Dampferwege zwischen‘ Nordamerika und Westindien.
kreuzen, und finden sich später häufig innerhalb des Kap Hatteras-Feuerschiffes
versetzt. ; ws
Zwischen dem Golfstrom: ünd .der Watlings-Insel %ind die
Strömungen schwach und- folgen ‚schnell - den. Windänderungen sowohl in
Richtung wie Stärke, wodurch auch kleine Kursänderungen nöthig werden. Bei
Crooked-Eiland sind - die Strömungen ‚sehr unregelmäfsig. Die hier stetig
verkehrenden. Schiffe, obwohl immer mit‘ gleicher Geschwindigkeit fahrend,
brauchen oftmals viel mehr oder weniger Zeit, um die Strecke zwischen Bird
Rock und Castle-Eiland zu durchfahren, als es gewöhnlich der Fall ist. Dies
wird durch Ablenkung der Strömungen: an den Enden der Insel verursacht, die
durch Windänderungen entstehen. Bei der Ansteuerung von Bird Rock oder
von Castle-Eiland muß man; wenn das Land oder die Leuchtfeuer durch Regen-
schauer verdeckt sind, stets in gröfserem Abstande, etwa 3 bis 5 Sm, je nach
Umständen, passiren. ‘
Zwischen Castle-EBiland und Kap Maysi ist der Strom ebenfalls
grofsen Veränderungen unterworfen. Bei starken südlichen Winden macht sich
oftmals. eine östliche Strömung bemerkbar. .
Zwischen Kap Maysi und Jamaika, wo der Strom gewöhnlich nach
SW setzt, nimmt dieser eine SWzW- oder noch westlichere Richtung an, sobald
der Nordostpassat östlichere Richtung hat, Wenn das Wetter unsichtig ist, so
dafs man am Tage die hohen Berge von Jamaika nicht sehen kann und bei
Nacht das Leuchtfeuer auf Folly Point voraussichtlich ebenfalls nicht rechtzeitig
in Sicht kommt, hält man es für sicherer, mit östlicherem Kurse Kap Morant
anzusteuern,
; 3. Von Baltimore nach St. Thomas,
Nachdem man den Golfstrom in der Gegend von Kap Hatteras gekreuzt
hat, wird der Kurs auf Culebra Island gesetzt. Die ersten und gleichzeitig
bedeutendsten Landmarken, die auf diesem Wege in Betracht kommen, sind
die hohen Berge von Puerto Rico, von denen der Gipfel El Yunque 50 bis
70 Sm weit sichtbar ist. Von Culebra nach St. Thomas machen die vorhandenen
Landmarken und Leuchtfeuer den Weg sicher, -
Die Strömungen auf dem Wege sind nach dem Durchschneiden des
Golfstromes und bis zur Ansteuerung von Culebra schwach; das Wetter ist
gewöhnlich klar und sichtig. Wenn überhaupt Strom vorhanden ist, so ist er
gewöhnlich nordwestlich. Bei der Annäherung an Culebra darf man einen
stärker werdenden Strom mit westlicherer Richtung erwarten.
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4. Von New York nach Haiti.
._ Das Zweigamt in New York veröffentlicht die Wege der zwischen
New York und Haiti verkehrenden Dampfer. der Clyde Steamship Company,
wie folgt:
Nach Passiren von Sandy Hook wird der Kurs auf Grand Turk Island
gesetzt, welches das erste in Sicht kommende Land bildet. Wenn man nachts
dahin gelangt, so steuere man das Leuchtfeuer möglichst in Süd-Peilung an.
In der Nähe dieser Inselgruppe trifft man häufig westnordwestlichen oder nord-
westlichen Strom; daher mufßs man vorsichtig sein, dafs man nicht westwärts
versetzt wird, weil die niedrigen flachen Cays der Caicos-Gruppe nicht
befeuert sind. ‘ -
Nach dem Insichtkommen des Leuchtfeuers, das 15 Sm Sichtweite hat,
bringt man es gewöhnlich in rw. S (mw. S)-Peilung und hält es so, bis es rw. 0
(mw. 0) peilt. Inzwischen wird man das Leuchtfeuer von Salt Cay sehen, das
man nicht in westlichere als Süd-Peilung bringen darf. Hier kann man sich im
schlichten Wasser in Lee von der Insel mit langsam gehender Maschine bis
zum Anbruch des Tages aufhalten, wenn man das Leuchtfeuer von Grand
Turk-Eiland zwischen rw. N 67°0 und O (mw. ONO bis O)-Peilung, und das
Leuchtfeuer von Salt Cay zwischen rw. S11°0O und S (mw. SzO bis. S)-Peilung
hält. Nach Tagesanbruch steuert man vorsichtig auf die Insel zu und ankeit
recht vor der Stadt auf dem Riffe, dem man sich unter gröfster Sorgfalt nähern
mus, denn dasselbe‘ fällt steil ab. Während man den Anker. auf 5,5 m Wasser-
tiefe hat fallen lassen, liegt das Achterende des Schiffes, nachdem man 82m