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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Zur Küstenkunde Venezuelas, 
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Bemerkungen fiber Cumana und Guanta, 
Nach Reisebericht S. M. S. „Moltke*, Komdt. Kapt z.S. Franz, vom 12. Dezember 1901. 
Cumana. Ansteuerung des Ankerplatzes, S. M. S. „Moltke“ steuerte 
auf der in der Brit. Adm-Krt. No. 1523 gegebenen Leitmarke: Kirchthurm in 
ew. N 88°0 (mw. N87°0) ein und ankerte auf 24 m Wasser. Vom Ankerplatze 
peilte Caney-Huk (die über Arenas-Huk am meisten hinausragende Huk an der 
Südwestseite der Landzunge, die die Cariaco - Bucht begrenzt) rw. N 40°W 
(mw. NW!/N). Tiefgehende Schiffe dürfen die Huk nicht westlicher peilen als 
rw. N40°W, Peilt man die Kirche rw. N 88°O, so ist sie in Deckpeilung mit 
dem Südende des auf dem Berge stehenden Gebäudes, und nicht, wie die Karte 
zeigt, mit dem Südende des Berges. 
Guanta (Hafen für Barcelona), Ansteuerung. Von Cumana kommend, 
kann man die Einfahrt zur Mochima-Bucht, Picuda grande und Borracha-Insel 
als Landmarken verwenden. S. M. SS. „Moltke“ steuerte, als die Insel Borracha 
rw. S63°0 (mw. SWzW!/2W) peilte, auf die Insel zu, his sich das Schiff 
nördlich von der Durchfahrt zwischen Chimana grande und Chimana segunda 
befand. Diese Durchfahrt ist für Schiffe jeder Gröfse leicht fahrbar; den darin 
liegenden Felsen läfst man einlaufend -an B-B. : : . 
Der Hafen von Guanta wird schon in der Mitte der Durchfahrt sichtbar, 
Nach dem Passiren der Osthuk von Chimana grande kann man darauf zusteuern. 
Die Einfahrt führt zwischen den Inseln Tourblanche und Ronde hindurch, von 
denen namentlich die erstere gut auszumachen ist. Von der Mitte zwischen 
diesen Inseln steuerte S. M. S. „Moltke“ auf rw. S10°0 (mw. SzO)-Kurse auf 
Jas Zollhaus zu und ankerte dwars von Verte-Insel. 
Bemerkungen über die Küste zwischen La Gunaira und Turiamo.’) 
Nach Fragebogen No. 1880 und 1881 des Stenermannes E. Herrmann, S. M. S. „Vineta“ vom 
27, Dezember und 14. September 1901. 
. Landmarken für die Ansteuerung von La Guaira.. Auf. der Fahrt von 
St. Thomas (Portorico) nach La Guaira wurde die Durchfahrt zwischen den 
Inseln Los Roques und Aves benutzt. Die Insel El Roque mit dem Leucht- 
thurm auf dem Hügel kam bei 14 m Augeshöhe in 28 Sm Entfernung in Sicht, 
Die Insel‘ erschien anfangs als ein doppelter Hügel, nahm aber in Ostpeilung 
eine mehr rechteckige Form an. Das westlichste Inselchen ist an einigen hohen 
Bäumen kenntlich, konnte aber erst aus 7 Sm Abstand gesichtet werden. Die 
hohen Berge an der‘ venezolanischen Küste kamen schon aus 60 Sm Abstand 
in Sicht, sowie auch der auffallende dreieckige Einschnitt in den Kamm des 
höchsten Theiles -der Gebirgskette, Silla de Caracas. Die Lichter der Stadt 
waren 7 Sm sichtbar. Die beiden kleinen Feuer auf dem Fort Vigia kommen 
erst mit dem rothen Feuer auf dem Wellenbrecher in Sicht. 
Landmarken zwischen La Guaira und Puerto Turiamo. Auf der 
Fahrt von La Guaira nach Puerto Turiamo konnten Ortsbestimmungen 
nach Landmarken nicht gemacht werden. Die im Innern hinter dem Küsten- 
yvebirge liegenden hohen einzelnen Berge sind von See aus nicht sichtbar, 
Erst dicht bei der Cata-Bucht kommen Landmarken durch. Die östliche Huk 
an der Bucht scheint eine Insel zu sein, sie besteht aus grauen, steil abfallenden, 
atwa GO m hohen Felsen mit scharfen verwitterten Kanten. Das Hinterland scheint 
fach zu sein und ist mit Buschwerk bestanden. Die Küste hinter der etwa 
12 m hohen Huk Punto de Ocumare aus grauem Gestein bildet ein schöner, 
hellgelber, gut sichtbarer Sandstrand, dann folgt ein steil abfallender Küsten- 
abhang und dahinter wieder eine kurze Strecke Sandstrand. } 
Die Cienaga de Ocumare - Bucht wird im Iunern von einem Sandstrande 
begrenzt. Nach der Karte soll an der Westseite der Einfahrt eine Insel liegen; 
as ist jedoch eine Landzunge. Ein Felsen, ähnlich und an Höhe gleich dem bei der 
Cata-Bucht, steht anscheinend mit dem Festlande durch eine niedrige Felswand 
in Verbindung. Das der Turiamo-Huk vorgelagerte niedrige gelbbraune 
Inselchen ist an dem dahinterliegenden kegelförmigen Berge leicht kenntlich. 
Letzte Veröffentlichung in den „Ann. d. Hydr. ete.“, 1901, S.'49 bis 65,
	        
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