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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1900. 
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Punkte zur Berathung aufgestellt, welche auch sofort nach der Eröffnung der 
Sitzung vorgelesen und näher erläutert wurden. Diese Punkte waren folgende: 
L) Die Kommission sieht in dem Radial-System, wie es in Deutschland ein- 
geführt ist, das richtige Mittel, das wettertelegraphische Material am raschesten 
und am allseitigsten zu.verbreiten, Die Ergänzung desselben und die Ausbreitung 
über ganz Europa ist durchaus nothwendig und umsomehr erreichbar, als hier- 
durch die Telegraphenämter nicht unerheblich entlastet werden. 
2) Zur Durchführung dieses Systems ist Annahme der Simultanzeit für die 
Wettertelegraphie unerläfslich. . 
3) Als Termin für die telegraphische Berichterstattung empfehlen sich 8* a. m. 
und 7" p. m., beides M. E. Z. Diese Termine dürften gegenwärtig den Zwecken der 
Wettertelegraphie genügen. ; I 
4) Die Sammlung der Wetterdepeschen erfolgt zunächst durch die einzelnen 
Zentralstellen. Diese befördern ihre Sammeltelegramme bis spätestens 81/2" a. m. 
resp. 7'/* p. m. M. E. Z. an eine intereuropäisch noch zu vereinbarende Haupt- 
sammelstelle, welche die Zusammenstellung des Gesamtmaterials übernimmt, 
welches den einzelnen Zentralstellen zwischen 9 und 9'%* a. m. resp. S und 
8'/2" p. m. M. E. Z. übermittelt wird. 
5) Eine Aenderung des Depeschenschemas erscheint gegenwärtig nicht thun- 
lich, indessen scheint es insbesondere im Interesse der Beschleunigung geboten, 
die letzten beiden Gruppen (T’T'T’ER und MMmm@), besonders aber die 
letzte Gruppe, wenigstens für den intereuropäischen Verkehr in Wegfall zu bringen. 
6) Eine rasche und allseitige Verbreitung von einfachen aber recht über- 
sichtlichen Wetterkarten und Abgabe derselben an das Publikum zu einem mini- 
malen Preise (etwa gegen Portovergütung, wie in den Niederlanden) ist ein drin- 
gendes Bedürfnis für die Nutzbarmachung der Wettervorhersage. 
7) Ein allseitiges und besseres Verständnifs der bei Aufstellung der Wetter- 
vorhersagen in Betracht kommenden Grundsätze ist anzubahnen und zwar ins- 
besondere durch Mittel- und Hochschulen, durch landwirthschaftliche Vereine, 
gemeinverständliche Vorträge u. dergl. . 
Nur die ersten Punkte dieses Programmes kamen zu einer Diskussion. An 
diesen Berathungen nahmen nicht allein die Mitglieder der Kommission, sondern 
auch etwa die drei- bis vierfache Anzahl der Kongrefs-Mitglieder, freilich nur 
mit „berathender“ Stimme theil, sodafs die Kommission in eine vielköpfige Sektion 
des Kongresses umgewandelt erschien. Es zeigte sich eine solche Verschieden- 
heit der Meinungen, theilweise auch solche Unklarheiten in der Auffassung, dafs 
eine weitere Berathung des Programmes für die Förderung der Wettertelegraphie 
nicht räthlich erschien. Daher begnügte män sich mit einem einzigen Beschlusse, 
welcher auch später die Billigung des internationalen Komitees fand: 
„In Anbetracht der Vortheile, welche durch die Verbreitung des Radial- 
Systems auf die Nachbarländer schon erzielt wurden, beschliefst die Kommission, 
dem internationalen Komitee vorzuschlagen, in kürzester Zeit eine aus offiziellen 
Vertretern der betheiligten Staaten bestehende Kommission einzusetzen, um im 
Einvernehmen mit dem internationalen Telegraphen-Bureau in Bern eine derartige 
Verbesserung unseres telegraphischen Dienstes zu erreichen, welche als die beste 
sich erweisen wird.“ . . 
Hierbei sei bemerkt, dafs in der Diskussion der Kommission einige Vertreter 
der Zentral-Institute sich äußerten, dafs die Durchführung des Circuit- Systems 
Beih 11 zu d. Annalen d. Hydrozr. ete., Jahrg, 1901.
	        
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