‘90 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1902.
werden. .Landungsplätze für Boote, Die Boote der Dubasch landen ge;
wöhnlich !/s Sm südlich vom Feuerthurm. . Das Landen. am Seestrande ist häufig
gefährlich und zeitweise unmöglich. ; .
” Handelsverkehr. Im Jahre 1896 liefen ein 1590 Schiffe von 4223 108
Registertonnen brutto, wovon 1387 mit 60551 Registertonnen den inneren
Hafen aufsuchten. Die Einfuhr besteht aus Reis, Korn, Zucker, Metallen,
Maschinerien, Baumwollgarn und hatte 1896,97 einen Werıh von 6,9 Millionen
Rupien. Die Ausfuhr besteht aus Oel, Kokos, Thee, Pfeffer, Kopra, Brech-
nufs, Gelbwurz und hatte 1596/97 einen Werth von 13,4 Rupien. Mehıere
englische Dampferlinien laufen den Hafen an. Einige europäische Segelschiffe
laden gelegentlich tür Häfen Nordamerikas. Die Küstenschiffahrt wird von
einer grofsen Anzahl einheimischer Fahrzeuge betrieben, Post und Telegraph
sind vorhanden.
Schiffsausrüstung. Kesselkohlen sind nicht zu haben. Frischer
Proviant reichlich und billig. Trinkwasser ist schlecht und sollte nur im
Nothfalle genommen werden. In diesem Falle lasse man es von dem 18 Sm
entiernten Alwaye kommen. Ein Boot mit 15 bis 20 Oxhoft kostet 15 Rupien.
Stauholz ist sehr theuer. Sandballast kann geliefert werden, zwei Rupien
die Tonne. Ballast kann auf 13 m Wassertiefe über Bord geworfen werden,
Auskunft für den Schiffsverkehr, Deutscher Konsul ist C. F. Roth,
Nach indischen Quellen sollten Schiffsführer beim Abschluls von Frachten dar-
auf dringen, dafs ein Vermerk über die täglich mindestens zu löschende Menge
gemacht wird, da die übliche Bemerkung „nach Hafenbrauch“ in Cochiu werth-
los ist. Pampfer haben schon 20 Tage zum Löschen von 30U0 t Reis gebraucht.
Beim Löschen ist auf die Leichtermannschafien wohl zu achten, da sie olt
stehlen sollen.
Die Insel Samar,
Nach „Notice to Mariners“ No, 62, 63, 64, 65, 66, 67. Washington 1902,
Warnung. Auf die Karten von Samar darf man sich nicht verlassen.
Ortsunkundige sollten sich der Küste nur bei Tage nähern, und auch dann nur,
wenn die Sonne hoch genug steht. Bei Sonnenhöhen unter 25° kommen mög-
licherweise die Riffe, wenn man darauf zusteuert, nicht zu Gesicht. Lothen
hat wenig Zweck, da einzelne Korallenstämme in 18 bis 36 m Wasser bis in die
Wasserlinie treten. Riffe, auf. denen 4 bis 5 m Wasser ist, haben meist dunkel-
rothe oder braune Farbe. Bei geringerem Wasserstande sind sie heller, zeit-
weise fleckig weiß, Wolkenschatten erhöhen die Schwierigkeit, da sie alle
Abtönungen von dunkelroth oder braun bis weiß haben. Man meide daher alle
dunkeln Stellen und sei stets sehr vorsichtig.
Nordwestküste. Mauo-Flufs. Die Einfahrt in den Mauo (Mobo)-Flufs
ist felsig. Das Fahrwasser führt dicht an dem auf seiner Nordseite bewaldeten
Küstenabhange vorbei. Es i-t zwischen der Innenkante des Abhangs und dem
langen Riffe südlich davon etwa 18 m breit und hat 4,5 m Wasser bei Niedrig-
wasser, \on dem Dorfe auf dem nördlichen Ufer erstreckt sich eine Bank, auf
deren Aufsenkante 1,5 m Wasser ist. Um davon freizukommen, mufs man scharf
nach rechts drehen, sobald der Steven innerhalb des Riffes ist. Oberhalb des
Riffes steht 5,5 bis 9 m Wasser, man darf jedoch von etwa 45 m oberhalb des
Riffes an nur auf 4,5 ın Wasser rechnen. Man findet hier guten Ankerplatz für
Schiffe von 2,7 m Tiefgang und höchstens 42 m Länge. Bei längeren Stürmen
mit vielem Regen mufs man auf treibende Bäume und Baumstümpfe Acht geben.
Mit 3,7 m Tiefgang kann man bis zu den Wasserfällen, 1 Sın fufßsaufwärts,
kommen. Boote können hier bequem und reichlich Wasser nehmen, Ankerplatz
für Schiffe von 1000 t auf 18 bis 13 m Wasser über Sand- und Schlickgrund
liegt draufsen. Man halte das Dorf frei von dem Küstenabhange und ankere
auf 18 bis 13 m Wasser, ;
.. Im Granja. Man kann vor den Ruinen der Stadt, '/a Sm davon, auf
18 m ‚Wasser über Sandgrund mit Korallenstellen ankern. Der Ankerplatz ist
aber bei schlechtem Wetter nicht gut.