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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1902,
Schlickgrund. Mehrere Korallenstellen sind gut sichtbar... Nahe bei der Insel
ist 5,5 m Wasser, fast die gleiche Wassertiefe findet man in der Durchfahrt
südlich von den Inseln. Die Karte ist in dieser Gegend sehr ungenau. „Arayat“
fand 13 m Wasser zwischen den Korallenstellen durchsteuernd bis zur Einfahrt
in den Salcedo-Flufs, etwa 7 Sm nördlich von Tubabao-Insel. Landspitzen
kann man nabebei bis Gigoso-Huk hin passiren, wenn man das freie Wasser
zwischen den Riffen benutzt.
Zur Küstenkunde der Samoa-Inseln.
Nach Bericht des Kommandos S, M, S. „Cormoran“, K-Kapt. Grapow, vom 17. Oktober 1901.
(Hierzu Tafel 4.)
S. M. S. „Cormoran“ machte in der Zeit vom 5. bis 17. Oktober 1901
eine Fahrt um die beiden Inseln Sawai und Upohlu, wobei mehrere Rheden und
Ankerplätze angelaufen wurden. Dem Berichte des Kommandos wird das Nach-
stehende entnommen.
Sawal.
Salelologa. Als Ansteuerungsmarke der Rhede von Salelologa dient
zunächst beim Annähern von Westen der sich gut abhebende Tafua-Berg von
Sawai. Beim Näherkommen hält man auf die sich durch die Brandung mar-
kirende Einfahrt zu, in deren Mitte die See sich an drei flachen Stellen bricht,
indem man an B-B. auf einen etwa 300 m südöstlich von der Einfahrt liegenden
Stein gut aufpafst; die Tiefen wechseln schnell zwischen 24 bis 36 m. Die
Einfahrt ist, wie aus Skizze, Tafel 4 ersichtlich, ausgelothet worden, und die
Ausdehnungen der Riffe östlich und westlich von der Einfahrt sind durch
Winkelmessungen von Bord aus festgelegt; der erwähnte Stein liegt auf etwa
9 m Wassertiefe. Ein längeres Liegen auf dieser offenen Rhede ist während
starken Passatwindes aus SO nicht rathsam, während unter normalen Ver-
hältuissen die Rhede guten Schutz, namentlich gegen nördliche Winde, bietet.
Palauli. Aufser dem in der Karte angegebeneu Ankerplatz von Palauli
befindet sich noch ein anderer vor dem östlich von der Einfahrt liegenden
Riffe auf etwa 36 m Wassertiefe. Dieser Platz wurde von S. M. S. „Cormoran“
benutzt, weil er sich näher der Landestelle bei Palauli befindet. Ein westlich
von diesem Ankerplatz befindlicher Stein ist an Brechern gut zu erkennen.
Die Rhede bietet keinen Schutz gegen den SO-Passat. Auch der Hafen bietet
gegen Seegang wenig Schutz und kommt für Schiffe von der Gröfse des
„Cormoran“ nicht in Frage,
Salailua. Die Bucht von Salailua ist an dem Riffe leicht zu erkennen,
da dieses das erste Korallenriff an der SW-Küste von Sawai ist, das man, von
S kommend, bemerkt. Man steuert auf die Mitte der Bucht zu und ankert auf
etwa 34 m Wassertiefe.
In dem südlichen Theile der Bucht sollen nach Aussage des für die
Rundreise an Bord eingeschifften Lootsen Carras Steine liegen; von denselben
war jedoch auch später bei gröber werdender See nichts zu bemerken.
Die Bucht von Salailua bietet einen guten Ankerplatz, solange der
Wind und die See nicht direkt von SO kommen. Da die Richtung des Passat-
windes meist OSO und OzS ist, wird man den Ankerplatz oft gebrauchen
können. Weht der Wind aber aus SO, so frischt er meist sturmartig auf, und
ein auf der Rhede ankerndes Schiff ist der See voll ausgesetzt. Dieses trat
auch während der Anwesenheit S. M. S. „Cormoran“ vom 8. bis 9. Oktober
ein. Das Schiff rollte vor Anker liegend bis zu 25°, aber der Anker mit
125 m Ketie hielt auf 34 m Wasser gut; das Schiff lag auf Wind uvd See.
Sataua. Die Bucht von Sataua markirt sich gut durch die ersten euro-
päischen Häuser, die man östlich von dem zwischen Kokospalmen liegenden
Eingeborenendorf Papa bemerkt; man steuert in dieg Mitte der Bucht hinein
und ankert auf etwa 30 bis 38 m Wassertiefe. Die Bucht bietet gegen den
Passat guten Schutz, Eine Bootsdurchfahrt im Riffe ist vorhanden.