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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Cochin. 
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Änkergrund und weniger bewegte See findet. Dies soll während des NO-Monsuns 
zutreffen, Aufsert sich Kapt. Bahle, jedoch wäre es rathsam, beim SW-Monsun 
gleich den Ankerplatz bei Mallipurum oder Narakel aufzusuchen und dort zu 
Jaden. Man hat dann den. Vortheil, dafs, der ruhigen-See halber, das Laden 
schneller von statten geht, als auf der Cochin-Rhede, Auch braucht man so 
nur Tonnengeld für einen Ankerplatz zu bezahlen, da Mallipurum und Narakel 
unter einem Rajah- stehen, Cochin aber englische Kolonie ist. Die Leichter- 
fracht nach diesen Ankerplätzen ist allerdings doppelt so hoch als in Cochin. 
„Deike Rickmers“ ankerte auf dem in „West coast of Hindustan Pilot“, 4, ed; 
1898 gegebenen Ankerplatze auf 9 m Wasser, Grund Schlick, in den Peilungen: 
Cochin-Leuchtthurm S 50°O, Obelisk N 23° O0, Mallipurum-Flaggenmast N 45° 0, 
Dieser Ankerplatz soll der hier auffallend ruhigen See halber beim SW-Monsun 
sehr gut sein. Die Entfernung des in der Brit. Adın-Krt. No. 749 gegebenen 
Ankerplatzes von Cochin ist für die Leichter zu grofs. Nach Kapt. H. Schmidt 
sollen durchschnittlich im April 5, im Mai, Juni, Juli, August je 10, im Sep- 
tember 5. bis 10, im Oktober 5 Brandungstage eintreten, wo es nicht möglich 
ist, Leichter aus dem Flufs nach der Rhede zu schaffen, Der Ankerplatz wird 
vom Hafenmeister jedes Jahr gleich nach Auftreten des Monsuns sorgfältig 
untersucht. 
Gezeiten. Die Hafenzeit in Cochin ist 11" 26”, die Fluthhöhe beträgt 
bei Springtide 0,9 m, bei Niptide 0,45 m. Die Nachttiden sind von November 
bis März höber als die Tagtiden, von Mai bis August ist das Verhältnifs um- 
gekehrt, im April und September sind Tag- und Nachttiden gleich. Das höchste 
Hochwasser findet am 3. Tage nach Neu- und Vollmond statt. 
Die Gezeitenströme setzen auf der Barre etwa 30” früher ein als in 
Vaipin, und 1’4* früher als bei der englischen Residenz. Der Ebbstrom erreicht 
beim NO-Monsun bei Springtide 2 bis 3 Sm Geschwindigkeit, der Fluthstrom 
1 bis 2 Sm. Der Fluthstrom setzt zeitweise 2 Stunden vor Beginn der Fluth- 
tide in die Mündung hinein. Beim SW-Monsun, vom Mai bis September, er- 
reicht der Fluthstrom 4 Sm, der Ebbstrom 5 Sm Geschwindigkeit. Während 
der Regenzeit setzt der Strom zeitweise ohne Unterbrechung 4 bis 5 Tage lang 
aus dem Hafen heraus, der Fluthstrom tritt dann ganz unregelmäfsig auf, 
Barre, Auf der Barre steht bei Springtide - Hochwasser mindestens 
4,9 m Wasser. In den letzten Jahren sollen mehrere grofse Dampfer, darunter 
ein oder zwei über 2U00 Registertonnen, im inneren Hafen bis zu 4,7 m Tief- 
gang beladen worden sein und auslaufend keine Schwierigkeiten oder Zeit- 
verlust gehabt haben. Da der Ankerplatz im inneren Hafen ziemlich dicht 
beim Kai liegt, so kann dadurch beträchtliche Zeit- und Geldersparniis erzielt 
werden. Der Hafenmeister ertheilt über das Einbringen von Schiffen Bescheid. 
Die Barre zu passiren ist bei auslaufendem Strome und gleichzeitig 
wehender Seebrise gefährlich. Beim Nordostmonsun weht Seebrise nachmittags 
and Landbrise vormittags. 
Einfahrt in den Hafen. Das Fahrwasser über die Barre wird durch 
zwei spitze Tonnen mit Korb-Toppzeichen, eine schwarze an der Nordseite, 
eine rothe an der Südseite, bezeichnet. Etwa auf halbem Wege zwischen der 
nördlichen Tonne und der Vaipin-Huk liegt an der Nordseite des Fahrwassers 
eine schwarze spitze Tonne zur Bezeichnung der Südkante eines Sandsteertes. 
Die Tonnen auf der Barre werden vom 15. Mai: bis 15. September eingezogen; 
der innere Hafen ist dann für die Schiffahrt geschlossen. Im inneren Hafen 
sollen zur Bezeichnung des Ankerplatzes mehrere Tonnen ausliegen. ; 
Mafeneinrichtungen. Einige Firmen haben Landungsbrücken am Hafen. 
Die Ladung wird mit Handkränen in Leichter abgesetzt, die etwa 10 t tragen: 
120 „licensed“ Boote sind vorhanden. Löschen und Laden auf der Rhede ist 
nachmittags: meist nur an der Landseite möglich. Eine Hafenordnung wird 
jedem Schiffsführer nach der Anmeldung eingehändigt. Sie enthält Vorschriften 
über Ankern, Platz ändern, Löschen und Laden, Hafen-, Sturm- und Gezeiten- 
signale. Die Signale werden vom Leuchtthurm gezeigt. Dockanlagen sind 
nicht vorhanden. Vorrichtungen zum Kielholen für Schiffe, die den inneren 
Hafen aufsuchen können, sind getroffen. Früher sollen in Cochin Schiffe bis zu 
1000 t gebaut: sein, die-Baustellen sind jedoch jetzt verfallen. Küstenfahrzeuge 
and Leichter werden gebaut. Kleine Ausbesserungen können vorgenommen
	        
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