110 Anualen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1902,
Einsteuerung auf 4 bis 3 Sm Abstand nicht schwarz und weils gewürfelt, sondern
gelbgrau, ähnlich dem Lande. Beim Passiren der Bake konnte man noch. die
verblicehenen Farbenstriche schwach erkennen.
11. Bemerkungen über Tengtschou-Fa. Nach dem Reiseberichte S. M. S.
„Kaiserin Augusta“, Kommandant Kapt, z. See Stein, vom 10. August 1901.
Tengtschou-Fu (Seite 223 des Handbuches „Die wichtigsten Häfen Chinas“).
Der Hafen, der innerhalb der Mauer der Hafenstadt liegt, ist sehr flach und
fällt bei Niedrigwasser gröfstentheils trocken. Einige kleinere Dschunken können
in dem äufsersten Theile des Hafens, dicht bei der Durchfahrt durch die Stadt-
mauer, liegen. Die Angaben bezüglich des Dschunkenverkehrs auf Seite 223 des
Handbuches „Die wichtigsten Häfen Chinas“ sind demnach zu hoch gegriffen,
Die große eigentliche Stadt liegt landeinwärts von dem Hafenorte und ist durch
eine besondere Mauer für sich ‚eingeschlossen. Fast alle Häuser - werden, von
der Stadtmauer aus beobachtet, durch üppigen Baumwuchs verdeckt. Innerhalb
der Stadtmauer liegt viel freies Land, das ‚mit chinesischer Sorgfalt bebaut und
bepflanzt wird. In den Läden waren nur Hülsenfrüchte und Salz zu sehen,
auf der Strafse hielten Händler allerlei Früchte und Fische feil. Das Militär-
lager, das westlich von der eigentlichen Stadt liegt und in der Seekarte der
Miau-Tau-Inseln angegeben ist, war scheinbar leer, dagegen wurde im Osten der
Hafenstadt ein belegtes Lager gesehen. Auf der Stadtmauer sind keine
Geschütze aufgestellt, aufser vier alten gänzlich unbrauchbaren Böllern in ver-
witterten Holzlaffeten rechts und links von der Hafeneinfahrt; 18 nach See zu
gerichtete Geschütze wurden im Osten der Hafenstadt am Strande hinter einem
scheinbar künstlichen und erst neuerdings aufgetragenen Sanddamme wahr-
genommen, die aber ebenfalls alte chinesische eiserne Vorderlader in Holz-
laffeten sind.
12. Bemerkungen über Matupi. Nach Reiseberichten S. M, S. „Möwe*,
Kommandant F-Kapt. Carl Schönfelder, vom September 1901. Zur Er-
leichterung der Einsteuerung in den Hafen von Matupi auf der Vulkan-
Halbinsel sind zwei Baken errichtet worden. Die vordere Bake steht am
Strande und besteht aus einer vierbeinigen Pyramide ınit einem mit der
Spitze nach oben gerichteten Dreieck. Die hintere Bake steht auf einer Er-
höhung und ist ein mit der Spitze nach unten gerichtetes Dreieck ohne Unterbau.
Das untere Dreieck ist links weifßs und rechts roth, und das obere rechts roth
and links weiß gestrichen. Die Buken sind eintriangulirt und über Matupi—
Ostpfeiler und Schwefelhukpfeiler berechnet. Die untere Ansegelungsbake liegt
auf 4° 13‘ 36,3278“ S-Br. und 152° 12‘ 11,4046“ O-Lg. Die obere Bake liegt auf
4° 13‘ 26,8793“ S-Br. und 152° 12’ 8,8963“ O-Lg. ..
Bei der Ansteuerung des Hafens von Matupi mufs ınan zuerst auf das
Haus in Raule zu halten, bis die Baken in Eins sind, und dann in dieser Linie
weiter laufen. Die 5 m-Stelle, welche sich, wie die neuesten Lothungen ergeben
haben, nach Norden ausgedehnt hat, hat man passirt, sobald man sich in der
Linie Matupi—Osthuk und Krater befindet. Beim Auslaufen aus dem Hafen
von Matupi hat man die Untiefe passirt, sobald die Osthuk von Matupi mit der
Nordhuk der Insel Matupi in Eins peilt.
Aufserdem ist auf der Untiefe südlich von Matupi eine dreibeinige roth
gestrichene Bake errichtet, deren Lage durch Doppelwinkelmessung festgelegt
ist zu 4° 14’ 46,5 S-Br. und 152° 12‘ 6,2" O-Lg. ;
13. Bemerkungen über die Steffen-Strafse und das Nusa-Fahrwasser.
Nach Reisebericht S. M. S, „Möwe“, Kommandant F-Kapt. Carl Schönfelder,
vom 14. September 1901. Auf der Hinfahrt nach Nusa ging ich durch die Steffen-
Strafe und das Nusa-Fahrwasser, da dieses nach der Karte am besten vermessen
zu sein scheint. Ich fand jedoch in dem Nusa-Fahrwasser einige flache Stellen von
nur 7m Wasser und in der Bakenlinie, die nach Nusa hineinführt, eine Stelle
von nur 5 m, während dort nach der Karte 22 m sein sollten. Diese Stelle liegt
in der früheren Bakenlinie und auf der Verbindungslinie der Nordhuk der Globipg-
Insel mit Hansalc-Riff. Die beiden Baken, welche die Einsegelungslinie nach
Nusa bezeichnen sollen, sind nicht mehr vorhanden. Ebenso fehlt die im
Heft III der Annalen der Hydrographie vom Jahre 1900 angegebene kleine