Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1902.
Ale Mittel dieser Uhrzeiten ergiebt sich u‘ = 17° 44” 3,7°, also als Chrono-
- . uw w an Ma
meterzeit im Ortsmittage Ad == 155" 33,0°. Vergleicht man diese Zeit mit
der mittleren Greenwicher Zeit im Ortsmittage 15% 6" 56,3’, so ergiebt sich die
Standberichtigung des Chronometers gegen mittlere Greenwicher Zeit gleich -{-1”3,3°,
An einem zweiten Beispiel soll noch veranschaulicht werden, wie die Ver-
schiedenheit der Strahlenbrechung am Vor- und Nachmittage berücksichtigt werden
kann. In Tanga (5° 4’'S,. 2* 36” 27,7*° O0) wurden am 2. Dezember nachmittags
bei einer Temperatur von 25° C. und einem Barometerstande von 754 mm nach
einer Uhr, die ungefähr 48” gegen mittlere Greenwich-Zeit zurück war, die unten
stehenden Höhen und Uhrzeiten beobachtet. Am folgenden Vormittage sind
dann gemäß den oben gegebenen Gesetzen und auf Grund der weiter unten aus-
geführten Rechnungen die daneben stehenden Höhen und Uhrzeiten beobachtet
worden. Bevor sie zu messen waren, wurde das Thermometer (15° C.) und das
Barometer (760 mm) abgelesen.
NY n— 23° 0 Chron, 1h45 13,59
22 30 46 18,0
22 0 57 23,5
21 30 48 29,5
20 49 39,5
20 80 "0 39,5
20 0 21 45,0
i9 30 52 510
Ortsmittern. 12h 0m 0,08 u== 149m 2,4%
vn Ja AMT San 5-= 31,4"; dd=2(191—t).0=+4/7
W. Gr. Zt. = 923 32,3 M.Gr.Zt. =2 37 d=22°8; q==88,5°; Ah= +0,12
Zeitgl. = —10 — Zeitgl. =-+10 h ==121/2°; Refraktion am Vm, d. 3, Dez.
M, Gr. Zt, = 914 W.Gr.Zt. =2 47 um 13” gröfser als am Nm. d. 2, Dez,
- Zeitgl. = —10 117 Lg.=2 36 = E02 426 = u + 40°
M. Gr. Zt, = 9b13m20,65 W.O.Zt.=5 23 u= 1b490 2,4%
t=5 23 u=15 1 291
2b .— t = 6h37 }
12 + — 6h87m = Ss 25 15,8
M.Gr. Zt. = 9 13 20,6
Standb, — + 48m 4,8
in Örtemittern, vom
2. zum 3, Dez.
Kleinere Mittheilungen.
Mittelmeer.
1. Ceuta. (Nach Reisebericht S. M. S. „Stosch“, Kommandant F-Kapt.
Janke, vom 25. Dezember 1901.) Lootsenwesen. Ein Privatlootse ist vor-
handen, der auf Signal an Bord kommt und das Schiff auf den Ankerplatz
bringt, er steht unter der Aufsicht des Hafenkapitanats, das die Gebühren
festsetzt. Ankerplatz. Die in der Segelanweisung gegebene Leitmarke „Obispo
Street kept open“ ist nicht gut; man mu[fs beim Ansteuern der Rhede den trockenen
Kanal, der die alte Stadt von der neuen trennt und von der Ceuta - Bucht bis
nach der Almadraba - Bucht durchführt, offen halten in der Peilung SzW*°/W.,
In dieser Peilung erscheint er schon von Weitem als ein Abschnitt zwischen
der alten und neuen Stadt; als Querpeilung ist Marahut-Thurm in WNW'/2W
über den Campo-Klippen gut zu verwenden; S. M. S. „Stosch“ blieb noch etwas
aufserhalb dieser Linie nach Anweisung des Lootsen und ankerte in der Peilung
Marahut-Thurm WNW5/3W, Kathedrale SW°/8S, Damm und Festungsgraben
SzW°/sW. Die Arbeiten an den beiden Hafendämmen sind nur wenig fort-
geschritten und war nur der Norddamm, der von der Las. Heras-Huk ausgeht,
um etwa 200 m verlängert worden. An dem Süddamme ist noch gar nicht ge-
arbeitet worden, auch wurde während der Anwesenheit S. M. S. „Stosch“ an
keinem der beiden Dämme gearbeitet. Die Bootsanlegestelle befindet sich an dem
Süddamme, wo sich auch das Hafenkapitanat befindet. Der Ankergrund ist nicht
zuverlässig. S. M. S. „Stosch“ trieb in der Nacht vom 12. zum 13. Dezember
etwa 2 Kblg und mußte den zweiten Anker fallen lassen. Leuchtfeuer. Das
grüne Licht auf dem Kopfe des Süddammes hat während der Anwesenheit