Puerto Bolivar (Estacion Hualla):
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Ansteuerung. Von Süden kominend, nahm „Nicaria“ in Paita (4° 55‘ 8)
einen Lootsen, der das Schiff bis Puna brachte, wo Lootsenwechsel für den
Guayaquil-Flufs stattfand. Die Lootsen sind ziemlich zuverlässig, nur muls man
beim Ankern im Strom vorsichtig sein.- Von Santa Clara-Insel setzt man den
Kurs auf Jambeli-Leuchtthurm, umsteuert ihn in 1! Sm Abstand, um von der
von Jambeli sich nordwärts erstreckenden Bank frei zu kommen, und hält dann
Fahrwassermitte. Kapt. Jansen hält das Einlaufen bei Nacht für nicht rathsam.
Von Guayaquil kommend, sichtete man auf Jambeli zuerst ein viereckiges Haus
mit kleinem, viereckigem Thurme recht voraus in 5 Sm südsüdöstlichem Abstande.
Das Haus steht an der Mündung der Lagune nahe am Wasser auf dem am
weitesten nach Osten vorspringenden niedrigen Lande. . Es wurde anfangs für
den Leuchtthurm, der etwa 1 Sm mw. WNW vom Hause steht, gehalten und
darauf zugesteuert. Der Leuchtthurm, ein‘ kleiner, runder Thurm von grau-
brauner Farbe, kam in rw. S 13° 0 (mw. S’/40), etwa 4 Sm entfernt, in Sicht.
Das niedrige Land westlich vom Leuchtthurm erstreckt sich etwas weiter
hinaus, als die Karte angiebt. Auch sind die Umrisse des niedrigen Landes
östlich von der Mündung nicht den Kartenangaben entsprechend. Kine Orts-
bestimmung durch Kreuzpeilungen ist daher ausgeschlossen. „Delia“ nahm in
etwa !/a Sm Abstand vom Leuchtthurm einen Lootsen. Der Lootse war ein
Eingeborener, der das Fahrwasser gut kannte, aber mit dem Schiffe nicht zu
manövriren verstand. Das erwähnte Haus wurde in 3 bis 4 Kblg Abstand
passirt; man hielt dann die östliche Seite des Flusses. Beim Einlaufen wurde
beständig gelothet und 9 bis 13 m Wasser gefunden, was auch von Kapt. Brunst
bestätigt wird. Nur dwars von dem Hause betrug die Wassertiefe 8 m.
Lootsenwesen siehe auch unter Ansteuerung. „Nicaria“ zahlte dem
Lootsen 75 $ und freie Rückfahrt nach Paita. „Delia“ zahlte 30 A. ;
Leuchtfeuer auf Santa Clara-Insel. und Arena-Huk siehe Leuchtfeuerver-
zeichnifs. Das Leuchtfeuer auf Jambeli ist in dem Verzeichnifs nicht aufgeführt.
Auf der Karte ist es als „occasional light“ bezeichnet. „Delia“ fand es als
ein festes weißes Feuer yon 10 Sm Sichtweite.
Schleppdampfer sind nicht vorhanden.
Ankerplatz. Man ankert in etwa 2 Kblg Abstand von der Landungs-
brücke auf 11m Wasser über Schlickgrund. Der Ankerplatz ist gut.
Hafenanlagen. Eine hölzerne Landungsbrücke, an der Leichter anlegen,
ist vorhanden. Als Leichter dienen kleine Segler und eiserne Canoes, Das
Laden geht langsam, da nicht genug Leichter vorhanden sind. „Nicaria“ fand
nur 2 Leichter von 22 cbm Gröfse vor. Die Güter wurden im Zollhause
gelagert. .
Trinkwasser wird in Canoes aus dem Machala-Kriek herbeigebracht und
für 40 Pf. den Eimer verkauft. Kesselkohlen sind nicht zu haben. ;
Verschiedenes, Die Zollbehandlung war gut. An Schiffspapieren werden
die gleichen verlangt wie in allen Häfen Ecuadors. „Delia“ mufste ärztlichen
Besuch abwarten, „Nicaria“ dagegen nicht. Der Gesundheitszustand am Orte
war während des Aufenthalts der beiden Schiffe gut.
Supe.
Nach Fragebogen No, 1874 des Kapt. Paul Brunst, D. „Nicaria“, vom 18. November 1901,
ergänzt nach englischen und amerikanischen Quellen.
Supe-Bucht heifst eine etwa 1 Sm breite und '/s Sm tiefe Bucht an der
Küste Perus, die als Hafen für die etwa 2 Sm entfernten Oerter Barranca
(1700 Einw.) und Supe (1400 Einw.) dient. Ein Dorf von etwa 150 Häusern
liegt dicht am Strande an der Südostseite der Bucht und soll nach englischen
Quellen als Badeort dienen. Das Land liefert hauptsächlich Zucker und Getreide,
das meist auf Küstendampfern verladen wird. Die Bucht bietet 4 oder 5 Seglern
Raum. Geographische Lage auf 10° 50‘ S-Br und 77° 44' W-Lgeg.
1) Brit. Adm-Krt. No. 1285, Peru, Begueta Bay to R. Chicama, und Plan auf No. 1347,
Plans on the Coast of Peru.
Ann. a. Hydr. eto.. 1902. Heft HL