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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1902, 
Landmarken, Der über 2400 m hohe Usborne-Berg ist nach Kapt. Brunst 
kaum auszumachen, Dieser Berg hat glockenförmige Gestalt und trägt 3 Gipfel, 
von denen der nördlichste am höchsten ist. Da kein anderer Gipfel in weitem 
Umkreise vorhanden ist, so kann er nicht verwechselt werden. Der etwa 1700 m 
hohe, 8 Sm von der Küste liegende Darwin- oder Pativilca-Berg soll besser 
auszumachen sein. Die an der Südseite der Bucht liegende Tomas-Huk besteht 
aus steil abfallenden dunkeln Felsen, Die Barranca-Huk liegt an der Nordseite 
der Bucht. Dicht an der Südseite der Huk liegt eine weilse hohe Klippe, die 
aber nur undeutlich auszumachen sein soll. Die Huk erscheint aus 6 bis { Sm 
Abstand als eine etwa 35 m hohe Insel. Aus 3 bis 4 Sm Abstand ist der Ort 
Barranca mit seinen reizenden Villen und Gärten eine gute Landmarke bei der 
Ansteuerung der Bucht. 
Ansteuerung: Von Atahuanqui-Huk nordwärts werden die Küstenberge 
allmählich niedriger und nehmen westliche Richtung an. Auf der ovalen Tomas- 
Huk werden die Berge wieder höher. Einige stets sichtbare Klippen liegen in 
kurzer Entfernung von der Huk. Vor der aus dunkeln Felsen bestehenden 
Küste zwischen der Tomas-Huk und der Patillos-Huk liegen im Umkreise von 
Ya Kblg einige Klippen und ein kleines weilses Inselchen. Diese Untiefen 
sind sichtbar, falls sie nicht von der Brandung überfluthet werden. Man um- 
steuere die Huk deshalb in gutem Abstande. 
Das Dorf am Hafen wird erst sichtbar, wenn die Patillos-Huk mw. 0SO 
peilt, man thut daher besser, Barranca-Huk anzusteuern. Lootsen sind nicht 
am Orte. 
Ankerplatz, Den besten Ankerplatz für grofse Schiffe auf 12 bis 15 m 
Wasser findet man in 1 Kblg Abstand vom Lande, wenn man durch den Tunnel, 
der durch die Patillos-Huk hindurchführt, gut hindurchsehen kann. „Nicaria“ 
ankerte auf etwa 14m Wasser über gutem Ankergrunde aus feinem, hartem 
Sande in 1!/2» Kblg Abstand von der Küste, von wo man die Patillos-Huk mw. 
SzO peilte. Kleinere Schiffe ankern auf 7m Wasser etwa 1 Kblg außerhalb 
der Klippen vor der Huk und in reichlich '/4 Sm Abstand vom Dorfe, indem 
sie die Tomas-Huk hinter der Patillos-Huk verschwinden lassen. 
Leuchtfeuer. Auf dem weilsen, runden, 26 m hohen Leuchtthurme auf 
der Patillos-Huk soll etwa 90m über Wasser ein Blinkfeuer, das alle 30 Se- 
kunden einen Blink zeigt, angezündet werden. Genauere Angaben fehlen noch. 
Gezeiten. Die Hafenzeit ist 4" 45“, die Fluthhöhe beträgt bei Spring- 
tide 0,9 m. 
Strom. Der Strom setzt im Allgemeinen längs der Peruanischen Küste 
mit !/a bis 1 Sm Geschwindigkeit nordwärts, gelegentlich aber auch mit gleicher 
oder noch gröfserer Geschwindigkeit südwärts. Beides darf wohl auf den Ein- 
Auf des Windes zurückgeführt werden. 
Hafenanlagen. Eine 110 m lange, eiserne Landungsbrücke, die mit 
Kränen und Gleisen versehen ist, ist in die Bucht hinein erbaut. Gelöscht und 
geladen wird aus 10 bis 28 t grofsen Leichtern. Durch Leichtermangel wurde 
das Löschen der „Nicaria“ unterbrochen. Ballast wird über Bord geworfen. 
Hafenunkosten, wie in anderen peruanischen Häfen. Für Sonntags- 
arbeit mufste an die Zollbeamten 12 £ gezahlt werden. 
Schifsausrüstung. Frischer Proviant ist reichlich vorräthig, Gemüse 
ist theuer. Kesselkohlen australischen Ursprungs sind zu haben. „Nicaria“ 
nahm in 24 Stunden etwa 200 t mit der eigenen Mannschaft über. Kohlen- 
preis die Tonne 72 A. Trinkwasser ist nicht zu haben. 
Verschiedenes, Ein Gesundheitspafßs wird verlangt. Quarantäneeinrich- 
tungen sind nicht vorhanden. Die Zollbeamten müssen sehr höflich behandelt 
werden: sie essen am Tische des Kapitäns und nicht in der Offiziers-Messe. 
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