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Annalen der Hydrographie und Marijtimen Meteorologie, März 1902.
tiefere Temperaturen im Frühling 1901 finden. Der Sommer zeigt zwar im
Mittel die gleiche Temperatur wie der von 1900, die höchste bleibt jedoch um
1,1° hinter der des Sommers 1900 zurück und tritt auch erst im Monat August
auf, während dies in den früheren Jahren im Juli stattfand. Der gröfste Unter-
schied findet sich jedoch in der Zahl der Niederschlagstage und in den Nieder-
schlagsmengen, denn während im verflossenen Jahre 58 Tage mit 472,9 mm
Niederschlag verzeichnet sind, finden wir im Jahre 1899/1900 92 Tage mit
731,2 mm, also eine Differenz von 34 Tagen und 258,3 mm.
Dieses Jahr war überhaupt das regenärmste der bis dahin heobachteten,
Wilhelm Koch.
Dampferwege zwischen Nordamerika und Westindien,
Nach „Notice to Mariners“ No. 4, 35, 75, 110 und 149. Washington 1902,
1. Von Baltimore nach Havana.
Das Zweigamt des Hydrographischen Amtes in Baltimore giebt die nach-
stehenden Anweisungen für Dampferfahrten zwischen Baltimore und Westindien.
Sie sind für Dampfer mit 9 bis 10 Knoten Fahrgeschwindigkeit gegeben unter
Berücksichtigung des Stromes bei mittleren Wind- und Wetterverhältnissen, bei
abweichenden Verhältnissen sind diese, wie an den betreffenden Stellen erwähnt,
besonders zu berücksichtigen.
Diese Reise nach Havana ist auf vier verschiedenen Wegen ausführbar.
Von der Chesapeake-Bucht an ist der Weg zunächst derselbe bis zum Diamond
Shoal-Feuerschiffe bei Kap Hatteras, dann trennen sich die Wege und führen
entweder östlich oder westlich von der nördlichen Gruppe der Brahama-Inseln
entlang oder auch innerhalb des Golfstromes längs der Küste von Nordamerika
und durch die Strafse von Florida, die auf den verschiedenen Wegen an ver-
schiedenen Stellen gekreuzt wird. ;
Weg 1. Vom Diamond Shoal-Feuerschiffe ist zunächst ein rw. S 16° W
{mw. SzW ”/s W)- Kurs gutzumachen bis etwa 100 Sm nördlich von den Bahamas.
Wenn man dort im Stande ist, den Schiffsort durch astronomische Beobachtungen
zu bestimmen und ferner die anzusteuernde Matanilla-Untiefe wie auch die
Memory-Klippe am Tage zu passiren, so ist der Kurs westlich, andernfalls
östlich von der nördlichen Gruppe der Bahama-Inseln zu nehmen.
Man steuere vom Diamond Shoal-Feuerschiffe unter Berücksichtigung des
zu kreuzeunden Golfstromes zuerst rw. S21°W (mw. SSW 14AW) bis nach
33° N-Br, und nehme dort den direkten Kurs S 16° W (mw. SzW */s W) auf, ohne
Rücksicht auf etwaige Stromversetzung. Wenn man 100 Sm nördlich von den
Bahamas angelangt ist, setze man den Kurs auf die Matanilla-Untiefe, die von
oben aus genügender Entfernung davon gesehen werden kann. Die Untiefen
und Riffe sind gut kenntlich und die Schiffahrt bei ihnen ist leicht bis zur
Memory-Klippe. Bei dieser Klippe ist der gutzumachende Kurs rw. S (mw. S'40),
was man bei westlichem Winde wohl berücksichtigen mufs, da man damit leicht
östlich versetzt wird, Sobald der Great Isaac-Leuchtthurm oder das Leucht-
feuer in Sicht kommt, steuere man so, dafs man gut westlich davon passirt,
und südlich davon so, dafs der Thurm oder das Feuer stets östlicher als rw.
N 42°0 (mw. NO%N) peilt, bis man den Leuchtthurm oder das Leuchtfeuer von
Gun Cay in Sicht hat und danach steuern kann.
Auf dem weiteren Wege sind die Bänke am Tage und bei sichtigem
Wetter gut erkennbar, und man kann dicht daran entlang fahren bis Orange
Cay. Nachts oder bei unsichtigem Wetter muß man sich in gröfserer Ent-
fernung davon halten. Vom Orange Cay steuert man mit rw. S50°W (SW '!/W)-
Kurs direkt nach dem North Elbow-Leuchtthurm, den man in geringem Abstande
passiren kann. Auf dieser Strecke findet man nur bei westlichen Winden
tromversetzung. Vom North Elbow-Leuchtthurme wird der Kurs auf den Berg
Pan of Matanzas gesetzt, der 30 bis 40 Sm weit sichtbar ist. Unter gewöhn
lichen Verhältnissen darf man für die Fahrt auf dieser Strecke auf 11 Sm nord-