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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteoroloxie, Fehrnar 1901, 
Westküste von Celebes. 
Nordwestlicher Theil. Der Spermonde- (oder Spermünde-) Archipel.*) 
Mifsweisung 2° 17‘ Ost. 
Dieser Theil des Spermonde -Archipels wird im Norden und Westen von 
der 180 m- (100 vm-) Linie, im Süden und Osten von den Gebieten begrenzt, 
welche früher beschrieben wurden. (Siehe „Annalen der Hydrographie“, Jahr- 
gang 1R98, Seite 118 ff., und Jahrgang 1899, Seite 492 ff.) 
Allgemeine Beschreibung. Innerhalb der 180 m- (100 vm-) Linie und 
parallel mit dieser läuft in wenig Abstand von derselben ein hoher unterseeischer 
Rücken, der mit Korallen bedeckt ist. Auf diesem Rücken wechseln die Tiefen 
und sind im Allgemeinen nur gering. Dieser Rücken ist eine Fortsetzung des 
früher beschriebenen Rückens von Langkai. Von der Insel Lanjukang erstreckt 
er sich zuerst ungefähr nach NW, später nach N und NNW bis zur Westspitze 
von Kapoposang. Von dieser Spitze läuft er in östlicher Richtung weiter, und 
einige Stellen desselben erheben sich dort als Sandplatten und Inselchen über 
die Oberfläche des Wassers. Da innerhalb des Rückens verschiedene Korallen- 
riffe liegen, kann dieser Theil des Archipels nur mit Hülfe einer Detailkarte und 
auch dann nur befahren werden, wenn die Oberfläche des Wassers so beleuchtet 
ist, dafs man die Lage der Riffe auf nicht zu kleinem Abstande erkennen kann. 
Aufserhalb der 180 m- (100 vm-) Linie wurden isolirte Riffe und andere Gefahren 
für die Schiffahrt nicht angetroffen, In Westen liegen die Inseln Kapoposang, 
Papandangang, Kondongbali, Tambakulu, Pamanggangang, Suranti und Djangang 
Djangangang (oder Noordwachter). Ks sind mehr oder weniger bewachsene 
Koralleninseln, die mit den früher beschriebenen Inseln Lanjukang, Langkai, 
Lumu Lumu, Badi Sarappo und Sarappo Keke gute Peilobjekte für das Befahren 
dieses Theiles des Spermonde-Archipels liefern. 
Bei besonders klarem Wetter sind die Berge von Celebes, namentlich sehr 
deutlich der Pik von Maros, zu sehen. Während des Westmonsuns sind jedoch 
die Gipfel oft in Wolken gehüllt, und zur Zeit des Ostmonsuns ist die Luft 
öfters so diesig, daß man die Berge nicht deutlich erkennen kann. 
Bevölkerung. Die Inseln sind spärlich von Makassaren und einigen 
Mandaresen und Buginesen bevölkert. Malayisch verstehen nur Wenige. Auf 
den meisten Inseln werden Kokospalmen gepflanzt; die Kopra wird in eigenen 
Fahrzeugen nach Makassar ausgeführt, und ihr Verkauf bildet das Haupteinkommen 
der Bewohner. Auf den Riffen und zwischen den Inseln wird viel gefischt. Die 
Fische werden sofort getrocknet und nach Makassar, zuweilen auch direkt nach 
Singapore in eigenen Schiffen anf den Markt gebracht. 
Wetter. Ueber dieses, die herrschenden Winde u. s. w. wird auf das 
Werk von Dr. J. P. v. d. Stork: „Wind and weather, currents, tides and tidal 
streams in the East Indian Archipelago“ verwiesen. 
Gezeiten. Vom 19. April bis 10. Mai 1900 wurden Pegelbeobachtungen 
bei Makassar und Sarappo gemacht. Die Beobachtungszeit war zu kurz, um All- 
gemeines über den Verlauf der Gezeiten feststellen zu können. Die Beob- 
achtungen liefsen erkennen, dafs Hoch- und Niedrigwasser bei beiden Orten 
gleichzeitig stattfinden und dafs der Fluthwechsel bei Sarappo möglicherweise 
etwas größer ist, aber nur 0,2 bis 0,3 m mehr betragen wird. Der Verlauf der 
Gezeiten stimmte ziemlich gut mit den früheren, in den Jahren 1895 und 1896 
BEE Beobachtungen. (Siehe „Annalen der Hydrographie“, Jahrgang 1898, 
eite 121 ff.) 
Springfuth fand 1 Tag nach dem Maximum der Deklination des Mondes 
statt, und der Fluthwechsel betrug 1,2 m (4 vt). Nipfluth trat ein ungefähr einen 
Tag später, nachdem der Monat den Acquator passirt hatte, und der Fluth- 
wechsel erreichte nur 0,6 m (2 vt). Kurz vor und nach Springzeit machte sich 
der Einflufßs der halbtägigen Tide dadurch bemerkbar, dafs am Nachmittage die 
Höhe des Wassers stundenlang dieselbe blieb: dann wurde die zweite Gezeit 
4) Mededeelingen vp zeevaardkundig gebied over Nederlandsch Oost- Indie No, 64/21, 
Uktober 1900.
	        
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