Zur Küstenkunde von Celebes.
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Dieses Segelschiff trieb und strandete während einer schweren Baratböe. Bei
Niedrigwasser ist ein Theil des Wracks sichtbar. Beim Landen mit Booten und
namentlich beim Ausbringen von Trossen mufs man dieses Wrack vermeiden.
Menado-Flufs. In der Mündung dieses Flusses finden kleine Fahrzeuge
einen guten, sicheren Liegeplatz. . Fahrzeuge von nicht. mehr als 1,5 m (5 vt)
Tiefgang können selbst bei gewöhnlichem Hochwasser binnenlaufen, -
Segelanweisung. Sowohl Dampfer als auch Segelschiffe verfahren am
besten, wenn sie bei der Annäherung an die Rhede, sobald sie mit Rücksicht
auf die bereits anwesenden Schiffe einen passenden Ankerplatz gewählt haben,
bei Zeiten den Anker mit 63 bis 81 m (35 bis 45 vm) Kette vor dem Bug ab-
vieren. In dem Mafse, als sie weiter segeln, werden sie dichter bei der Mole
oder mehr im Süden zu liegen kommen. Sehr langsam angehend, stecken
sie 162 bis 171m (90 bis 95 vm) Kette aus und bringen, sobald der Anker
gefafst hat, so schnell wie möglich einen Stopanker oder eine Trosse zum Be-
festigen aus.
Die günstigste Zeit zum Ankern auf der Rhede ist, während der Seewind
weht, weil in diesem Falle das Schiff von selbst schwait. Weht der Wind vom
Lande, namentlich wenn der Selatan gut durchsteht, so hat man oft stunden-
lange Arbeit, um die Trossen auszubringen und läuft Gefahr, inzwischen triftig
zu werden.
Beim Verlassen der Rhede ist es anzurathen, falls der Selatan weht,
erst die Ankerkette einzuwinden, bis sie fast auf und nieder ist, ehe man die
Trossen einholt.
Gezeiten, Die Pegelbeobachtungen während des Monats Juni ergaben
zwei Gezeiten, eine am Tage und eine nachts. Zur Zeit des Neu- und Voll-
monds stellte sich Hochwasser gegen 6 Uhr morgens ein, Der kleinste Fluth-
wechsel, 0,6 m (2 vt) fand zwei oder drei Tage nach den Mondvierteln statt, und
der gröfßste, 2,1 bis 2,4 m (7 bis 8 vt) ein paar Tage nach Neu- und Vollmond.
Der mittlere Fluthwechsel betrug 1,5 m (5 vt).
Man beabsichtigt, auf der Rhede zwei grofse Festmachetonnen im tiefen
Wasser und einige kleine Tonnen auf dem Landriff gut zu verankern. An den
grofsen können dann die Schiffe ihre Ankerkeiten und an den kleinen ihre Achter-
irossen oder Ketten festmachen.
Menado. Die Stadt Menado ist der Hauptort und bedeutendste Handels-
platz des gleichnamigen Gebietes. . Von der Rhede aus gewährt die längs des
Strandes der Bai liegende Stadt, hinter der sich das Gebirge und über diesem
der Kalabat und der Lokon mit ihren hohen Gipfeln erheben, einen schönen Anblick.
Die netten, aus Holz erbauten Häuser der Europäer, unter ihnen die Wohnung des
Residenten, liegen hauptsächlich an zwei Alleen, die ziemlich parallel dem Strande
laufen. Die Kampungs der. Eingeborenen haben das in die Augen fallende
ordentliche Aeufsere aller Kampungs in der Minahassa. Knde Dezember 1898
wohnten in Menado 430 Europäer und 10 609 Inländer, worunter 4850 Christen,
2232 Chinesen und 252 andere, aus dem Osten stammende Fremde. Das Klima
von Menado ist gesund, ansteckende Krankheiten kommen selten vor; die Nächte
sind kühl.
Der Handel nimmt langsam zu. Nach der Statistik des Hafenamtes war
896 die Einfuhr 1047419 £ (1780612 M.), die Ausfuhr 653 000 fl. (1 110 100 M.)
1897 „ =» 12785158. (2170475 M.), „ = 916000 fl, (1 557 200 M.)
In der hier angegebenen Ausfuhr fehlt die des Gouvernements-Kaffees,
daher erscheint die Ausfuhr viel geringer als die Einfuhr,
Zu den wichtigsten Einfuhrartikeln gehören Petroleum, Reis, Zucker, Tabak
‘aus Java), Getränke und Provisionen, Manufaktur- und Galanteriewaaren, Glas-
und Eisenwaaren, irdenes Geschirr, Streichhölzer, Salz und Mehl.
Es wird hauptsächlich ausgeführt Kopra, Muskatnüsse, Muskatblüthe,
Dammar (Harz, aus dem der Dammarafirnifs bereitet wird‘, Kaffee, Ebenholz und
andere Holzarten, namentlich eine Art Cedernholz, Lalonpehe genannt, Vanille
and Perlmutterschale.
In Menado hat sich aufßser andern Geschäften die Moluksche Handels-
vennootschap (Molukkische Handelsgenossenschaft) etablirt; auch befindet sich
hier ein Unteragent der Faktorei der Nederlandsch Handelmaatschappi} (hollän-