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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die Witterung zu Tsingtau im September, Oktober und November 1901. 131 
Die Witterung zu Tsingtau im September, Oktober und November 
1901, nebst einer Zusammenstellung für die vier Jahreszeiten und 
das Jahr Dezember 1900 bis einschliefslich November 1901. 
Bericht der Kaiserlichen Meteorologisch-astronomischen Station in Tsingtau, 
Die folgende Tabelle enthält die meteorologischen Beobachtungen sowohl 
für die Monatsdrittel, als auch für die ganzen Monate September, Oktober und 
November 1901. Aufserdem sind die Beobachtungen für die vier Jahreszeiten 
im Einzelnen und für das verflossene Jahr von Dezember 1900 bis einschliefs- 
lich November 1901 zusammengefafst aufgestellt. 
Die Rubrik: „Allgemeine Luftbewegung“ wurde nicht ausgefüllt, da für 
den Anemometer eine passende Reduktionstabelle nicht vorhanden war. (Die 
Berechnung unter Zugrundelegung der Windbeobachtungen an den drei Ter- 
minen jedes Tages — vergl. „Ann, d. Hydr. etc.‘“ 1900, S. 63 — ist hier bei- 
gefügt worden. D. R.). 
Es wird im Folgenden die Witterung in den einzelnen Monaten, mit den 
korrespondirenden Monaten der Jahre 1899 und 1900 verglichen, beschrieben 
werden. 
September 1901. In diesem September waren die Temperatur- 
schwankungen geringer als in dem gleichen Monat der Vorjahre; die mittlere 
Tagestemperatur, welche 21,6° betrug, war annähernd dieselbe als im September 
1899 und 1900, die höchste Temperatur des Monats, 29,8°, am 20., blieb 
um 1,0° gegen die vorjährige und um U,1° hinter der des September 1899 zurück, 
die niedrigste Temperatur, 14,8°, war etwa 3,5° höher als die der Vorjahre. 
An noch 20 Tagen war das Maximum-Thermometer > 25°. 
Die mittlere Bewölkung des Himmels mit 3,9 Zehntel war geringer als 
die im gleichen Zeitraum der Vorjahre; hauptsächlich zeichnete sich das letzte 
Drittel des Monats durch schönes Wetter aus, so dals von den 8 heiteren und 
2 trüben Tagen, welche im Monat zur Auszählung kamen, auf das letzte Drittel 
allein 6 heitere Tage entfallen. Regenschauer traten an 5 Tagen auf, die im 
Ganzen jedoch nur 3,6 mm Niederschlag brachten; diesem steht September 1900 
mit 5 Regentagen und 4,7 mm und September 1899 mit ebenfalls 5 Regentagen 
und 65 mm Regen gegenüber, 
Die relative Feuchtigkeit der Luft, im Mittel 75 pCt. betragend, war 
trotzdem etwas gröfser als im gleichen Monat der Vorjahre, als Grund hierfür 
.— die im ersten Drittel des Monats frisch wehenden Nordwestwinde an- 
zusehen. 
Die Winde, welche eine mittlere Stärke von 2,5 der Beaufort-Skala ent- 
wickelten, wehten im ersten Drittel fast ausschliefslich frisch aus nordwestlicher 
Richtung, darauf mit wechselnden Stärken, jedoch nie Stärke 6 überschreitend, 
aus allen Richtungen mit Ausnahme der südwestlichen. Stärkere Winde wehten 
zur Zeit der Beobachtungstermine am 7. N 6, am 8. NW 6, am 9. WNW 6; 
NW 6 und NW 6. 
Die barometrischen Schwankungen waren gering, der Luftdruck nahm 
gegen das Ende des Monats allmählich zu. 
Oktober 1901. Während der ersten Dekade des Monats war die 
Temperatur der Luft bedeutend höher als im gleichen Zeitraum der beiden Vor- 
jahre, nahm dann gegen das Ende des Monats allmählich ab, so dafs das Monats- 
mittel der Tagestemperaturen mit 15,6° denselben Werth wie im vorjährigen 
Oktober darstellte, den des Oktober 1899 jedoch um 0,9° übertraf. Das 
Maximum der Temperatur (25,8°) wurde für den 7. notirt, das Minimum (4,7°) 
in der Nacht vom 30. zum 31. infolge des frisch aus NNW ‚wehenden Windes 
erreicht. An zwei Tagen, beide in, das erste Drittel des Monats fallend, 
erreichte das Thermometer noch einen Stand von über 25°, 
- Die mittlere Bewölkung des Himmels von 4,9 Zehnteln stellte denselben 
Werth wie im vorjährigen Oktober dar, war aber um 1,1 Zehntel größer als 
im Oktober 1899.
	        
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