Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1902,
setzung ist nach der Segelanweisung eine grofse Seltenheit und wohl die Folge
des stärken Ostwindes in der Strasse gewesen, in welcher denn auch eine
westlich laufende Strömung von allerdings geringer Stärke, die mehr und
mehr abnahm, je weiter das Schiff nach Osten kam, Von Tarifa ab über-
wog dann wieder, da auch der Wind abgeflaut hatte, die östliche Strömung,
die eine Stärke bis zu 2 Sm die Stunde erreichte; auch am folgenden Tage
bei der. Ueberfahrt nach Ceuta wurde eine östliche Strömung von etwas über
1 Sm die Stunde beobachtet. In der Bucht von Gibraltar entsprachen die
Stromverhältnisse den Angaben der Segelanweisung.
b) (Nach Reisebericht S. M. S. „Stosch“, Kommandant F-Kapt. Janke vom
5. Dezember 1901.) Im Gegensatz zu den Angaben der Segelanweisung wurde
eine nördliche Stromversetzung von N56°0 17,3 Sm in den letzten 24 Stunden
festgestellt, die jedenfalls darauf zurückzuführen war, dafs in den vorhergehenden
Tagen vorherrschend südliche Winde geweht hatten. -
8, Puerto de la Luz (Gran Canaria).!) (Nach Reisebericht S. M. S. „Stosch“,
Kommandant F-Kapt, Janke vom 5. Dezember 1901.) Im Hafen von La Luz
ist die Südmole, die den inneren Hafen nach Süden begrenzt, etwa 400 m weiter
verlängert, als in dem Plan der Brit. Adm-Krt. No. 578 angegeben ist,
9. Tarrafal- Bucht (Kap Verdesche Inseln). Nach Reisebericht S. M. S,
„Stosch“; Kommandant F-Kapt. Janke, vom 26. November 1901. Die in den
„Ann. d. Hydr. etc.“, 1899, Seite 97, und 1900, Seite 103 von’S. M. SS. „Stosch“
bezw. „Charlotte“ beschriebenen Marken zum
Ansteuern des Ankerplatzes sind gut zu sehen
and bilden gute Anhaltspunkte. Der Durch-
zang zwischen den beiden weifßsen Häusern
am Strande ist zugemauert und ist jetzt die
rechte Ecke des Daches des links stehenden
Hauses mit 0'/2N-Kurs anzusteuern, wobei die
Palme in Eins mit dieser Ecke erscheint.
(Siehe Skizze).
Etwa 600 m südlich von den beiden Häusern ist ein kleiner Kirchhof
angelegt, dessen weilse Grabsteine gut zu sehen sind und der ebenfalls ein
gutes Mark bildet. Der in der Segelanweisung erwähnte rothe Fleck in der
Felswand befindet sich über dem Kirchhof und ist ebenfalls gut zu sehen; nach
der Segelanweisung soll man diesen Fleck vom Ankerplatz 0zS peilen,
S, M, S. „Stosch“ benutzte in diesem Jahre einen Ankerplatz, der etwas
südlicher lag; um auf ihn zu gelangen, muls man den erwähnten . vothen Fleck
in der Felswand 0!4S peilen, der Kirchhof erscheint dann unter demselben, und
ankern, wenn der helle Felsen nördlich der Tarrafal-Bucht, der in den „Annalen
der Hydrographie“, 1899, Seite 97 erwähnt ist, in der Peilung N3/40 sich be-
ändet, Der Ankerplatz ist etwa 300 m vom Strande entfernt, die Wassertiefe
betrug im Moment des Ankerns hinten 64, vorn 54 m, Grund: Sand.
Während des Aufenthaltes in der Tarrafal-Bucht vom 21. Oktober bis
11. November herrschten leichte unveränderliche Winde aus westlicher Richtung
and geringe Dünung aus NW, so dafs das Landen mit Ausnahme zweier Tage
mit Leichtigkeit mit Schiffsbooten bewerkstelligt werden konnte.
Auf dem Ankerplatze wurde im Allgemeinen geringer südlich setzender
Strom beobachtet, auf dem Schiefsplatz — etwa 3 bis 4 Sm WNW von der
Bucht — setzte in der Regel ebenfalls geringer Südstrom, an zwei Tagen
kamen jedoch auch nördliche Versetzungen vor.
10, Porto Grande (Kap Verdesche Inseln). Nach Reisebericht S. M. S.
„Stosch“, Kommandant F-Kapt. Janke, vom 26. November 1901. Seit einigen
Monaten ist die Einrichtung getroffen, dafs ein Lootsenboot, kenntlich an einer
blauen Flagge im Bug, den einlaufenden Schiffen entgegenfährt. Die Lootsen
sind Privatlootsen, unterstehen aber dem Hafenmeister und erhalten von diesem
ihre Anweisung für den Liegeplatz der Schifte,
Lootsenzwang besteht nicht; nimmt das einlaufende Schiff den Lootsen nicht
an Bord, so fährt das Lootsenboot ihm voraus und bezeichnet ihm den Ankerplatz.
A
N Vgl. „Ann. d. Hydr. ete.“. 1900, Seite 241.