröfserer Entfernung
einem weifsen viereckigen Hause mit flachem Dache ähnlich sieht. Eine auf
der Karte nicht eingetragene Kapelle, die etwas höher auf demselben Berg-
rücken liegt, erleichtert das Auffinden des Thurmes. Bine gute Landmarke
beim Aufsuchen des Ankerplatzes ist der Flaggenmast des St. George-Forts, der
links von einem braunen Hause oben in den Bergen steht. Die Festungswerke
selbst sind nicht sichtbar.
Südküste von Australien.
7. Port Pirie. (Nach einem Bericht des Kapt. H. Nissen, Schiff „Pisagua“.)
„Pisagua“ erreichte nach einer 86tägigen Reise von Hamburg die Rhede von
Port Pirie. Da keine Kokes-Schiffe im Hafen lagen und Springtide war, konnte
das 6,5 m tiefgehende Schiff zwei Tage später an den Löschplatz holen. Beim
Befahren der sehr gewundenen KEinfahrt ist grofse Vorsicht geboten, Die
Lootsen sind sehr gut. Schlepplohn betrug 1 sh die Registertonne. Als Ballast
war nur Lehm zu haben; zum Löschen dieser 950 t gebrauchten vier Gänge in
Iquique zehn Tage. Stauerlohn für Löschen betrug 1sh 9d, für Ballast-
nehmen 3 ah.
Philippinen und Sulu-See.
8. West- und Nordküste von Mindoro. (Nach „Notice to Mariners“
No. 60, 61. Washington 1902.) Es scheint, als ob auf der amerikanischen
Karte No. 1729 die Küstenumrisse auf einer Strecke von 5 Sm unterhalb der
Tubile-Huk bis zu einer hohen unbenannten Huk, von der sich ein gröfseres
Riff erstreckt, nicht eingetragen sind. Weiterhin scheinen die Kartenangaben
eben südöstlich von der Tubile-Huk der Wirklichkeit zu entsprechen. Auf
Mamburaro wurde gleich unterhalb der der namenlosen Huk zunächst liegenden
Huk zugesteuert.