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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Ann. d. Hydr. ete., XXX. Jahrg. (1902), Heft 1. 
z 1 
Die Insel Syra (Syros). 
Nach Konsulatsfragebugen No. 56 vom 15. September 1896, No 1031 vom 24. Juni 1899, No. 1471 
vom 31. Juli 1900, No. 1711 vom 15. Juni 1901, ergänzt nach englischen und griechischen Quellen, 
(Hierzu Tafel 1). 
Die Insel Syra ist die wichtigste Insel der Kykladen-Gruppe im Aegäischen 
Meere. Infolge ihrer centralen Lage wird sie von Schiffen aller Flaggen sehr 
häufig angelaufen. Die gröfste Länge der Insel zwischen den Huken Strimessos”) 
im Norden und Vinglostasi im Südwesten beträgt 9!/4 Sm, die gröfste Breite im 
südlichen Theile 5'/ Sm, im nördlichen Theile 2'/2 Sm. Die Küsten der Insel 
sind stark gezackt, wodurch viele kleinere und die beiden gröfsten Buchten 
Hermupolis und Phönix (Palmen-Bucht, in der englischen Karte Krasi-Bucht 
genannt) gebildet werden, die jedoch gegen Wind und Seegang ungeschützt sind, 
Die Küste ist meist steil und mit wenigen Ausnahmen rein von Untiefen. Das 
Land ist hügelig. Die höchsten Punkte sind der Nites-Berg an der Südküste 
und der 432 m hohe Pyrgos-Berg nordwestlich von der Stadt Syra. Die Insel 
ist wohl bebaut und bringt Gerste, Baumwolle, Südfrüchte, Weizen, Wein, Reis 
and dergl. hervor. Grofse Mengen Gemüse werden frühzeitig nach Athen und 
Konstantinopel verschifft. Nach der Zählung von 1896 betrug die Anzahl der 
Bewohner der Insel 27 774. 
Landmarken. Von Westen kommend ist die 1 Sm südlich von der 
Strimessos-Huk an der Westküste liegende Grammata-Huk eine auffällige Land- 
marke, Diese steile, felsige, hellgelbe Huk hebt sich vom Hinterlande gut ab 
und hat glockenförmige Gestalt. 
Ansteuerung des Hafens von Hermupolis. Die Ansteuerung von Norden 
bietet keine Schwierigkeit, da die Küste steil und rein ist. Von Süden aus 
steuert man, nachdem ınan die Vinglostasi-Huk passirt hat, mit ostnordöstlichem 
Kurse bis zu der etwa 4 Sm von der vorigen entfernten, steilen und hohen 
Chontra-Huk, dann hält man auf die Südwestkante der Aspro- Insel zu, bis der 
runde, steinerne Leuchtthurm auf der Gaidaros-Insel rw. N 16°W (mw. NzW) 
peilt, und kann dann sicher in der Mitte des Fahrwassers zwischen den Inseln 
Syra und Aspro aufsteuern. Man meidet dabei die Trypa-Klippe, auf der nur 
2,7 m Wasser ist. Die Klippe ist der höchste Punkt einer in NW—SO-Richtung 
fast 2 Kblg. langen Untiefe, die von der Phokia Huk rw. S 17° W (mw. SSW), 
4'/a Kblg. peilt. Vinglostasi-Huk frei von Chontra-Huk in rw. S70°W (mw. 
WSW*/4W) führt südlich frei von der Untiefe; Gaidaro-Insel ganz frei von Phokia- 
Huk in rw. N9°W (mw. N%W) führt östlich frei von der Untiefe. Das Fahr- 
wasser zwischen der Trypa-Klippe und dem sich 3 Kblg. in nordnordwestlicher 
Richtung von Aspro-Insel erstreckenden flachen felsigen Steerte ist 7'/2 Kblg. 
breit, und zwischen Phokia-Huk und dem Steerte 65/4 Kblg, Fast an der Nord- 
kante des Steertes liegt eine eben sichtbare Klippe. .Ein felsiges Riff erstreckt 
sich 1! Kblg. von der Nordostkante der Aspro-Insel. Noch 1 Kblg. außerhalb 
dieses Riffes liegt eine Untiefe mit 6,9 m Wasser. Neuerdings ist dort in 330 m 
Abstand von Aspro-Insel eine rothe Heultonne ausgelegt. Auf dem Riffe haben 
schon mehrere Schiffbrüche stattgefunden.) Auch meide man sorgfältig das 
51% Sm rw. 837°0 (mw. SO!/4S) vom Gaidaro-Leuchtthurm liegende Nata- 
Inselchen und die westlich davon liegende Klippe. 
Leuchtfeuer, 1. Ein weifses festes Feuer mit Blinken von 17 Sm Sicht- 
weite brennt 68,3 m über Wasser auf einem 29,6 m hohen, runden, steinernen 
Thurme auf einem der westlichen Hügel auf der Insel Gaidaros. Die Blinke er- 
folgen in der Weise, dafs auf das weilse schwache Feuer von 90 Sekunden Dauer 
eine Verdunkelung von 10!/2 Sekunden folgt, darauf ein Blink von 9 Sekunden 
') Letzte Veröffentlichung in den „Ann. d. Hydr. etc,“ 1884, Seite 717. Engl. Adm-Karte 
No. 1542, Syra, 
2) Nach der griechischen Segelanweisung ist dieser Name sowie auch die Schreibweise 
Trimessan auf der Insel unbekannt. Der dort gebräuchliche Name ist Petrite. 
3) Im Jahre 1888 strandete auf dem Riffe der französische Dampfer „Galaz“ und 1896 der 
englische Dampfer „Ararat“. 
Ann. d, Hydr. ete., 1902, Heft I,
	        
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