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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

von Hamburg. nach. Wladiwostok. 
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uns auf 5° 25’ S-Br und 116° 0'O-Lg, aufserhalb der Sunda-Strafse, die wir um 
4 nachmittags hinter uns gebracht hatten. Unser Aufenthalt in der Strafse war 
4 Tage 8 Stunden... 
Die Gewitter. in der Sunda-Strafse, die sich abends über dem Lande zeigten, 
kamen nicht auf das Wasser hinaus, nur einmal hatten wir eine kleine Regenböe. 
Der Landwind, der regelmäfsig gegen. 2*a einsetzte, war im südlichen Ende der 
Strafe SO, näher der Mitte und dem nördlichen Ausgange östlicher und 
nordöstlicher; manchmal war derselbe frisch, meistens jedoch flau, so dafs man 
mit demselben den Gegenstrom nicht todtsegeln konnte. Ebbe- und Fluthstrom 
wechselten sehr regelmäßig, die Ebbe lief 18 Stunden mit 2 bis 3 Knoten Fahrt 
nach SW, die Fluth 6 Stunden nach NO, ’% bis .1!/% Knoten, Auch bei 
Fluthstrom. unter der Java-Küste setzte der Strom in der Mitte der Strafse nach 
SW,. was sich an der Oberfläche des Wassers so deutlich zeigte, . dafs . man 
die Stromscheide beim Kreuzen genau einhalten konnte. Bei Merak-Insel fand ich 
auf unserem Ankerplatz bei Niedrigwasser 16'/z, bei Hochwasser 19 Faden, woraus 
sich ein Hub von 15 Fufs englisch ergiebt. Das Einsetzen des Fluthstroms geschah 
bei Neumond um 6'/*, einen Tag später um 7%", noch einen Tag später um 
8'/2h und 3 Tage nach Neumond um 9%/4 a, 
Yon der Sunda-Strafse durch die Java-See und die Gaspar-Strafse. 
Am 24. April um Mittag befanden wir uns auf 4° 40'S-Br und 107° 0' O-Lsg, 
Der Wind, welcher gestern Nachmittag auf NO holte, erlaubte, dafs wir 
auf Steuerbordhalsen Nordinsel erreichen konnten. Gegen Abend ging er etwas 
östlicher und nachts bis SO. Der Strom setzte bis gestern Abend 7* schwach 
nach Ost, dann bis Mitternacht ganz wenig nach West, so dafs wir etwa 1 Strich 
Abtrift über den Grund hatten, nach 2"a am 24. wieder nach Ost.und blieb so 
bis Mittag. Auch heute holte der Wind gegen ‚Mittag wieder östlicher. Wir 
sahen verschiedene Seeschlangen von hellockergelber Farbe. mit schwarzen 
Flecken; einige derselben waren wohl 8 bis 10 Fufs lang und 1'/2 bis 2 Zoll im 
Durchmesser an der dicksten Stelle. ; 
Um Mitternacht peilten wir Nord-Wächter-Feuer 0 4 Sm. Mit raumendem 
Südostwinde steuerten wir dann NO und NOzO, um Shoalwater-Insel in eine 
Richtung westlich von Nord zu bringen. Am 25. April war der Wind bis Mittag 
SO, so dafs wir immer unseren Nordostkurs einhalten konnten, Um 11a 
sichteten wir dann Shoalwater-Feuerthurm in der Kimm, Hier nahm der Wind 
bis zur Stille ab, jedoch setzte uns der Strom mit 1!/z3 Knoten Fahrt nordwärts. 
Mittags standen wir auf 3° 29‘S-Br und 107° 21‘ O-Lg, Shoalwater-Feuerthurm 
N27°W. Auf Blifes Shoal lag ein Wrack mit dem Vordertheil hoch auf dem 
Riffe, der Fockuntermast mit getoppter Fockraa und der Klüverbaum standen 
noch. Es sah, aus der Entfernung gesehen, einer mit aufgegeihten Segeln vor 
Anker liegenden Prau sehr ähnlich. Um 1*p Gewitterböe aus NO; der Wind 
holte in derselben nach NW und blieb so bis abends, dann still. Der Strom 
setzte immer noch nördlich, aber mit weniger Fahrt. 
Es war meine Absicht, durch den Macclesfield-Kanal zu gehen; ich gab 
dieselbe jedoch auf, als abends 9* mit einer Böe ein frischer Südsüdwestwind 
aufsprang, und wählte den: kürzesten Weg, den Stolze-Kanal. Um 1'°a am 
26. April befanden wir uns in der. Peilung Gresik-Insel West und Ajer Lantju- 
Feuer Nz0'20, welches Feuer von Deck aus in der im Buche angegebenen Ent- 
fernung von 21 Sm in Sicht kam. Irgend welchen Strom haben wir in dem 
Kanal nicht gespürt. Mittags war unser Ort 2° 29’ S-Br und 107° 18‘ O-Lg, und 
hatten wir somit den Stolze-Kanal ohne irgend welche Schwierigkeiten passirt. 
Vom 26. zum 27. mittags, ausgenommen von 8* bis 12a am 27,, still, so’ still 
auf dem Wasser, dafs man die Seeoberfläche als ; künstlichen Horizont benutzen 
konnte, so klar und. unbeweglich spiegelten sich die Sterne im Wasser. Wir 
irieben nun den ganzen Tag in der Nähe von Gaspar-Insel, immer in der Peilung 
WzS, 8 bis 11 Sm Abstand. Ich safßs beständig zum Ausgucken auf der Marsraa, 
um rechtzeitig Anker werfen zu können, wenn. wir uns der Canning-Bank zu 
sehr nähern sollten. Ich habe dieselbe nicht gesehen, war jedoch zufrieden, als 
um 4" p eine Böe aus NW einfiel, welche uns weiter brachte. Sahen heute acht 
treibende Inseln von verschiedener Größe, zwei davon wohl 25 bis 50 Fuß hoch 
and !/4 Sm im Umfang. Ein südwärts steuerndes Vollschiff, welches wir am-26. 
Ann, d. Hyär. ote., 1902, Heft ZU. 
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