Kleinere Mittheilungen.
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Ganzen 522 Fr. - Die gesammten Unkosten für das 1259 Registertonnen brutto
grofse Schiff“ betrugen 9400 Fr. Das Löschen und Laden geschieht .in
La Roque mit Leichtern; da „Fidelio“ allein am Platze war, konnten täglich
500. bis -700 Fafs- gelöscht‘ werden, sonst nur etwa 240 Fafs, Sandballast
kostet etwa 2 Fr: die‘ Tonne; täglich können 140 Tonnen geliefert werden:
Wasserboot ist vorhanden, „Fidelio“ zahlte 100:Fr Wassergeld. Sehr guter
and preiswürdiger Proviant wird im Leichter von Bordeaux geschickt, wofür
50 Fr Leichtergeld zu zahlen ist.‘ Zollbehandlung ist gut.
Schwarzes Meer.
5. Odessa. (Nach Konsulatsfragebogen: No. 1838 vom 15. November 1901.)
Im Quarantänehafen ist eine gröfsere Fläche auf 8,5 und 9,1 m Wassertiefe aus-
gebaggert worden; dieselben Tiefen sind am Wellenbrecher auf der inneren
Rhede ebenfalls auf einer gröfseren Fläche hergestellt worden... An der Ostseite
des Wojenniy-Hafendammes ist eine Vertiefung auf 5,8 m durchgeführt worden.
Der Hafen wurde. durch Eisbrecher während der Eiszeit für den Verkehr offen
gehalten. Das Schwimmdock der Russischen Dampfschiffahrtsgesellschaft traf
im Spätsommer 1901 in Odessa ein und wurde an seinen Platz gebracht. Kine
neue Rettungsstation ist in Lustdorf errichtet worden. Im Jahre 1900 liefen
41 deutsche Dampfer von 59588 Registertonnen’ netto im Hafen ein...“
Suez-Kanal.
6. Nebel. Der dritte Offizier Langer vom Dampfer „Adria“ berichtet:
„Am 4. Februar 1901 um 1®a dampften wir auf der Reise nach Ostasien von
Norden in den Suez- Kanal hinein. Wir hatten bis 4" a diesiges Wetter, und
es fiel starker Thau. Nach 4"a trat starker Nebel ein, welcher bis 10a
anhielt und zuweilen eine große Dichtigkeit hatte. Der Wind war Ost,
die Bewölkung 0. Da’ man uns mitgetheilt hatte, daß zwei Dampfer uns ent-
gegenkamen, so waren wir gezwungen, für sieben Stunden, von 7*a bis 2"p am
Ufer festzumachen. Um 4"p wurde der leichte westliche Zug, der gegen 10*a
eingesetzt und den Nebel etwas zertheilt hatte, still; jedoch blieb das Wettei
klar und schön, und wir setzten unsere Fahrt fort, bis wir um 8 10” p bei
[smailia ankerten. Um 10" p dampften wir weiter. Es war leicht bewölkter
Himmel, und es fiel starker Thau.
Um 1° a am 5. Februar trat‘ wieder dichter Nebel ein, so’'dafß wir aber-
mals das Schiff am Ufer festmachen mufsten. Zeitweilig war der Nebel so dicht,
dafs von der Seite des Kanals, wo wir lagen, das andere Ufer nur äußerst
jchwach zu sehen war. Um 9* 30” klarte es allmählich auf, worauf wir weiter-
dampften. Leichte nordwestliche Briese (2), bewölkter Himmel, aber sonst
schönes Wetter; ein starker Strom von 3,5 Sm in der Stunde setzte südlich.
Um 4% 20” p ankerten wir im Golf. von Suez,
Westküste von Afrika. ;
7. Stromversetzung an der marokkanischen Küste. a) Aus dem Bericht
S. M. S. „Stosch“, Kommandant F-Kapt. Janke, Dezember 1901. Wind
und: Wetter. An der ‚afrikanischen Küste herrschte durchweg nord-
östlicher Wind, stellenweise nördlich bis NzO wehend. Windstärke vor-
mittags 2—3, nachmittags zunehmend bis 5, in der Nacht und gegen Morgen
abflauend bis 1.‘ Am letzten Tage vor dem Ansteuern der Stralse wurde der
Wind östlicher bis OSO, Stärke 5, am nächsten Tage jedoch W5. 2
. Das Wetter war durchschnittlich klar, bei leicht bewölktem Himmel, an
der afrikanischen Küste traten einzelne Regenböen auf.
Strom. Zusammenhängend. mit den Windverhältnissen wurde in den
ersten Tagen eine geringe südliche und östliche Versetzung entsprechend den
Stromkarten ‘beobachtet. Am. letzten Tage vor. Ansteuerung der Strafse von
Gibraltar wurde‘ jedoch eine westliche Versetzung konstatirt, so daß S. M. S.
„Stosch“ am Morgen des 9. Dezember beim Sichten der Kape Trafalgar und
Spartel 9 Sm westlich des gegifsten. Bestecks stand. Solche ‚westliche Ver-