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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1902, 
und dann wieder eine Verdunkelung von 10! Sekunden. Das Feuer soll unzu- 
verlässig brennen. 
2, Zwei rothe und weifse feste Feuer brennen an einem Maste 2m 
senkrecht untereinander auf dem Kopfe der Ostmole von Syra. Sie scheinen 
roth in den Peilungen rw. S21°0O (mw. Sz0°40) über Süd und West bis 
N7°W (mw. N'/4W), weifs nach dem Innern des Hafens und sind verdunkelt 
von ıw, N7°W (mw. N'A4W) über Nord und Ost bis rw. S64°O0 (mw. S020140). 
Nach griechischen Quellen soll der- Mast bei stürmischem Wetter dann und wann 
zusammenbrechen, so dafs dann der Hafen gar nicht befeuert ist. 
Lootsenwesen. Die Lootsen stehen nicht unter staatlicher Aufsicht. Lootsen- 
zwang besteht nicht. Für fremde Schiffe ist jedoch die Annahme eines Lootsen zu 
empfehlen, wenn viele Schiffe im Hafen liegen. Lootsengeld ein und aus 1 £. 
Schleppdampfer, Kigenthum des Lootsen Wardawa, ist vorhanden. 
Schlepplohn 12 bis 40 X, je nach Gröfse des Schiffes. Zwei weitere Schlepper 
sind im Bau. 
Quarantäne. Schiffe, die aus verseuchten Häfen kommen, müssen sich 
etwa 1 Sm aufserhalb des Hafens halten, mit der Quarantäneflagge im Vortopp, 
wohin ihnen ein Boot entgegenkommt und unter Umständen Quarantäne anordnet. 
Schiffe, die länger als 24 Stunden beobachtet werden sollen, müssen sich nach der 
12 Sm von Syra entfernten Delos-Insel verfügen. Gesundheitspafßs wird verlangt, 
Zollbehandlung. Die zollamtliche Ueberwachung wird strenge ausgeführt. 
Tabak, Cigarren, Zündhölzer sind Staatsmonopol, 
Ankerplatz vor der Gaidaro-Insel, auf 22 bis 33 m Wasser, Grund: 
grober Sand und Muscheln mit Seegrasstellen, liegt südwestlich von der Insel 
und bietet bei nordöstlichen Winden, die zeitweise heftig auftreten, leidlichen 
Schutz, ist aber gegen südliche und östliche Winde ungeschützt. Bei schlichtem 
Wasser kann man zeitweise den Anker in etwa 22 m Wassertiefe liegen sehen. 
Der Hafen von Hermupolis, Die Ostküste der Insel Syra tritt bei 
Hermupolis zurück und bildet eine verhältnifsmäfsig tiefe Bucht, die als Hafen 
von Hermupolis dient. Bis zum Jahre 1838 war die Bucht gegen Ost- und 
Nordwinde ungeschützt. Durch KErdaufschüttungen wurde dann das Inselchen 
Nissaki, auf dem damals das griechische Zollamt lag, ınit der Stadt verbunden 
und aufserdem ein 155 m langer Wellenbrecher in Nord-Südrichtuug erbaut. Im 
Jahre 1888 wurde dieser um 80 m verlängert, so dals seine ganze Länge 235 m 
beträgt. Eine weitere Verlängerung um 100 m ist in Aussicht genommen. Die 
Wassertiefen im Hafen schwanken zwischen 18 m und 4m. An der Westseite 
des Hafens ist cine Mole von etwa 75 m Länge erbaut. Westlich von dieser 
Mole liegt ein Löschplatz für Schille von etwa 500 Registertonnen. Eine etwa 
100 m lange Fahrrinne mit einer Wassertiefe von 8,5 m führt von der Mole nach 
der Aufschlepphelling. Die Gesammtlänge der Kaien beträgt etwa 2,6 km. Die 
Bucht wird allenthalben von einer schmalen Bank umgeben, die im südlichen 
Theile felsig ist und sich 2 Kblg. weit vom Lande erstreckt. Die flachste Stelle 
der Bank wird durch eine walzenförmige, 4 m hohe Steinbake mit drei wagerechten 
rothen Streifen bezeichnet. 
Schiffe von 6 m Tiefgang vertäuen im Innern des Hafens und machen 
Trossen an den Pollern auf dem Wellenbrecher fest, Bei gutem Wetter ankert 
man auch wohl nur mit einem Anker. Bei starken Südoststürmen, zumal im 
Winter, ankern grofse Schiffe sicherer im südlichen Theile des Hafens. Der 
Ankergrund ist sandig und hält gut. Grofse Kriegsschiffe haben Anker nach 
See zu über den Wellenbrecher gebracht. Die Wassertiefe bis auf 6 m Abstand 
vom Wellenbrecher ist grofs, so dafs man das Heck dicht daran holen kann. 
Bei nordöstlichen Stürmen suchen Schiffe gelegentlich Schutz in der St. Nikolo- 
Bucht auf der Tinos-Insel oder, wie schon gesagt, in Lee der Gaidaro-Insel. 
Zwei Krähne für den Gebrauch der Leichter sind vorhanden. Löschen 
and Laden geschieht mittelst Leichter von 30 bis 40 Tonnen. 
Schiffswerften: Schiffe bis zu 600 Registertonnen sind früher in Syra gebaut 
worden, in letzter Zeit ist der Schiffbau jedoch stark zurückgegangen. Der Bau 
eines T'rockendocks ist geplant. Eine Aufschlepphelling, Eigenthum der Societe des 
Forges et Chantiers de Syra, hat den Dampfer „Galaz“ von 1771 Registertonnen, 
Länge 79 m, Breite 11 m, aufgenommen. Grofse Reparaturen an Schiff und 
Maschinen können in den Werkstätten dieser Gesellschaft vorgenommen werden.
	        
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