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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Sturmtabellen für den Atlantischen Ozean. 
14 Strich in zwei Stunden. (Diese letzte Angabe steht in der Mitte der Spalte, 
weil bei den Beobachtungen die näheren Angaben über den Sinn der Drehung 
fehlten.) 
5. Beispiel. In 12° S-Br, 33° W-Lg beginnt im Juni ein Sturm aus SE, 
Gebiet 13 (Nordbrasilien). 
Passatsturm, der schwerlich über B. 9 hinausgeht und seine Richtung 
wahrscheinlich beibehält (13:6) oder, wenn er sie ändert, doch nur um 2 bis 
3 Strich ändern wird. Dauer 21 Stunden, Luftdruck hoch, 762 bis 770 mm. 
6. Beispiel. In 39° S-Br, 52° W-Lg beginnt ein Sturm im Juli aus NE. 
Gebiet 18 (La Plata). 
Die muthmaßliche Dauer ist 24 Stunden, der Luftdruck 747 mm. Die 
Windänderung geht wahrscheinlich (15:3) in der Richtung nach links vor sich; 
die Höhe des Sturmes wird nahe beim tiefsten Barometerstande eintreten. 
Für das Nachbargebiet 21 (Patagonien) sind die Verhältnisse ähnlich. 
Dauer 23 Stunden, Luftdruck 741 mm, Windänderung wahrscheinlich links 
herum (13 : 2). 
Weitere Beispiele für Südbreite dürften kaum nöthig sein, da hier die 
Verhältnisse insofern viel einfacher liegen, als wir hier nur Depressionen kennen, 
Jie sich in einer Richtung zwischen Süd und Ost fortbewegen. Auf Nordbreite 
haben wir mit mehr Richtungen zu rechnen, in den Gebieten 9, 10, 11 und 12 
hauptsächlich mit West bis Nord, in den nördlich davon liegenden Gebieten mit 
Nord bis Ost, in 5 und $ gelegentlich mit südlich von Ost gerichteten Bahnen 
oder mit nahezu unbeweglichen Depressionen. 
Die wichtigsten Werthe der Tabelle findet der Leser auch in den Textfiguren. 
Einige allgemeine Bemerkungen. 
Sommer und Winter in höheren Nord- und Südbreiten. Die Zahl der 
Stürme in den Monaten Juni bis August, Dezember bis Februar nördlich von 
40° N-Br und südlich von 40° S-Br in den Gebieten 1 bis 4 einerseits, 19 bis 
59 andererseits ist: 
Zahl | Verhältnis 
M 0 na te 
ViI— VIII] XH— 1 VI—-YNI XH-—X 
Nordbreite, 40° und darüber. . 36 | 150 
Südbreite, 40° und darüber. . | 161 76 
1: 
| 21: 
4,2 
Der Gegensatz beider Jahreszeiten ist demnach in Nordbreite doppelt so 
stark ausgeprägt als in Südbreite, eine Folge der gröfseren Landmassen im 
Norden, der gröfseren Wasserbedeckung im Süden, wodurch dort die Gegensätze 
verschärft, hier abgeschwächt werden, 
Vertheilung der Sommerstürme in der Richtung West-—0Ost. Die sehr 
schweren Sommerstürme treten in Nordbreite meist in den Monaten Juli bis 
September auf. Wir’ beschränken uns auf die Breiten 30° bis 50°, wo nur 
Stürme von wenigstens Windstärke 11 zur Bildung der Tabellen benutzt wurden, 
und nehmen für Südbreite die entsprechenden Monate Januar bis März. 
Sommerstürme in Procenten des Jahres. 
Westseite | Mitte | Ostseite 
des Ozeans 
Gebiete. . . . 
30 bis 50° N-Br 
Gebiete. . . . 
20 bis 50° S-Br . 
4 und 7 
16,9 9% 
18 und 21 
9,5 07% 
3 und 6 
6,6 9% 
17 und 20 
4.00% 
2 und 5 
4,20% 
16 und 19 
3.69%
	        
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