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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Messerschmitt, J. B.: Ueber die Sternschnuppen vom 3. Januar 1900, 
PM 
Ueber die Sternschnuppen vom 3. Januar 1900. 
Von Dr. JS. B. Messerschmitt, 
Professor Herschel beobachtete in der Nacht zum 3. Januar 1900 in 
England einen ziemlich reichen Sternschnuppenfall, dessen Strahlungspunkt sich 
im Sternbilde des Mauerquadranten, zwischen dem Kleinen Bären und der Krone, 
befindet. Es wurden während 5!/» Stunden, von abends 11 Uhr bis morgens 
4! Uhr, gegen 130 Meteore gesehen, von welchen */s zu den Quadrantiden ge- 
hörten und welche meist aus Sternschnuppen erster und zweiter Größe bestanden, 
also sehr hell waren; einige erreichten auch die Helligkeit der Venus, 
Da nun während dieser Jahreszeit meist ungünstige Witterungsverhältnisse 
in unseren Gegenden herrschen, so sind Beobachtungen dieser Art schwer anzu- 
stellen, weshalb auch weniger genaue Angaben, besonders aus früherer Zeit, 
Werth haben. Eine Durchsicht der letzten meteorologischen Schiffsjournale der 
Seewarte ergab, dafs heuer an diesem Tage auch auf der südlichen Halbkugel 
meist bewölkter Himmel herrschte, also Beobachtungen nicht möglich waren. 
Diejenigen Schiffe, welche diesbezügliche Bemerkungen enthalten, sind im Fol- 
genden zusammengestellt. 
. Segelschiff „Atlantic“ (J.-No. 5310), Kapt. H. Dojen, in 43° N-Br, 18° W-Lg, 
sah bei theilweise bedecktem Himmel am 3. Januar 1900 früh in der Wache von 
12 bis 4" häufig Sternschnuppen nach westlicher Richtung fallen. 
Segelschiff „Capella“ (J.-No. 5348), Kapt. H. Wilms, beobachtete zur 
yleichen Zeit auf 20° N-Br, 41° W-Lg, bei wechselnder Bewölkung, zuletzt Be- 
deckung 8, „Sternschnuppen“. 
Am Abend des 3. Januar notirte Kapt. M. Schoemaker, Segelschiff 
„Flottbek“ (J.-No. 5307), „viele Sternschnuppen“ auf 45° N-Br, 14° W-Lg. In 
der Wache von 8 bis 12% herrschte wechselnde Bewölkung mit zeitweisem Regen 
and Hagel und stark böige Winde, In den Morgenstunden vom 3. Januar, wo 
ebenfalls solch unruhiges Wetter herrschte, sind keine Meteore erwähnt. 
Kapt. F. W. Keppler, Segelschiff „Brunshausen“ (J.-No. 5318), notirte am 
3. Januar abends 8* ohne nähere Zeitangabe unter 43° N-Br, 28° W-Lg: „Starke 
und helle Sternschnuppe fiel in Nordwestrichtung aus dem »Adler«“. 
Endlich berichtet Kapt. F. Jäger vom Dampfer „Savoia“ (PD. 4085) am 
3, Januar 1900, 10* abends: „Ein Meteor, etwa 10 cm Durchmesser, vom Stern- 
bild Cassiopeia nach NE; ungefähr 10° über dem Horizont platzte es wie eine 
Rakete ohne Knall und verlosch.“ Es war klarer Himmel bei nur vereinzelten 
Wolken. 
Die Beobachtungen von den beiden zuerst erwähnten Schiffen beziehen 
sich offenbar auf die von Herschel untersuchten Quadrantiden; die beiden letzten 
enthalten Beobachtungen von sehr hellen Meteoren. Auffällig erscheint, dafs 
auch am 3. Januar abends trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse viele Stern- 
schnuppen auf dem Segelschiff „Flottbek“ gesehen wurden. Mangels näherer 
Angaben kann nicht entschieden werden, ob es sich um den nämlichen Schwarm 
handelt oder ob sie davon unabhängig sind. 
Zur Feststellung einer allfälligen Periode sind ältere Beobachtungen ge- 
eignet. Eine Durchsicht der sogenannten „Quadratarbeiten“ der Deutschen See- 
warte!) ergab für die ersten Tage des Januar die auf der folgenden Seite an- 
geführten Sternschnuppenbeobachtungen. 
Es sind also aufser einzelnen Beobachtungen, die sich wahrscheinlich meist 
auf hellere Objekte beziehen, am 8. und 9. Januar 1870 bezw. 1869 viele und am 
4. Januar 1876 sehr viele Sternschnuppen notirt worden. Mangels: näherer An- 
yaben läfst sich nicht entscheiden, ob die in der Wache von 8 bis 12* abends 
aotirten Sternschnuppen den Quadrantiden angehören. Nimmt man dagegen die 
[dentität an, so hätte man auf eine Periode von 24 Jahren oder eines aliquoten 
Theiles davon zu schliefsen. 
. 1) Resultate meteorologischer Beobachtungen von deutschen und holländischen Schiffen für 
Singradfelder des Nordatlantischen Ozeans. 
Ans. &, Hydr. eto., 1901. Heft I.
	        
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