Veraeruz
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Bahnlinien. Ferrocarril-Mexicano über Cordoba, Orizaba nach Mexico;
Ferrocarril-Interoceanico über Jaldpa, Puebla nach Mexico; Veracruz.- Rail-
way Co. nach Alvarado in Verbindung mit Dampfern auf dem Papaloapan-
em ech den Tabakdistrikten von San Andres Tuxla und Taxtepec-Valle
acional.
Telegraphenkabel führen nach Galveston und Tampico und haben hier
Anschlufs an alle überseeischen Kabel. Ueber Coatzocoalcas gehen die Tele-
gramme nach Central- und Südamerika,
Wasserwege ins Hinterland bilden die Flüsse Coatzacoalcas und Papa-
loapan, die an der Küste südlich von Veracruz münden und von Hinterrad-
dampfern regelmäfsig befahren werden, jedoch auch für kleine Seedampfer
fahrbar sind.
Seefischerei wird von einem kleinen Fischdampfer und einer Anzahl
Schaluppen betrieben. Fische sind. reichlich vorhanden. Man hat begonnen, die
Hauptstadt sowie die gröfseren Städte Puebla und Orizaba mit Fischen zu
versorgen.
Schiffsausrüstung. Vorrath an Bunkerkohlen beträgt etwa 2000 t.
Die Kohlen sind meist amerikanischen Ursprungs. Der Kohlenverkauf liegt in
Händen der International Coal Cie., deren Vertreter am Orte 0’ Kelly & Cie.
sind. . Die Kohlen werden in Leichtern, die bis zu 100 t fassen, längsseit ge-
bracht. Kohlenpreis Ende Mai 1901 1450 $ = 30,45 ‚A für die Tonne.
Frischer Proviant kann stets reichlich direkt vom Markte nahe am
Hafen oder von den Schiffshändlern Kapt. Sohorra (Oesterreicher) und
E. Sacuara (Franzose) bezogen werden. Ende Mai 1901 kostete 1 kg Ochsen-
fleisch 40 centavos, ein arroba — 11’ kg Gemüse, 2 $, Fisch 5 $, Zucker 2,75 $,
Bohnen 1,25 bis 1,75 $, Kaffee 4,50 $, 1 kg Kartoffeln 11 centavos. Dauer-
proviant außer Konserven in Dosen und im Lande gebrautem Flaschenbier ist
nicht zu haben.
Trinkwasser lälst man am besten durch die Lootsen, die die Wasser-
versorgung der Schiffe als Nebengeschäft betreiben, besorgen, 4 Wasserboote
von je 10 t Gehalt sind vorhanden, 1 t Wasser kostet 2,50 $. Das Wasser
wird in Röhren vom Jamapa-Flusse nach Veracruz geleitet. Es empfiehlt sich,
das Wasser, besonders zur Regenzeit, wo es sehr lehmig ist, vor Gebrauch ab-
zukochen. Maschinenöl liefert die Cie. de Petroleo in beliebiger Menge und
Güte; Preis durchschnittlich 30 $ für 100 kg. Andere Schiffsausrüstung kann
man von den deutschen Firmen Sommer, Herrmann & Co. und M. Düring
& Co. Suce. erhalten. Anker über 150 kg kann man von den Hafenunter-
nehmern haben. Manilatauwerk, Farben, Blöcke etc. sind reichlich vorhanden.
Sandballast frei an Bord 1 $ die Tonne,
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutscher Konsul ist Herm. Jul.
Burandt. Das Konsulat befindet sich in Veracruz, Independencia 27. Agenten
der Hamburg-—Amerika-Linie sind Guill. Büsing & Co. Succ.; Agent des
Bureau Veritas ist Kapt. Hofmann. Deutsche. Schifsmakler sind Guill,
Büsing & Co. Succ. und Sommer, Herrmann & Co. Deutsche Schiffshändler
gind nicht am Orte.
‚ Das Hafenamt (Jefatura del puerto), Lootsenamt und Hafenpolizei befinden
sich im Zollhause. Der Zolldirektor ist zugleich Hafenmeister. Ein Kranken-
haus, San Sebastian, ist vorhanden, Sechs Mannschaftsentweichungen fanden
im Jahre 1900 statt. Instrumentenprüfungen werden nicht vorgenommen, See-
karten und Segelanweisungen sind nicht zu haben.
Schiffahrtsverhältnisse auf dem Alto Paraguay.
Von A. Wedemeyer, Hülfsarbeiter der Seewarte,
Der Staat Bolivien wird im Westen von Chile und Peru, im Osten und
Norden durch brasilianisches Gebiet und im Süden von Paraguay und Argentinien
begrenzt. . Obgleich Paraguay keine Seeküste besitzt, hat es doch in den Flüssen
Paraguay und La Plata bequeme Wasserstralsen, um seine Handelsprodukte
auszuführen. Bolivien dagegen ging im Friedensvertrag .mit Chile am
29, November 1884 seines: Küstengebietes am Stillen Ozean, in dem die Häfen