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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

LDampferwege zwischen Nordamerika und Westindien. 
An 
einem ‘Orte, der sich 10 Sm östlich von diesem Feuerschiffe befindet, führt ein 
rw. S 12° bis 13°W (mw. SzW °sW)-Kurs ‚nach dem ‘Bird. Rock-Leuchtthurme. 
Das erste Land, das auf diesem: Wege in Sicht kommt, ist die Watlings-Insel, 
die man. in etwa 18 Sm Abstand östlich passirt, und von der am Tage die 
bohen Hügel wie auch .der Leuchtthurm gesehen. werden. Darauf wird. der 
Kurs direkt. auf Bird-Eiland gesetzt, das in 2 bis 3 Sm Abstand. passirt wird, 
und dann weiter gesteuert, .wie in...den vorhergehenden Abschnitten für die 
Crooked-Eiland-Durchfahrt und die Umsteuerung von Kap Maysi.angegeben wurde, 
Nach der Nordküste von MHMaiti. Vom Nantucket Shoal-Feuerschiffe 
führt ein rw. S2°W (mw. S’/4W)-Kurs nach der Turks Island-Durchfahrt, wobei 
der Leuchtthurm als Landmarke zuerst in Sicht kommt. Man wählt: diese Durch- 
fahrt, :weil sie befeuert ist. 
Strömungen. Von Nantucket bis zu 32° N-Br wird eine westliche Ver- 
getzung am stärksten. zwischen 39° und 35° N-Br gefunden; von 32° N-Br bis 
zu 24° N-Br ist der Strom östlich.*) Zwischen Kap Maysi auf Cuba und Port 
Antonio findet eine westsüdwestliche Versetzung statt von '/2 bis 1'/% Sm 
Geschwindigkeit, je nach der Windstärke, und zwischen Port Antonio und Kap 
Morant herrscht. eine westliche Strömung. 
Von Hamburg nach Wladiwostok. Januar bis Juni 1901. 
Bericht des Kapt. A, Teschner über die Reise des Schiffes „Pera“, 
Alle Richtungen sind rechtweisend. 
Durch Nordsee und Kanal. 
Am 11. Januar 1901 um 6° a gingen wir im Tau der Dampfer „Telegraph“ 
und „Ajax“ die Elbe abwärts. Wir trafen bis Cuxhaven recht viel Eis an, 
welches uus den Rest der Farbe, der im Hafen noch sitzen geblieben war, vom 
Schiffe abscheuerte, so dafs das blanke Eisen sichtbar war. Leider wurden wir 
durch den Eisgang auch verhindert, rechtzeitig mit der Tide Cuxhaven zu er- 
reichen, so dafs wir gezwungen waren, abends bei Altenbruch zu ankern. Hier 
hatten wir namentlich bei der Ebbe recht schweren KEisgang, 
Am 12. Januar gingen wir dann im Tau des Schleppers „Telegraph“ nach 
See. Der Wind war morgens östlich, frisch, und hoffte ich eine schnelle Reise 
durch die Nordsee und den Kanal zu machen. Mittags 1 Uhr warfen wir den 
Dampfer los und steuerten mit flauem südöstlichen Winde einen Kurs, der uns 2 Sm 
frei vom Borkum-Feuerschiff führen mufste. Es war eine dicke, diesige Luft; 
der mäfsige Südostwind flaute bald ganz ab. 
; Um 2*a den 13. frischte der Wind aus Süd rasch bis zur Stärke 6 auf und 
brachte. einen so dichten Nebel, dafs auch nicht mal die Oberbramraaen vom 
Deck aus sichtbar waren. Der Nebel, welcher gleich gefror, überzog die ganze 
Takelung und das Schiff mit einer harten weißlsen Kruste, was uns auch noch 
verhinderte, die schöne Gelegenheit auszunutzen. Trotzdem ich, einen starken 
nach Westen setzenden Strom annehmend, einen hoch südlichen Kurs steuern 
liefs, um mit dem südlichen Winde das „Nord-Hinder“-Feuerschiff anzulaufen, waren 
wir doch so weit nach West versetzt worden, dafs wir, als es wieder sichtig 
wurde und wir alle Segel beisetzten, am Morgen des 14. nur mit knapper Noth 
das „Outer Gabbard“-Feuerschiff in ungefähr 2 Sm Abstand freisegeln konnten, 
Ich schätzte den Strom auf ungefähr 3 Sm die Stunde, wie denn auch eine 
Besteckversetzung von S66° W 54 Sm nach astronomischen Beobachtungen ge- 
funden wurde, 
Der Wind blieb hoch südlich; wir konnten aber bis „East Goodwin“-Feuer- 
schiff strecken und passirten dieses in zwei Schiffslängen Abstand, scharf am 
Winde steuernd, um Bu a. Um 9'/a passirten wir mit dem jetzt guten Winde 
Dover, um Mittag „Varne“-Feuerschiff, Der Wind nahm am 15. rasch zu, erst 
Ve 1) ‚Diese beiden Bemerkungen stehen in Widerspruch mit den Angaben anderer Autoritäten 
and dürften nur mit Vorsicht aufzunehmen sein.
	        
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