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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen' Metearologie, März 1902. 
unterschiede Ah nie einen Fehler von mehr als 240,017 == 0,4 hervorrufen, 
and es genügt daher, den Winkel q, mit Hülfe einer Azimuttabelle zu berechnen; 
eine solche liefert den parallaktischen Winkel, wenn man die Argumente Breite 
und Abweichung vertauscht. So lange Ad kleiner als 10’ ist, genügt die Angabe 
von q, auf den vollen Grad, allgemein auf den halben Grad. Gewöhnlich lassen 
die Azimuttafeln die Berechnung des Azimuts nur für solche Gestirne zu, deren 
Abweichung unter 30° liegt. Solche Tafeln sind für die hier gegebene Methode 
nur für Orte brauchbar, deren Breite kleiner als 30° ist. Am besten geeignet 
für den vorliegenden Zweck sind die Leckyschen A, B, C-Tafeln (Leckys 
general utility AB C and D tables, by S, T. S. Lecky, London 1897), wo die 
Argumente Breite und Abweichung bis 65° geführt sind. Dieselben finden sich 
in der dem „Handbuch der Schiffahrtskunde“ von Dr. Bolte beigegebenen Tafel- 
sammlung (Hamburg 1899) wieder und sind in der zehnten von Herrn Canin 
bearbeiteten Auflage der Domkeschen Tafeln (Berlin 1900) bis zu den Werthen 
72° der Argumente Breite und Abweichung ausgedehnt worden. Kine ebenso 
allgemeine Berechnung des parallaktischen Winkels wie die Leckyschen Tafeln 
Jassen die „Nautischen Tafeln“ von J. Randermann (Bremerhaven 1898) zu. 
Entnimmt man den parallaktischen Winkel diesen Tafeln, so hat man 
sorgfältig darauf zu achten, ob der gefundene Werth spitz oder stumpf zu nehmen 
ist, weil das Vorzeichen von Ah nach Gleichung (1) von diesem Umstande 
abhängt. Der parallaktische Winkel kann nur dann stumpf sein, wenn bei 
gleichnamiger Breite und Abweichung erstere kleiner als letztere ist, wenn also 
mit anderen Worten die Sonne zwischen Pol und Zenit kulminirt, sonst ist er 
immer spitz. Die Richtigkeit dieser Behauptung folgt leicht aus der Gleichung 
cotg q = cos@ + (im © » ensec t 7 ix d + cotg t) 
wo das obere Zeichen gilt, wenn © und d gleichnamig, das untere, wenn @ und 
9 ungleichnamig sind. Liegt der Fall vor, dafs & und d gleichnamig sind und 
gleichzeitig # << d ist, so beachte man bei Benutzung der Leckyschen Tafeln 
die folgende Regel, die ohne Weiteres aus der diesen beigegebenen Gebrauchs- 
anweisung folgt: Wenn die algebraische Summe der aus den A- und B-Tafeln 
anter Vertauschung von & und d erhaltenen Werthe negativ ist, so hat der 
parallaktische Winkel genau den Werth, welchen die C-Tafel liefert; ist jene 
Summe aber positiv, so ist der parallaktische Winkel gleich dem Supplement 
des aus der C-Tafel gefundenen Werthes. 
Stehen keine derartigen Tafeln zur Verfügung, sondern nur Azimuttafeln, 
in denen die Abweichung blofs bis 23° oder 30° geführt ist, so kann man in 
den Fällen, wo die Breite gröfser als 23° ist, den parallaktischen Winkel, der 
dann nothwendig spitz sein mufs, aus der Gleichung 
sinn — cOse * Sint « scch 
berechnen. Für h braucht man hierin nur einen genäherten Werth einzusetzen; 
immerhin kann man einwenden, dafs eine dem Wesen der Methode fremde Gröfse 
eingeführt wird. Wenn irgend möglich. wird man es daher vermeiden, diese 
Formel anzuwenden. 
Hat man Ad und qgo auf die angegebene Weise berechnet und Ad in 
ganzen und zehntel Bogenminuten ausgedrückt, so erhält man Ah aus der 
Gleichung (1) ebenfalls in diesem Mafse. Bemerkenswerth ist, dafs jeder Fehler 
in 40 durch die Multiplikation mit cos qy verkleinert wird und dafs daher Ah 
auf zehntel Bogenminuten richtig erhalten wird. Zur Berechnung von Ah kann 
man eine Gradtafel benutzen. In diese gehe man mit qy oder dessen Supplement 
als Kurs und mit Ad als Distanz ein; Ah findet man dann in der Spalte b. 
Das Vorzeichen von Ah stimmt, wenn q, spitz ist, mit dem von dd 
überein, ist also positiv, wenn sich die Sonne dem erhöhten Pole 
nähert, negativ, wenn sie sich von diesem entfernt; ist q, aber stumpf, 
so ist die Vorzeichenregel gerade umgekehrt. Die Regel ist für Beob- 
achtungen um Mittag und um Mitternacht die gleiche. 
Die Größe Ah bedeutet den Unterschied der wahren Höhen h und N 
und, wenn man zunächst die astronomische Strahlenbrechung am Vor- und Nach- 
mittage als gleich grofßs ansieht, auch der scheinbaren Höhen. Nun heobachtet
	        
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