Anhang.
A,
Anhang.
In Rücksicht auf das zur Veröffentlichung noch vorliegende ‘Material
sieht sich die Direktion der Seewarte veränlafst, dem Heft II der „Ann. d,.
Hydr. ete.“, 1902, den folgenden Anhang beizufügen.
St. John bei Limni auf der Insel Euböa.
Nach einem Berichte des Kapt. F. Zänker, D. „Lesbos“, ergänzt. nach griechischen Quellen,
Limni liegt an der Nordseite des Talanta-Kanals‘ auf etwa 88° 46 N-Br
und 23° 20° O-Lg.. Der Ort hat etwa 1900 Einwohner. St. John heilst eine
Niederlassung in der. Nähe von Limni, die aus drei kleinen Wohnhäusern,
mehreren Schuppen und Kalköfen, einem Maschinenhause mit einer Schmiede
besteht und Eiventhum der Petrifite-Gesellschaft ist.
Landmarken. Der ‚Ort ist aus 10 bis 12 Sm Abstand an einem . breiten
weißen Streifen auf dem Bergabhange bei Limni leicht auszumachen. . In der
Nähe dienen die Lagerschuppen mit rothem Ziegeldach und ein ziemlich hoher
Schornstein als Landmarken. :
, Ansteuerung. Von Norden kommend meide man sorgfältig den sich von
den Lichades-Inseln südwärts erstreckenden Stıeert, da hier die Strömungen sehr
unregelmäfsig auftreten und infolgedessen Schiffe darauf festgekommen sind,
sowie die Research-Klippe. Die niedrige, Vromo-Huk hebt sich vom Hinterlanude
schlecht. ab, ist daher nur schwer auszumachen. ;
‚ Leuchtfeuer, . Ein rothes festes Feuer von 6 Sm Sichtweite brennt auf
einem 8 m hohen Laternenpfahle in 26,5 .m Höhe über Wasser auf der westlichen
Huk der Limni-Bucht. ;
Ankerplatz auf 7 bis 37 m liegt dicht unter der Küste vor der Stadt
und bietet gegen Nord- und Ostwinde Schutz. In 400 m Abstand vom Lande
findet man noch 70 bis 90 m Wasser, so dafs die. dort verkehrenden Dawmpfer
unter Dampf bleiben. Schiff „Leshos“, Kapt. Zänker, ankerte in 100 m Abstand
von der Landungsbrücke auf 73 m Wasser, Der Ankergrund war schlecht.
Das Schiff wurde hinten mit Trossen an Land festgemacht. Bei mälsigem Süd-
südostwinde und mäfsigem Seegange trieb das Schiff vor 137 m Kette nach Land
zu,-so dals der Anker gelichtet und. die Trossen losgeworfen werden mulsten,
Das Schiff trieb dann unter Dampf in der Nähe von Limni. -
Hafenanlagen, Eine Landungsbrücke für kleine Fahrzeuge und Boote
ist vorhanden. Ein Lagerschuppen fafst etwa 1000 t Maguesia. Das Gestein
wird auf einer einspurigen Eisenbahn aus den 10 Sm von St. John entfernten
Steinbrüchen herbeigeschafft. . a
‚-, Ausfuhr besteht aus Magnesia, die in Säcken von S0 kg auf Fahrzeugen
von 2 bis 3t Tragfähigkeit läugsseit gebracht und: mit Schiffswinden überge-
nommen wird,
Dampferverbindung besteht gelegentlich mit Piräus und Volo. Post
und Telegraph sind am Orte.
Hafenunkosten. „Lesbos“ zahlte an Hafenabgaben 10 sh und für 400 t
gebrannte Magnesia 10 £, zusammen 10'/a £, ; .
- Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen sind nicht zu haben. An Lebens-
mitteln war nur Schaf- und Ziegenfleisch erhältlich, 30.kg kosteten 60 A. Trink-
wasser liefert ein Gebirgsbach. ;
Verschiedenes, Griechische Lootsen, frühere Küstenfahrer, die aber
nicht zuverlässig sein sollen, kann man in Skiatho oder Volo erhalten. Gesundheits-
pafs wird verlangt. Aerztlichen Besuch brauchte „Lesbos“ nicht abzuwarten.
Zollbehandlung war schnell und gut. Eine Proviantliste wird verlangt. Das
Ein- und Ausklariren besorgt die Petrifite-Gesellschaft.
Ann A Hvar. ato. 1002 Holt Il