Kleinere Mittheilungen.‘ 4 +
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weiße Boje, während das dort angegebene rothe Kreuz noch vorhanden ist:
Die Insel Kaboteron, welche nördlich am KEingange: in das Nusa-Fahrwasser
liegt und an den mit Wellblech bedeckten Häusern: gut kenntlich sein :soll,
kann nicht mehr mit Bestimmtheit an diesem Merkmal erkannt werden, da
auch fast alle anderen gröfseren Inseln Handelsniederlassungen tragen, Man
kann die Insel Kaboteron aber wohl an der dichten Bewaldung und den recht
bedeutenden: Kokosnufsanpflanzungen erkennen, von denen sich letztere aber
nur in der Nähe gut markiren. Für Schiffe mit 4 m Tiefgang und:. darüber
halte ich das Nusa-Fahrwasser wegen der Untiefen nicht für geeignet,. da es
nur mit grofser Vorsicht passirt werden kann. In. .der Nissel-Einfahrt; durch
welche ich den Hafen von Nusa verliefs, fand ich keine Stelle unter‘10 m ünd
im Norden der Inseln wurden bis zur Einfahrt in die Steffen-Strafse keine. Riffe
gesichtet. Diese Passage halte ich daher für gröfsere Schiffe für die geeignetste
Einfahrt nach dem Nusa-Hafen. ‘ ;
14. Nagasaki. (Nach Fragebogen No. 1858.des Kapt. J. A. Barber, Schiff
„H. Hackfeld“ und. dem Tagebuche des Kapt. W. Schweer, D.. „Tueuman“).
Landmarken. Auf der etwa 2 Sm südlich von Iosima (Iwo-Shima) liegenden
Insel Takasima befindet sich ein Kohlenbergwerk mit zwei hohen Schornsteinen,
wodurch die Insel am schnellsten und sichersten ‚ausgemacht werden kann.
Lootsenwesen. Lootsen erhält man bei Iosima-Leuchtthurm. Das Lootsen-
boot ist eine Art „Walboot“ (schwarz mit weifßsen Buchstaben „Pilotboat“),
das eine weifßs und rothe, wagerecht gestreifte Flagge mit weißem P führt. Der
Lootse hält sich nachts beim Iosima-Leuchtthurme nur auf, wenn Dampfer tele-
graphisch gemeldet werden. In Nagasaki sind zwei patentirte Lootsen, ein
Europäer und ein Japaner. „H, Hackfeld“ zahlte 37 Yen Lootsengeld. Lootsen-
zwang besteht nicht. Schleppdampfer kommen nur auf Bestellung. nach See.
Ein Seeschlepper ist im Hafen. „H. Hackfeld“ zahlte von Jobana bis !/4 Sm
nördlich von Megami-Huk einlaufend 90 Yen, auslaufend 50 Yen. Quarantäne.
Aerztliche Visite findet bei Megami-Huk statt. Gesundheitspafs und andere
Papiere wurden nicht verlangt. Dagegen mulste vom Kapitän und Schiffsarzt. ein
Formular ausgefüllt werden, das die üblichen Bemerkungen, sowie Krankheits-
und Todesfälle au ‚Bord enthielt. Zollbehandlung ist gut, ein Ladungs-
manifest wird verlangt. Signalstation beim Leuchtthurm Iobana auf Iosima
ist nicht vorhanden. . Die Signalstation auf Megamibana steht mit der Stadt in
telegraphiseher Verbindung. ;
15; Samarang (Java). (Nach Konsulatsfragebogen No. 1860 vom 13. No-
vember 1901.) Größere Schiffe ankern auf der Rhede, nur Leichter und Küsten-
fahrzeuge können in den Hafen einlaufen. Lootsen sind nicht vorhanden,
Vier Schlepper für den Leichterverkehr, die Seeschiffe nur kurze Strecken
schleppen können, sind vorhanden. Schlepplohn nach Uebereinkunft. Ein
Ladungsmanifest und eine Proviantliste müssen eingeliefert werden. Eine
Quarantäneanstalt ist nicht vorhanden, Ein kleines Hospital für ansteckende
Krankheiten liegt am Hafenkanal. Die Patienten werden dort jedoch leicht
von Malaria befallen. Hafenunkosten. Tonnengeld 451% c. die Registertonne.
Diese Abgabe wird bis zu 6 Monaten nach Ankunft des Schiffes in allen Häfen
des niederländischen Archipels nur einmal erhoben. Stempelabgabe für Aus-
klarirungsattest des Hafenmeisters und ein Manifest je 1'/a florin. ; Schiffs-
ausrüstung. Gutes Trinkwasser kann unentgeltlich aus artesischen. Brunnen
am Hafenkanal entnommen und dann in Fässern oder Wasserbooten an Bord
geschafft werden. Für Benutzung der Wasserboote bezahlt man 2!/2 florin die
Tonne. Frischer Proviant ist stets reichlich vorräthig. Dauerproviant ist nur
in geringer Menge zu hohen Preisen zu haben. : Bunkerkohlen sind nicht vor-
räthig. Im Nothfalle kann man von der Eisenbahn geringe Mengen erhalten,
Preis dann: doppelt so hoch als.in Batavia oder Soerabaja. Ein: Dock kann
nur kleine Dampfer aufnehmen.
16. Caleutta. (Nach Fragebogen No. 1863 des Kapt. F. Prösch; D. „Frei-
burg“ vom 8. November 1901 und No. 1866 des Kapt. F. Jäger, D. „Saxonia“
vom 29. November 1901.) Lootsenwesen. Die als Brigg getakelten Lootsen-
[ahrzeuge liegen beim NO-Monsun innerhalb, beim SW-Monsun aufserhalb des