Von
Hamburg nach Wladiwostok,
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Schiff steuerte, trotzdem alle Segel bis auf die Reul gesetzt waren, sehr schwer,
Es lag stets dwars in der See, schlingerte infolgedessen sehr stark und schöpfte
viel Wasser über die Reling. Dieser Zustand dauerte bis 6" abends. : Es war
eine kolossale Hitze, 35,5° C.; ich wünsche mir nicht mehr solche Tage, Gegen
Abend wurde die Luft heller und kühler, die Dünung aus NW und Ost nahm ab
und auch die aus NO wurde länger und schwächer. Als wir am 6. Mai 10° N-Br
überschritten hatten, hoffte ich, die meisten Stillen überwunden zu haben, und nun
noch eine mäfig gute Reise machen zu können, aber es folgte die Enttäuschung.
11 Tage später, am 17., hatten wir kaum 18° N-Br erreicht. .
Der Strom im Südchinesischen Meer war bis 16,5° N-Br vorwiegend nord-
östlich, nahm dann aber: eine ungünstige Richtung an, indem er nach OSO, Süd
und. WSW setzte. Bei letzteren Strömungen hatten wir oft starke Kabbelungen,
Am 18. Mai viele Gewitter mit mallenden flauen ‚bis mäfsigen Winden,
welche gegen Abend wieder auf NO holten. Nachmittags ein furchtbar schweres
Gewitter aus SW aufziehend; die Blitze schlugen immer dicht beim Schiff. ins
Wasser, wolkenbruchartiger Regen. Wind nach dem Gewitter mit kräftigen,
stürmischen. Stößsen aus NO auffrischend. Drohende Luft, hohe Kreuzsee aus
ONO und SO, daneben Südwestdünung. Nachts etwas handiger, aber der Wind
blieb puffig und mallend. Am 19. morgens nahın der Wind aus ONO an Stärke
zu und wurde stürmisch; starke, anhaltende Regenschauer aus SW aufkommend:
In..denselben holte der Wind südlich, um immer wieder in starken Stöfsen aus
NO durchzukommen. Da ich bei dem unsichtigen‘ und - unbeständigen Wetter
nicht zwischen die Bashie-Inseln laufen wollte, liefs ich das Schiff auf St-B.-Halsen
beilegen.. Es schien, dafs wir starken Strom mit hatten. Der Wind wuchs an
und die See aus SO und SW nahm rasch zu. Nachmittags holte der Wind von
ONO auf SO und später auf SW. Wir lagen also auf den richtigen Halsen.
Gegen Abend stellte sich eine hohe Nordwestsee ein, die Seen aus Ost und SO
waren verschwunden. Der Wind war um 8'p SSW 3 bis 8, um Mitternacht
SSW 9 bis 10, um 4*a des 20. SSW 10 bis 8, um 8a SW 8 bis 7 und um Mittag
WSW 7 bis 9, böig. Der Regen hatte seit Mitternacht abgenommen. Ich wollte
am Abend des 20. abhalten, liefs es aber sein, da das Wetter noch sehr unsichtig
war und ich eine starke Stromversetzung befürchtete.
Von der Ostseite Formosas durch die Ust-China-See, die Korea-Sirafse und die
Japan-See nach Wladiwostok.
Am 21. Mai um 4" a hielten wir bei mäfsigem Westnordwestwinde, der im
Laufe des Vormittags sich zu NW veränderte, ab auf NNO-Kurs und befanden
uns am Mittage zwischen Botel Tobago und Formosa, hatten demnach in den
letzten 72 Stunden eine Stromversetzung von 70 Sm nach N3°O gehabt. ‚Als
wir Botel Tobago passirt hatten, wurde es still und blieb so bis 8" abends, zu
welcher Zeit leichter Wind aus NNO bis NNW aufkam. Trotz der Gegenwinde
ging es jedoch ziemlich rasch weiter, Am 22. mittags befanden wir uns in
23° 2‘ N-Br und 122° 30‘ O-Lg und hatten in dem Etmal eine Strömung von 62 Sn
nach Nord gehabt. Dabei starke Stromkabbelung, der Wind NO4bis5, der Himmel
bedeckt. Die an den zwei folgenden Tagen beobachteten Stromversetzungen
waren vom 23, bis zum 24. Mai (24° 24’ N-Br und 122° 58’ O-Lg) N 41° O 41 Sm,
vom 24. zum 25. (25° 44'N-Br und 123° 24‘ 0-Lg) N5°0O 40 Sm. Zwischen
Ho-pin-su und Ti-a-usu hatten wir Windstille. Auf der letzteren Insel sahen ‚wir
abends mehrere Feuer, ein Zeichen, dafs die Insel wohl bewohnt sein muß.
Dann kamen wir mit leichtem Südostwinde in die Ost-China-See;. dies war am
24. Mai abends. ;
Hatten wir bis hierher eine einigermalsen annehmbare Reise gehabt, so
sollte dieselbe auf der nächsten Strecke total verdorben werden. Bei mäfigen,
mit Stillen abwechselnden Winden aus Nord bis ONO kamen wir bis zum 1. Juni
nach 32° 40‘ N-Br und 125° 57’ O-Lg. Es war nicht möglich, ohne Breitenverlust
die östliche Seite der See zu halten, trotzdem wir es immer wieder versuchten.
Das Barometer hatte sich unter den täglichen regelmäfsigen Schwankungen hoch
gehalten, begann aber am 1. Juni allmählich zu fallen, und der Wind holte auf
SO, so dafs ich schon auf günstigere Verhältnisse zu hoffen anfing, doch der
Hoffnungsschimmer war bald verblafst. Der günstige Wind dauerte nur 4 Stunden,
dann ging der. Wind bei weiter fallendem Barometer wieder. über Ost nach NNO
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