108 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1902
Kriegsschiff „Indiana“, das bei 10288 t Wasserverdrängung einen Tiefgang von
8,5 m hatte. .
Eine Aufschlepphelling von 48,8'm Länge, die Schiffe von 2,4 m Tiefgang
vorn und 3,7 m hinten aufnehmen kann, ist vorhanden. Gröfstes Schiff, das
die Helling benutzte, hatte, bei 51,8 m Länge und 7,9 m Breite, vorn und
hiuten 3,3 m Tiefgang. Zwei gut ausgerüstete Eisenwerke können Ausbesserungen
ausführen. Für Benutzung «der Helling ist zu zahlen: von Dampfern für Auf-
schleppen 80 c die Tonne, von Segelschiffen 70 c; ferner für jeden weiteren
Tag 25 c oder 20 ec.
Handelsverkehr. Es liefen im Jahre 1899 ein insgesammt 394 Schiffe
von 480 460 Registertonnen. 1900 verkehrten im Hafen 30 deutsche Dampfer
von 39402 Registertonnen und 3 deutsche Segler von 3725 Registertonnen.
Die Einfuhr besteht aus Reis, Schmalz, Speck, Mehl, Eisenwaaren, Leder-
waaren u. 8. w. und hatte 1900 einen Werth von 5,3 Millionen $. Die Aus-
fuhr besteht aus Zucker, Tabak, Holz, Honig, Wachs und hatte 1900 einen
Werth von 3,8 Millionen Mark,
__ Dampferlinien. Die Dampfer der Hamburg — Amerika - Linie laufen
den Hafen zweimal monatlich an. Außerdem besteht Dampferverbindung mit
den Vereinigten Staaten.
Bahnverbindung- besteht mit Havanna, Trinidad und den wichtigsten
Städten westlich von Cienfuegos. Seefischerei ist ganz unbedeutend und deckt
nur den Ortsbedarf.
Schiffsausrüstung. :Etwa 3000 Tonnen amerikanische Kesselkohlen
sind vorräthig. Die Kohlen werden in Leichtern längsseit gebracht und in
Körben übergetragen. Kohlenpreis war 1900 6'/ bis 7 $ die Tonne. Frischer
Proviant ist zu haben, Dauerproviant ist nicht vorräthig, Hartbrot kann man
auf Bestellung erhalten. Trinkwasser erhält man von den Wasserbooften,
1] Tonne = 158
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutscher Vicekonsul ist F, W.
Hunicke, das Konsulat liegt dicht am Hafen. Ein Agent der Hamburg—
Amerika - Linie ist am Orte. Oeffentliche und private Krankenhäuser sind
vorhanden. Mannschaftsentweichungen fanden 1900 nicht statt.
Kleinere Mittheilungen.
4. Hongkong. Nach Konsulatsfragebogen No. 1848. (Seite 57 des Hand-
buches „Die wichtigsten Häfen Chinas“.) Dampferlinien: Hinzugekommen
ist die Northern Pacific Steamship Co., die etwa alle drei Wochen Fracht- und
Passagierdampfer zwischen Portland (Tacoma): oder Vancouver und Hongkong
verkehren lälst. Kohlenpreise Ende August 1901: Für japanische und
australische Kohlen wie im August 1900; für Cardiff-Kohlen 26 83. Eine neus
Matrosen-Lesehalle in guter Lage in der Nähe des Hafens ist gegründet
worden. 37 Entweichungen: deutscher Schiffsleute kamen 1900 vor.
_ 2. Amoy. Nach Konsulatsfragebogen No. 1846. (Seite 88 und 89 des
Händbuches „Die wichtigsten Häfen Chinas“,) Das Trockendock hat 105,15 mn
nutzbare Länge, 19,5 m obere- und 10,97 m untere Breite, sowie 4,88 m Wasser-
tiefe über der Schwelle. Kohlenvroörrath 8000 bis 10000 t, Kohlenpreis im
Jahre 1891 etwa 12 $. Ein französisches Telegraphenkabel verbindet Amoy
mit Tourane (in Annam auf 16° 4‘ N-Br). Seit 1. April 1901 zahlen Kriegs-
schiffe, deren Registertonnenzahl nicht nachweisbar ist, 1’ c die Tonne der
Hälfte ihrer Wasserverdrängung, Seit etwa 10 Jahren tritt unter den Chinesen
regelmäfsig im Mai bis August die Beulenpest auf.
. 38. Wasserstand auf der inneren Wusung-Barre. Nach Konsulatsfrage-
bogen No. 1855. (Seite 140 des Handbuches „Die wichtigsten Häfen Chinas“.)
Im Jahre 1901 betrug der höchste Wasserstand auf der inneren Wusung-Barre
7,4 m (74 3“). Schiffe, die diese Barre passiren können, haben im Flusse
stets Wasser genug; die Länge der Schiffe ist auf 137 m (450°) begrenzt. Die
Verbesserung des Flufßsbettes des Whangpu wird auf Grund der Friedens-
verhandlungen geplant,