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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1902. 
den Sund hinauf. Das Fahrwasser ist schon von Lands Ort an sehr enge und 
Ankergrund nirgends vorhanden. Der in der englischen Karte verzeichnete 
Ankerplatz westlich von Lands Ort darf wohl nur im Nothfalle benutzt werden, 
denn nahe bei der angegebenen 4'!/3 Faden-Tiefe finden sich wieder 30 und 
40 Faden, auch ist der Platz ganz ungeschützt. Schleppdampfer sind nicht vor- 
handen, doch könnte ein solcher wohl durch die Station am Feuerthurme 
jelegraphisch herbeordert werden, wenn ein grofses Schiff seiner bedarf. Wir 
hatten günstigen Wind und segelten den Sund bis Brandal-Sund hinauf. Nach 
Södertelge können nur Schiffe mit 19 Fuß Tiefgang kommen; wir mulsten deshalb, 
da „Marie“ 211% Fufßs ging, in Leichter löschen. Nachdem das Schiff hier einige 
Tausend Barrel Petroleum abgeliefert hat, wird es nach Stockholm geschleppt 
werden, um dort den Rest der Ladung zu löschen, 
Westküste von Europa. 
2, Nantes. (Nach Konsulatsfragebogen No. 1733.) Die Regierung plant 
die Vertiefung des Fahrwassers zwischen Nantes und. St. Nazaire, und zwar 
entweder durch Vertiefung des ganzen Flufslaufes, oder durch Vertiefung des 
Seekanals und des Flusses unterhalb und oberhalb des Kanals. Schiffe‘ von 6 
bis 7 m und sogar vielleicht von 8 m Tiefgang sollen dann bei niedrigsten Nip- 
futhen bis nach Nantes hinaufgelangen können. Die Kosten der Arbeiten sind 
auf 22 Millionen Franes veranschlagt. Im Januar und Februar 1901 ging der 
Fluls einige Zeit mit Eis; dabei waren weder der Hafen, noch der Flufs für 
den Verkehr gesperrt. Die Liegetage für löschende Schiffe sind durch Ver- 
fügung vom 11. Juli 1900 neu geregelt; danach haben Dampfer für das Löschen 
von 500 t verschiedener Ladung (Getreide, Reis, Wein, Zucker, Guano, Phosphate, 
Holz, Kohlen u. a.) drei Liegetage, für das Löschen bis zu 1000 t vier Tage, 
bis 1500 t fünf Tage, bis 2000 t sechs Tage, bis 2500 t sieben Tage und bis 
3000 t acht Tage. Segler haben zum Löschen von 200 t fünf Tage, von 400 t 
sechs Tage, 600 t sieben Tage u. s. w. Der Hafen von Nantes besitzt zur Zeit 
15 Schleppdampfer. Deutsches Konsulat liegt jetzt im Centrum der Stadt, 
Rue du Calraire 19. 
3. Ansegelung der Gironde- Mündung. Nach Fragebogen No. 1861 des 
Kapt, Joh. Braue, Vollschiff „Fidelio“, vom Juli 1901. Bei stürmischem Wetter 
mufß man sehr vorsichtig sein, weil dann keine Lootsen draufsen sind; man drehe 
dann rechtzeitig etwa 60 Sm vom Coubre-Leuchtthurm bei, und hüte sich, dem 
Rochebonne-Riffe nahe zu kommen. Bei Sturm aus NW ist auf der Gironde- 
Barre Alles eine Brandung, die Tonnen sind dann schwer zu finden. Ist man 
gezwungen, ohne Lootsen einzusegeln, so sehe man zu, den Nordpals zu er- 
reichen, weil man mit einem tiefgehenden Schiffe den Matelier-Pafs nicht bei 
letzter Ebbe benutzen kann; doch vertieft sich der Matelier-Pafs schnell, 
während der Nordpafß seichter wird. Bei nördlichem Winde muß man beim 
Einsegeln gut Luv halten. „Fidelio“ erhielt einen Pauillac-Lootsen in See, der 
das Schiff bis nach Blaye brachte. Die Barre wurde eine Stunde vor Eintritt 
der Fluth passirt; die Ebbe setzt Süd etwa 3 Sm in der Stunde, die Fluth setzt 
nach Lootsenangabe Nord ebenso stark bis zu halber Fluth, dann bis Hoch- 
wasser recht längs der Fahrrinne. Sämmtliche Landmarken sind sehr gut 
auszumachen. Der Schein des Coubre-Feuers wurde nur auf annähernd 35 Sm 
Abstand bei klarem Wetter gesehen. Tiefgang beim Einlaufen 6,4 m. 
4. La Roque bei Blaye (Gironde). Nach dem vorstehend genannten 
Fragebogen. Kapt. Braue war zum dritten Male in Blaye, wo das Fahr- 
wasser immer mehr versandet; er mufste dieses Mal unterhalb von La Roque 
ankern. Der Ankerplatz vor La Roque ist schlecht, der Grund ist sehr 
lose, die Anker halten nicht. „Fidelio“ mufste zweimal die Anker ver- 
legen und sich stromaufwärts treiben lassen. Tiefgang des Schiffes war 
6,4 m. .Der Lootse hatte das Schiff zu weit vom Lande vertäut; man mufs 
go dicht unter Land ankern, dafs das Schiff eben frei schwingt, . denn‘ die 
ES Wassertiefen sind dicht unter Land. Auf jedem Anker mufs eine gute 
oje sein.. Schleppdampfer wurde von der Richard-Rhede. bis nach La Roque 
und zurück bis Pauillac .benutzt, Schlepplohn dafür 1529 Fr. Lootsengeld im
	        
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