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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Wendt; E:: Korrespondirende Höhen; 
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man aber über dem künstlichen Horizont. Daher ist die zu messende korrespon- 
dirende. Höhe um den doppelten Betrag von Ah; also um 
23h = 240. COS 49 
von der an der anderen Seite des Meridians genommenen Höhe (inkl. der vor- 
handenen konstanten Instrumentalfehler). verschieden. Hat man am Vormittage 
(bezw. Nachmittage) die Sonnenhöhe 7% über dem künstlichen Horizont 
gemessen, so hat man am Nachmittage (bezw. Vormittage) die Höhe 
n=n +24h zu beobachten. Hierbei hat man die oben für Ah gegebene 
Vorzeichenregel zu beachten, Da der Betrag 24h, um den die Höhe n zu 
verändern ist, nach den obigen Auseinandersetzungen 48’ nicht übersteigen kann, 
so kann die Einstellung des Instrumentes auf den Winkel »‘ ohne 
Benutzung der Alhidadenschraube allein durch Bewegen der Fein- 
schraube vorgenommen werden, Hat man dann die Höhe %‘ beobachtet, so 
liefert das arithmetische Mittel der zu % und my‘ notirten Uhrzeiten ‘sofort die 
Uhrzeit im Ortsmittage. Das Eigenthümliche und Angenehme der hier be- 
schriebenen Methode ist eben, dafs die ganze überaus kurze und einfache 
Rechnung schon vor Beobachtung der korrespondirenden Höhe %’ gemacht ist. 
Im Uebrigen kommt sie der eigentlichen Methode der gleichen Sonnenhöhen 
meiner Meinung nach an Schärfe und Genauigkeit vollkommen gleich. Es sei 
noch darauf hingewiesen, dafs sie eine einfache Berücksichtigung der. Ver- 
schiedenheit der Strahlenbrechung am Vor- und Nachmittage gestattet. Kurz 
bevor man die Höhe %‘ zu nehmen hat, beobachte man Temperatur ünd Druck 
der Luft, berechne den Unterschied der beiden in Frage kommenden Werthe 
der Refraktion und bringe den doppelten Betrag desselben mit dem richtigen 
Vorzeichen an die zu beobachtende Höhe »‘ an, 
Zur Veranschaulichung der hier entwickelten Methode mögen die folgenden 
beiden Beispiele dienen, deren Grundlage ich dem „Lehrbuch der Navigation“, 
herausgegeben vom Reichs-Marine-Amt, entlehnt habe (Band II, „Astronomische 
Navigation“, Seite 322). Die zu: den korrespondirenden Höhen %’ gehörigen 
Uhrzeiten u‘ habe ich durch Einschalten der dort angegebenen Uhrzeiten berechnet, 
Am 17. September 1898 werden in Wladiwostok (43° 7‘ N, 8* 47” 35,1° 0) 
nach einem Chronometer, das ungefähr mittlere Greenwicher Zeit zeigt, folgende 
der Reihe nach auf dem Instrument eingestellte Höhen über dem künstlichen 
Horizont beobachtet: 
NY = 11° 20 
80 
40’ 
50° 
O' 
10° 
gr 
Das Mittel der Uhrzeiten ist u == 12" 27"42,3%°. Bringt man hieran .die 
genäherte Zeitgleichung, welche — 5” beträgt, und die Länge an, so erhält man 
den genäherten Stundenwinkel t = 240", Für t = 2"40", 0 = 43°N, d=2°N 
liefern die Leckyschen A, B, C- Tafeln, wenn man © mit d vertauscht, den 
parallaktischen Winkel q = 35°. Denselben Werth liefert für die mittlere Höhe 
h.= 36° die Formel sin q = cos g «sint-sech, die man anzuwenden hätte, wenn 
man die oben ‚erwähnten Tafeln nicht zur Verfügung haben sollte. Die stünd- 
liche Aenderung der Abweichung ist o=— 58,1“, folglich wird, da sich die Sonne 
vom erhöhten Pole entfernt, 40 = — 5,1’, und mit Benutzung einer Gradtafel, 
in die man mit 35°. als Kurs und 5,1 als Distanz eingebe, A/h = — 4,18‘ (aus 
Spalte b), weil q spitz ist. Man hat also das Instrument der Reihe nach auf 
folgende Winkel einzustellen und die zugehörigen Uhrzeiten zu beobachten: 
On = 71° 
aU 40" 
Chron, 17b 45m 50,0s 
45 12,5 
44 38,5 
44 4,0 
43 380,5 
42 51,5 
42 190 
1 
41 
51 
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