Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Fehrnar 1901
Fahrwasser zwischen Amboina und Haruku. Will man von Liang aus
dieses Fahrwasser benuızen, so darf man nicht vergessen, dafs das an der Ost-
huk der Bai von Liang liegende Küstenriff 500 m vorspringt. Nachdem man
von diesem klar ist, läuft man mitten im Fahrwasser zwischen Amboina und
Pombo durch. Die Küstenriffe dieser Inseln haben eine Ausdehnung von un-
gefähr 300 m.
Zwischen Pombo und Haruku liegt ein trockenfallendes Riff im Fahr-
wasser. Die Mittellinie dieses Riffes ist ungefähr 500 m lang (siehe „Nachrichten
für Seefahrer“ No. 2471, Seite 759, Jahrgang 1900).
Im Osten des auf der Ostküste von Amboina gelegenen Kampungs Toleku
liegen ungefähr 500 ın vom Lande einige Klippen, die stets über Wasser bleiben
und gut sichtbar sind. Bei Huk Tial, der Ostspitze von Amboina, und bei dem
Kampung Tengah springt das Küstenriff nicht mehr als 100 m vor. Vor der
Baguala-Bai muß man wegen der vielen in dieser Bai liegenden Riffe abhalten.
Fahrwasser zwischen Haruku und Saparua, Dieses Fahrwasser ist
nicht sehr breit. Bei Niedrigwasser sind die Küstenriffe sehr gut zu erkennen,
und die Mitte des Fahrwassers ist rein.
In dem engen Theil bei dem Kampung Hulalia, der bei der Nordosthuk
von Haruku liegt, mufs man vorsichtig sein, weil das Küstenriff vor Hulalia
breiter ist als in dem übrigen Theile des Fahrwassers und sich ungefähr 500 m
vorstreckt. Die Nordostküste von Haruku ist rein, aber das Küstenriff vor der
Westhuk der Insel Saparua streckt sich ungefähr 100m in See aus.
Saparua ist eine kleine Ortschaft an der Südküste der gleichnamigen
Insel. Der Bezirkskontroleur wohnt hier. Im Osten des Ortes liegt ein altes
Fort, das in der Nähe des Strandes auf einem grofsen Korallenblock erbaut ist.
Hier befindet sich eine steinerne Mole für Boote, zu der man aber bei Niedrig-
wasser nicht leicht gelangen kann. Westlich von Saparua ist eine Pasangrahan-
Landungsmole (Pasangrahan ist ein von Eingeborenen verwaltetes Logirhaus für
Beamte und Europäer überhaupt. Man trifft diese Häuser namentlich auf
Sumatra an). Man steuert auf diese Mole mit dem Kurs N 47° W zu nach der
Rhede. Indem man die Huk Papero an B.B. in ungefähr 100 m Abstand passirt,
Jäuft man zugleich klar von dem 2,7 m- (1'/ vm-) Riff, das westlich von der Huk
und aufserhalb des Küstenriffes liegt. Nachts steuert man auf demselben Kurs,
N47°W, den westlichen Rücken des mittelsten oder doppelten Hügels an, bis
man 21,6 m (12 vm) Tiefe lothet.
Kleine Schiffe finden einen guten Aukerplatz dicht unter Land in den
Peilungen: „Der kable runde Gipfel des Frikkadel-Berges und das alte Fort in-
einander, die Westkante der Insel Nusa-laut frei von der Huk Papero.“ Grofse
Schiffe müssen etwas weiter aufsen bleiben, um genügenden Raum zum
Manövriren zu behalten.
Es steht wohl manchmal Dünung in der Bai, aber niemals so starke, dafs
der Verkehr mit dem Lande unterbrochen wird.
Fahrwasser zwischen Saparua und Nusa-laut. Auf der Fahrt durch
diese Passage muls man von der Huk Aur, der Osthuk der Sapura-Bai, sowie
von der Küste der gleichnamigen Insel mindestens 500 m und von der Nord-
küste der Insel Nusa-laut wenigstens 1000 m entfernt bleiben. Das Fahrwasser
ist aber so geräumig, dafs man selbst des Nachts in der Mitte desselben durch-
fahren kann.
Banda, auf der Südküste der Insel Neira gelegen, hat im Zonnegat einen
sehr guten Ankerplatz mit Lösch- und Lademole für grofse Schiffe. Die Rhede
von Banda ist sicher und geschützt. Auf der Nordseite begrenzt sie die Insel
Neira und auf der Südseite die Insel Lonthoir. Das Fahrwasser ist so leicht zu
befahren, dafs man ohne Ortskenntnifs mit jedem Schiff einlaufen kann.
Das Groote Gat. Diese östliche Einfahrt zur Rhede ist ganz rein, nur
darf man sich der Küste von Neira nicht zu sehr nähern. ı Man erreicht diese
Einfahrt, wenn man durch das Gat von Neira längs der Ostküste dieser Insel
oder durch das Gat von Celam, zwischen der Nordspitze von Lonthoir und der
nordwestlich davon gelegenen Insel Pisang, durchfährt.
Das Gat von Lonthoir, das Westfahrwasser nach der Rhede, ist durch
zwei schwarze Kugelbaken bezeichnet. Die westliche steht auf dem Rande des
Küstenrifes von Lonthoir, das bis ungefähr zur Mitte des Fahrwassers vorspringt,