Kiemere Mittheilungett;
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‘428, M. S. „Stosch“ ankerte das erste Mal am 18. Oktober auf dem äufseren
in. der.Segelanweisung. angegebenen Ankerplatz in der Peilung. des Forte OSO,
das zweite Mal auf dem. inneren in der Peilung des. Forts OzN; der. letztere
Platz war bedeutend vorzuziehen, da er viel geschützter gegen die Böen: ist
und der Seegang ebenfalls geringer ist.
Zum Chronometervergleich kann Greenwich-Zeit auf dem Amt der
Western Telegraph Compagnie erhalten werden.
Westindische Inseln und Mittelamerika. Ä
11. Navasa-Insel, südwestlich von der Windward-Passage im Karaibischen
Meere gelegen, scheint nach Kapt. Schoemaker vom Schiffe „Flottbek“ ziemlich
runder Form zu sein. Sie fällt steil zum Meere ab, ist oben flach und mit
Bäumen bewachsen und an der: Südseite etwas höher als an der Nordseite, An
der Südwestecke der Insel stehen etwa zwei Dutzend Häuser und ein grofser
weißer Flaggenmast. Einige leichte, Davits ähnliche Krähne waren am Lande
aufgestellt, -
12. Wind, Wetter und Fahrten an der Küste von Costarica. Bericht des
Kapt. C. W. Stege von der Bark „Gerda“, Am 26. März 1901 lichteten wir
um 2 Uhr morgens den Anker und verliefsen unter Lootsenführung mit ein-
setzender Landbriese Punta Arenas, um an der Küste von Costarica Cedernholz
zu laden. Am 29. März erreichten wir Cabujal ungefähr 7 Sm nördlich von
Culebra Bai,. wo wir auf 11. Faden, Muddgrund, ankerten.‘ Dies ist ein sehr
guter- Ladeplatz. . Das Holz wird aus einem Estero (Flufs und Lagune) an Bord
gebracht. Es wehte hier bis Ende April ein steifer, böiger. Wind aus Nord und
NO bis Ost vom Lande her (Papagayo), bei dem das Wasser schön ruhig
blieb. Es zeigte sich in Cabujal eine Art Wirbelstrom, der uns, mit dem Holz
längsseits, oftmals unangenehm war.
| Wir versegelten und verholten am 4. Mai nach Carbonal, welches etwa
1'/a Sm nördlich von Cabujal gelegen ist. Hier lief eine hohe Brandung, so
dafs die Cedernbalken verschiedene Male stückweise vom Lande geholt werden
mufsten. Wir lagen jedoch auf 11 Faden Wasser, Sand- und Muschelgrund,
etwa !/. Sm vom Land sicher vor Anker. Die böigen Landwinde hatten gänz-
lich aufgehört, nur vereinzelt kam zwischen 12 Uhr. und 4 Uhr morgens etwas
Landbriese durch, dagegen setzte die Seebriese regelmäfsig schon gegen 9 oder
10 Uhr vormittags ein.
Am 18, Mai verliefsen wir mit. leichter Landbriese Carbonal,. um nach
Potrero.zu versegeln. Da die Seebriese nordwestlich war, konnten wir, obgleich
wir vor den Brumel-Inseln über Stag gehen mufsten, noch an demselben Abend
in Potrero Bai ankern. In dieser Bai liegt man sehr geschützt, obschon man
nur 5 Faden, bei Niedrigwasser, Tiefe hat. ‘ Nur rollte das Schiff oftmals schwer.
Es ist hier ein geringer Strom !vorhanden. In Carbonal hatten wir sehr wenig,
fast gar, keinen Strom gehabt.
Nachdem das Schiff in Potrero den Rest seiner Ladung eingenommen
hatte, lichteten wir am 4. Juni nachts mit der Landbriese den Anker, um zur
Ausklarirung nach Punta Arenas zurückzusegeln. Trotz der geringen Ent-
fernung gebrauchten wir sieben Tage, den Weg zurückzulegen. . Wir hatten
nichts wie Mallung, Gegenströmung und öfters Regenböen und schwere Gewitter.
Der nördliche Wind hatte gänzlich aufgehört. --
Nordostküste von Südamerika. - ‘
13. Paramaribo. (Nach Konsulatsfragebogen No. 1842 vom 16. September 1901.)
Das Feuerschiff in der Suriname-Mündung soll etwa 1’ Sm weiter nördlich
verlegt werden. Ein Leitfeuer soll am linken Ufer eingerichtet werden. Vor-
rath an Kesselkohlen in Händen von Tubergen & Daam beträgt 1200 bis 1500 t.
Preise. für Cardiff-Kohle 31 fl. die Tonne, für amerikanische Kohle 25 fl, die
Tonne. Die gröfsten Schiffe im Hafen waren. „Pandarves“ von 1706 Register-
tonnen und der niederländische Kreuzer „Zeeland“ von 93,3 m Länge, 3900
Registertonnen bei einem Tiefgang. von ‚5,40 m. Dieses Schiff konnte zur bei
Springtide einlaufen. Die Postdampfer können Fort Amsterdam an der Mündung