Cochin.
119
Änkergrund und weniger bewegte See findet. Dies soll während des NO-Monsuns
zutreffen, Aufsert sich Kapt. Bahle, jedoch wäre es rathsam, beim SW-Monsun
gleich den Ankerplatz bei Mallipurum oder Narakel aufzusuchen und dort zu
Jaden. Man hat dann den. Vortheil, dafs, der ruhigen-See halber, das Laden
schneller von statten geht, als auf der Cochin-Rhede, Auch braucht man so
nur Tonnengeld für einen Ankerplatz zu bezahlen, da Mallipurum und Narakel
unter einem Rajah- stehen, Cochin aber englische Kolonie ist. Die Leichter-
fracht nach diesen Ankerplätzen ist allerdings doppelt so hoch als in Cochin.
„Deike Rickmers“ ankerte auf dem in „West coast of Hindustan Pilot“, 4, ed;
1898 gegebenen Ankerplatze auf 9 m Wasser, Grund Schlick, in den Peilungen:
Cochin-Leuchtthurm S 50°O, Obelisk N 23° O0, Mallipurum-Flaggenmast N 45° 0,
Dieser Ankerplatz soll der hier auffallend ruhigen See halber beim SW-Monsun
sehr gut sein. Die Entfernung des in der Brit. Adın-Krt. No. 749 gegebenen
Ankerplatzes von Cochin ist für die Leichter zu grofs. Nach Kapt. H. Schmidt
sollen durchschnittlich im April 5, im Mai, Juni, Juli, August je 10, im Sep-
tember 5. bis 10, im Oktober 5 Brandungstage eintreten, wo es nicht möglich
ist, Leichter aus dem Flufs nach der Rhede zu schaffen, Der Ankerplatz wird
vom Hafenmeister jedes Jahr gleich nach Auftreten des Monsuns sorgfältig
untersucht.
Gezeiten. Die Hafenzeit in Cochin ist 11" 26”, die Fluthhöhe beträgt
bei Springtide 0,9 m, bei Niptide 0,45 m. Die Nachttiden sind von November
bis März höber als die Tagtiden, von Mai bis August ist das Verhältnifs um-
gekehrt, im April und September sind Tag- und Nachttiden gleich. Das höchste
Hochwasser findet am 3. Tage nach Neu- und Vollmond statt.
Die Gezeitenströme setzen auf der Barre etwa 30” früher ein als in
Vaipin, und 1’4* früher als bei der englischen Residenz. Der Ebbstrom erreicht
beim NO-Monsun bei Springtide 2 bis 3 Sm Geschwindigkeit, der Fluthstrom
1 bis 2 Sm. Der Fluthstrom setzt zeitweise 2 Stunden vor Beginn der Fluth-
tide in die Mündung hinein. Beim SW-Monsun, vom Mai bis September, er-
reicht der Fluthstrom 4 Sm, der Ebbstrom 5 Sm Geschwindigkeit. Während
der Regenzeit setzt der Strom zeitweise ohne Unterbrechung 4 bis 5 Tage lang
aus dem Hafen heraus, der Fluthstrom tritt dann ganz unregelmäfsig auf,
Barre, Auf der Barre steht bei Springtide - Hochwasser mindestens
4,9 m Wasser. In den letzten Jahren sollen mehrere grofse Dampfer, darunter
ein oder zwei über 2U00 Registertonnen, im inneren Hafen bis zu 4,7 m Tief-
gang beladen worden sein und auslaufend keine Schwierigkeiten oder Zeit-
verlust gehabt haben. Da der Ankerplatz im inneren Hafen ziemlich dicht
beim Kai liegt, so kann dadurch beträchtliche Zeit- und Geldersparniis erzielt
werden. Der Hafenmeister ertheilt über das Einbringen von Schiffen Bescheid.
Die Barre zu passiren ist bei auslaufendem Strome und gleichzeitig
wehender Seebrise gefährlich. Beim Nordostmonsun weht Seebrise nachmittags
and Landbrise vormittags.
Einfahrt in den Hafen. Das Fahrwasser über die Barre wird durch
zwei spitze Tonnen mit Korb-Toppzeichen, eine schwarze an der Nordseite,
eine rothe an der Südseite, bezeichnet. Etwa auf halbem Wege zwischen der
nördlichen Tonne und der Vaipin-Huk liegt an der Nordseite des Fahrwassers
eine schwarze spitze Tonne zur Bezeichnung der Südkante eines Sandsteertes.
Die Tonnen auf der Barre werden vom 15. Mai: bis 15. September eingezogen;
der innere Hafen ist dann für die Schiffahrt geschlossen. Im inneren Hafen
sollen zur Bezeichnung des Ankerplatzes mehrere Tonnen ausliegen. ;
Mafeneinrichtungen. Einige Firmen haben Landungsbrücken am Hafen.
Die Ladung wird mit Handkränen in Leichter abgesetzt, die etwa 10 t tragen:
120 „licensed“ Boote sind vorhanden. Löschen und Laden auf der Rhede ist
nachmittags: meist nur an der Landseite möglich. Eine Hafenordnung wird
jedem Schiffsführer nach der Anmeldung eingehändigt. Sie enthält Vorschriften
über Ankern, Platz ändern, Löschen und Laden, Hafen-, Sturm- und Gezeiten-
signale. Die Signale werden vom Leuchtthurm gezeigt. Dockanlagen sind
nicht vorhanden. Vorrichtungen zum Kielholen für Schiffe, die den inneren
Hafen aufsuchen können, sind getroffen. Früher sollen in Cochin Schiffe bis zu
1000 t gebaut: sein, die-Baustellen sind jedoch jetzt verfallen. Küstenfahrzeuge
and Leichter werden gebaut. Kleine Ausbesserungen können vorgenommen