Wedemeyer, .A.: Schiffahrtsverhältnisse auf dem Alto Paraguay..
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kann,: sehr sumpfig. Die Wassertiefe in der Einfahrt zur Lagune betrug 1,8 m,
nahm aber jenseits der Mitte des Sees zu.
Auf der Rückfahrt von der Oberaba- nach der Gaiba-Lagune kam das
Schiff im Fahrwasser fest und berührte mit dem Boden bei der Ausfahrt aus
der Gaiba-Lagune ein 20 m langes 'Tosca-Riff, Der die Gaiba- und die Gaiba
Merim-Lagune verbindende, nach Schätzung etwa 3 Sm lange und '/s Sm breite
Kanal war durch Wasserpflanzen ganz gesperrt und hatte nur 0,6 m Wassertiefe.
Vom Paraguay aus durch den Rio Gaiba in.die Laguna Gaiba einlaufend, fand
man anfangs nur 1,2 m Wasser; spätere Vermessungen führten aber zur Auf-
findung eines mindestens 2,1.m tiefen Fahrwassers.
Die gröfste Wassertiefe in der Gaiba-Lagune beträgt 6,9 m bei höchstem
Wasserstande. Die Tiefen nehmen nach den Ufern zu ab. Die 1,5 m-Grenze
liegt etwa 200.m vom bolivianischen und etwa halb so weit vom brasilianischen
Ufer entfernt. Die Landesgrenze zwischen Bolivien und Brasilien theilt die
Lagune in zwei fast gleiche Theile, von denen der nördlichere brasilianisches
Gebiet ist. Das Land an der bolivianischen Seite ist durchweg niedrig und
wird, aufser bei Bahia Quijarro, auf weite Strecken überfluthet, Kapt. Bolland
gründete an der Westseite des bolivianischen Theiles der Lagune den Hafen
Quijarro.: Das Land bei diesem Hafen steigt allmählich an, der 90 m hohe
Beila-Berg legt etwa 7 Kblg. vom Hafen entfernt. Die Gaiba Merim-Lagune
wird: durch niedrige Hügel begrenzt, durch die man eine Strafse ins Innere des
Landes nach Bollands Ansicht anlegen sollte. Zwischen der Gaiba- und der
Mandiore-Lagune besteht vielleicht Wasserverbindung. Der Kanal war jedoch
durch Wasserpflanzen ganz versperrt. Die geographische Lage des Hafens ist
17° 47,6‘ S-Br und 57° 44,6‘ W-Lg. Die Entfernung des Ortes von Buenos Ayres
beträgt 1653 Sm.
Kapt. Bolland hält. Quijarro für den geeignetsten Hafen des Alto
Paraguay für den überseeischen Waarenverkehr mit dem Innern Boliviens. Der
südlichste in Frage kommende Hafen ist Bahia Negra.') Es müfste hier aber
ein Wasserweg ausgebaggert werden bis zu festem Untergrunde für eine Stralse
nach Santa Cruz de la Sierra. Diese Strafse würde jedoch durch überschwemmte
and öde Landstrecken führen. Die Entfernung von Santa Cruz bis Bahia Negra
ist 62 Sm gröfser als bis Quijarro. Der zweite Platz ist Suarez an der Caceres-
Bucht. - Wie schon gesagt, ist die Bucht flach; es müfste daher, und zwar auf
brasilianischem Gebiete, ein Fahrwasser ausgebaggert werden. Die einzige von
Suarez ins Innere führende Strafse ist aber gerade dann, wenn die Flufsverhält-
nisse für die Schiffahrt am günstigsten sind, also zur Regenzeit, für Fuhrwerk
anzugänglich. Wenn die Strafse sehr gut ist, braucht Fuhrwerk fünf Monate
bis nach Santa Cruz. Zeitweise lagern aber Güter in Suarez 6, 8 oder gar
12 Monate, ohne dafs überhaupt ein Fuhrwerk aufzutreiben ist, da Zug- und
Lastthiere grofser Sterblichkeit unterliegen. Die Entfernung von Suarez bis
Santa Cruz de la Sierra ist 23 Sm gröfser als von Quijarro dorthin.‘ Mehrere
Kaufleute versuchen auch, Waaren über Salta und Yacuiba nach dem Innern
zu schaffen. Der nächste Hafenplatz ist Quijarro, wohin man ohne vorherige
Baggerungen gelangen kann. Man braucht nur eine Strafse nach San Ygnacio
in dem schwach hügeligen, meist ebenen, hohen Lande anzulegen, das von Ueber-
schwemmungen verschont bleibt und sehr fruchtbar ist. Der Wasserweg bis
Quijarro ist allerdings 250 Sm länger als bis Suarez, was jedoch nicht fracht-
erschwerend ins Gewicht fällt, wenn man bedenkt, dafs‘ bei dem. Wege über
Suarez die Waaren in Corumb£ in kleine Fahrzeuge umgeladen werden müssen
und idie Fracht von Corumb£ nach Suarez fast gleich derjenigen von Buenos
Ayres kommt. Die Anlage eines Hafens in Quijarro läfst sich ohne grofse Un-
kosten ausführen. Ein Wasserweg für die werthvollen Landesprodukte, die
durch bolivianische Dampfer nach Buenos Ayres ‚gebracht werden könnten,
wäre damit gefunden, was für die Entwickelung des Handels von. gröfstem
Vortheile sein würde.‘ .
; Kapt. Bollands Bericht giebt nach .Churchs Ansicht nur ungenügende
Auskunft über die: Verhältnisse des Landes westlich von Gaiba und Gaiba Merim
während der Regenzeit. Die von dem Ingenieur Minchin im ‚Auftrage..der
i) Oberhalb Pto Pacheco. : -