Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1901.
Die Kamiguin-Durchfahrt kann bei Tage und bei Nacht beuutzt werden,
da die Küsten unter Wasser steil abfallen, aufser bei Bagakai, von wo aus sich
ein Riff nördlicher erstreckt, als die Karten angeben. Bei der Ansteuerung von
Süden bringe man den südlichen Abhang des zuckerhutförmigen Hügels auf der
Sipaka - Huk gut frei von den Huken östlich von Bagakai, bevor man in die
Durchfahrt einläuft.
Nachtrag zu: „Die Mündung des Yangtse-Kiang‘“.
Nach einem Bericht S. M. S. „Gefion“, Kommandant Kapt, z. S. Rollmann, vom 12. November 1900.
Nach der Erfahrung S. M. S. „Gefion“ gingen die Lootsen nie näher als
1/s Sm an das Tungscha - Feuerschiff hinan. (Danach ist die Angabe Seite 406,
Zeile 13 von unten, in den „Ann. d. Hydr. etc.“, 1900, sowie Seite 123, Zeile 2
von oben, des Handbuches „Die wichtigsten Häfen Chinas“ zu berichtigen.)
Lootsenwesen (Zusatz zu „Ann. d. Hydr. etc.“, 1900, Seite 409 bis 411,
und Handbuch „Die wichtigsten Haten Chinas“, Seite 124 bis 130). Im Allgemeinen
gehen die Lootsen nicht nach Osten über die Ansteuerungstonne hinaus und ziehen
sich bei östlichen und nordöstlichen Winden sogar bis etwa 1000 m westlich vom
Tungscha - Feuerschiff zurück. Infolgedessen müssen gröfsere Schiffe am
besten mit steigendem Wasser so auf die Ansteuerungsglockentonne
zulaufen, dafs sie dort etwa zwei Stunden vor der Hochwasserzeit des
Tungscha-Feuerschiffes eintreffen.
Lootsensignale, wie „Ann. d. Hydr. etc.“, 1900, Seite 410, und Hand-
buch „Die wichtigsten Häfen Chinas“, Seite 128, sie auf Grund der „General
Regulation 1X for the Pilotage Service“ für Schanghai vom Jahre 1859 (nach
Angabe des deutschen Konsuls für 1898) geben, sind dem Kommando S. M. S.
„Gefion“ nicht bekaunt geworden; dagegen sagt der Bericht S. M. S. „Gefion“:
Wenn Lootsen, bei Nacht auslaufend, von dem Schiffe auf das Lootsenfahrzeug
übersteigen wollen, lassen sie zwei weifse Laternen vorn auf halber Höhe des
Mastes an B.B. oder St. B. hissen, je nachdem, an welcher sie das Lootsenboot
längsseit haben wollen, und geben von Zeit zu Zeit einen langen Ton mit der
Dampfofeife oder Sirene ab.
Neue Lootsenordnung für Schanghai vom 10. April 1900: Anmeldungen
für Lootsen sind beim Lootsenamt der Patentlootsen-Gesellschaft (Pilot Office of
the Licensed Pilots Association) zu machen; der Geschäftsraum dieses neu-
geschaffenen Amtes liegt in Schanghai, Peking Road 4*. Der Sekretär dieser
Lootsengesellschaft spricht deutsch. Die Firma Mustard & Co., Schanghai,
9* Nanking Road, ist nicht mehr Lootsenagentur. In dem Geschäftsraume des
Lootsenamtes wird der tägliche Dienst für das Lootsenwesen geregelt. Anträge,
die die Verwaltung des Lootsenwesens betreffen, oder Beschwerden gegen Lootsen
sind an den Hafenmeister im Zollamte zu richten.
Einlaufende Schiffe, die das Lootsenrufsignal zeigen, erhalten den Lootsen
(der an der Reihe ist) in der Nähe der Ansteuerungsglockentonne. Nachmittags
4» 30% an Wochentagen werden für die auslaufenden Schiffe die Lootsen nach
der Reihenfolge der Anmeldungen bestimmt. Anmeldungen sind womöglich auf
einem Lootsenanmeldeformular zu machen. Wenn die Anmeldung auf einen be-
sonderen, namhaft gemachten Lootsen ausgeschrieben ist, so mul eine Special-
lootsengebühr von 25 Taels gezahlt werden. Speciallootsen können sowohl von
einlaufenden wie von auslaufenden Schiffen gefordert werden. Eine Lootsen-
anmeldung kann zurückgezogen werden; geschieht dies aber später als 4” 30"
nachmittags für ein Schiff, das an diesem oder am nächsten Tage ausläuft, so
mufs eine Gebühr von 12 Taels für die Abbestellung gezahlt werden. Schiffe,
die nicht innerhalb 24 Stunden nach dem in der Lootsenanmeldung festgesetzten
Zeitpunkt auslaufen, müssen eine Gebühr von 12 Taels für das Aufhalten zahlen
und ebensoviel für jede späteren 24 Stunden Verzögerung ihrer Abfahrt. Indessen
können die Lootsenanmeldungen bis 4* 30” nachmittags für die Zeit der Abreise
berichtigt werden, wenn es sich um Schiffe handelt, die erst in den nächsten
Tagen auslaufen.