accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

‚40 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1902. 
(45 Faden) Kette gesteckt, auf 180 m (100 Faden) Wasser. Dieser Ankerplatz 
ist sicher bei nordöstlichen und südöstlichen Winden, doch bei Winden aus den 
andern Vierteln oder bei Windstille ist es für Schiffe jeder Gröfse besser, 
ankerauf zu gehen, weil kein Raum zum Schwaien vorhanden ist. 
Beim Verlassen der Turks-Inseln auf der Fahrt nach der Nordküste von 
Haiti passiren die Dampfer der Clyde Line gewöhnlich zwischen Salt Cay und 
Sand Cay, anstatt durch den südlichen Theil der Turks Island-Durchfahrt, die 
zwischen den Swimmer- und den Endymion-Klippen hindurch führt. Salt Ca 
passiren sie dabei in 1 Sm Abstand. Wenn das Südende dieser Insel rw. 0 
(mw. O) peilt, wird rw. 8S22'4°O (mw. SSO)-Kurs aufgenommen und gesteuert, 
bis die Bake auf Sandy Cay rw. W (mw. W) peilt. Dann wird auf rw. S22°W 
mw. SSW)-Kurs 64 Sm Distanz gelaufen, worauf man in etwa Süd-Peilung den 
an der Einfahrt zum Hafen von Monte Christi gelegenen Berg Granja in etwa 
10 Sm (?) Entfernung ausmachen wird. Dieser ist ein einzelner, eigenthümlich 
yeformter Hügel mit flacher Kuppe, der auch bei klarer Nacht mehrere See- 
meilen weit gesehen und ausgemacht werden kann. Man kann sich vom Norden her 
diesem Hügel mit Sicherheit nähern, wenn man seinen westlichen Abhang 
zwischen rw. S und S11!42°W (mw. S bis SzW) in Peilung hält. Hierbei ist 
besonders Rücksicht darauf zu nehmen, dafs ınan ein kleines, dicht unter dem 
westlichen Abhange des Hügels liegendes Inselchen klart, indem man westlich 
Javon passirt. An der Westseite desselben findet man bis zu 150 m Entfernung 
Javon 9 m Wassertiefe. Gute Ankerplätze findet man auf 7 bis 11 m 
Wasser ‚gleich nach dem Passiren des kleinen Inselchens etwa 3 Sm vom 
Landungsplatze entfernt. 
Zwischen den Turks-Inseln und Monte Christi findet man häufig beträcht- 
liche westliche Strömung, die bei der Wahl des Kurses zu berücksichtigen 
ist, besonders wenn einige Zeit hindurch steifer Passat weht. 
Nach dem Verlassen von Monte Christi wird der Kurs östlich genommen, 
da noch sechs weitere Häfen auf Haiti angelaufen werden, und zwar der Reihe 
nach Puerto Plata, Samana, Sanchez, Macoris, Santo Domingo und Azua. Auf 
dieser ganzen Strecke brennen an der Küste von Haiti nur drei Leuchtfeuer, 
bei Puerto Plata, Macoris und Santo Domingo, und diese sind dazu noch sehr 
anzuverlässig. Aus diesem Grunde ist es gebräuchlich, dafs man nachts, sofern 
die Verhältnisse es gestatten, das Land stets in Sicht hält und von Huk zu 
Huk steuert, weil die Küste meistens hoch und steil ist. Den gefährlichsten 
Theil bildet das Ostende der Insel in der Nähe von Kap Engano, wo das Land 
niedrig und die angetroffene Strömung häufig stark und veränderlich ist. obwohl 
sie gewöhnlich nach Nordwesten setzt. 
Bei der Umsteuerung des Ostendes von Haiti wird nach dem Passiren 
von Kap Engano ein rw. S22°W (mw. SSW)-Kurs aufgenommen. Bei der An- 
näherung an die Huk Espada, die in einem augenfälligen steilen Abhang endigt, 
kann man diese bereits in mehreren Seemeilen Entfernung sehen. Von der Peilung: 
Espada-Huk rw. W (mw. W), 5 Sm Abstand, führt derselbe Kurs mit 20 Sm 
Distanz weiter bis zum Ostende der Insel Saoma, das man in 3 Sm Abstand 
östlich davon passirt. Auf dem Ostende dieser Insel befindet sich ein hoher 
steiler Vorsprung, der auch bei klarer Nacht deutlich sichtbar ist. Darauf 
wird der Kurs auf rw. W (mw. W) geändert, womit 10 Sm gutgemacht werden 
und dann der Kurs nach dem jeweiligen Bestimmungshafen genommen wird. 
Bei der Umsteuerung des Ostendes von Haiti in regnerischer oder un- 
sichtiger Witterung mufs man sich in erheblich gröfserem Abstande vom Lande 
halten, als oben angegeben. 
Der Rückweg vom letzten Hafen nach New York erfolgt auf demselben 
Wege. Nach dem Verlassen der Turks-Inseln wird der Kurs auf Barnegat 
gesetzt, wo unter gewöhnlichen Verhältnissen zuerst Land gemacht wird. 
5. Von Boston nach Westindien. 
Das hydrographische Zweigamt in Boston giebt die Wege, die die Dampfer 
der „United Fruit Company“ nehmen, wie folgt an: 
Nach der Westküste von Haiti, der Südküste von Cuba, nach 
Jamaika oder der Küste von Nicaragua bestimmt, steuert man nach dem 
Verlassen von Boston zunächt nach dem Nautucket Shoal-Feuerschiffe.. Von
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.